Bundes­ent­wick­lungs­mi­nister Gerd Mül­ler und der Prä­si­dent der Welt­bank­gruppe, Jim Yong Kim, im Ge­spräch mit füh­ren­den Ver­treter­innen und Ver­tretern der Re­li­gio­nen und religions­naher Ent­wick­lungs­or­ga­ni­sa­tio­nen

Religion und Entwicklung Internationale Allianzen

Beim The­ma Re­li­gi­on und Ent­wick­lung ko­ope­riert das BMZ nicht nur mit Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten, son­dern auch mit in­ter­na­tio­na­len Ent­wick­lungs­or­ga­ni­sa­tio­nen und an­de­ren Ge­ber­län­dern. Lang­fris­ti­ges Ziel ist der Auf­bau ei­nes in­ter­na­tio­na­len Netz­werks, um ge­gen­sei­tig von den Er­fah­run­gen der an­de­ren zu ler­nen und mög­li­che Ko­ope­ra­ti­ons­fel­der zu er­schlie­ßen.

Ge­sprächs­kreis mit Bun­des­mi­nis­ter Mül­ler und Welt­bank­prä­si­dent Kim

Den Auf­takt hier­zu bil­de­te im Mai 2014 ein Ge­sprächs­kreis mit Bun­des­ent­wick­lungs­mi­nis­ter Mül­ler, Welt­bank­prä­si­dent Kim und Re­li­gi­ons­ver­tre­tern in Ber­lin. Die Welt­bank hat be­reits En­de der 1990er Jah­re das The­ma Wer­te und Re­li­gi­on in der Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit auf­ge­grif­fen. Un­ter dem da­ma­li­gen Prä­si­den­ten Ja­mes Wol­fen­sohn wur­de ein in­ten­si­ver Dia­log mit Re­li­gi­ons­ver­tre­tern und dem Öku­me­ni­schen Rat der Kir­chen (345 Mit­glieds­kir­chen) an­ge­sto­ßen. Der jet­zi­ge Welt­bank­prä­si­dent Jim Yong Kim setzt die­sen Weg fort. Er sieht in den Glau­bens­grup­pen wich­ti­ge Part­ner, um mehr Men­schen für glo­ba­le Zie­le wie die Be­sei­ti­gung der ex­tre­men Ar­mut und das Er­rei­chen von Ver­tei­lungs­ge­rech­tig­keit zu mo­bi­li­sie­ren.

An dem Tref­fen in Ber­lin nah­men un­ter an­de­rem Die­ter Grau­mann, Prä­si­dent des Zen­tral­rats der Ju­den in Deutsch­land, Ai­man A. Ma­zyek, Vor­sit­zen­der des Zen­tral­rats der Mus­li­me in Deutsch­land, Cor­ne­lia Füllk­rug-Weit­zel, Prä­si­den­tin von Brot für die Welt, so­wie Eber­hard Stilz, Prä­si­dent der Stif­tung Welt­ethos, teil.

Standbild aus dem Video "Tom Wlaschiha: Religion und Entwicklungszusammenarbeit"
Video: Religion und Entwicklungszusammenarbeit

In­ter­na­tio­na­le Kon­fe­renz zu Re­li­gi­on und Ent­wick­lung in Wa­shing­ton

Auf ge­mein­sa­me In­itia­ti­ve des BMZ und der Welt­bank fand vom 7. bis 9. Ju­li 2015 ei­ne in­ter­na­tio­na­le Kon­fe­renz zu Re­li­gi­on und Ent­wick­lung in Wa­shing­ton statt. Es stellt ei­ne his­to­ri­sche Weg­mar­ke dar: Zum ers­ten Mal war es ge­lun­gen, die wich­tigs­ten Ge­ber, in­ter­na­tio­na­le Or­ga­ni­sa­tio­nen, re­li­gi­ös-mo­ti­vier­te Or­ga­ni­sa­tio­nen und Re­li­gi­ons­ver­tre­ter zu­sam­men­zu­brin­gen und das The­ma so­mit auf der in­ter­na­tio­na­len Agen­da zu ver­an­kern.

Haupt­ziel der Kon­fe­renz war, kon­kre­te An­sät­ze und Er­fah­run­gen bei der Zu­sam­men­ar­beit mit re­li­gi­ös-mo­ti­vier­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen zu dis­ku­tie­ren.

An der Kon­fe­renz nah­men rund 200 Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter aus Po­li­tik, Wis­sen­schaft, Zi­vil­ge­sell­schaft und den Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten teil. Ei­ne Fol­ge­kon­fe­renz hat auf Ein­la­dung des BMZ im Fe­bru­ar 2016 in Ber­lin statt­gefunden.

Die Ver­ein­ten Na­tio­nen und nach­hal­ti­ge Ent­wick­lungs­zie­le

Auch die Ver­ein­ten Na­tio­nen set­zen ver­stärkt auf die Ko­ope­ra­ti­on mit Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten. Die "In­ter-Agency Task Force on En­gag­ing Faith-based Or­ga­ni­za­tions for De­vel­op­ment" (Or­ga­ni­sa­ti­ons­über­grei­fen­de Ar­beits­grup­pe der Ver­ein­ten Na­tio­nen zur Ein­bin­dung von re­li­giö­sen Or­ga­ni­sa­tio­nen in die Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit) lädt re­gel­mä­ßig zu Ar­beits­tref­fen nach New York ein, an de­nen ne­ben ver­schie­de­nen UN-Or­ga­ni­sa­tio­nen (UNFPA, UNDP, UNWOMEN, UNICEF, UNHCR und UNAIDS) auch das BMZ teil­nimmt. Ein Schwer­punkt da­bei ist die Ein­bin­dung der Re­li­gio­nen in die Agen­da 2030.

Die Ver­ein­ten Na­tio­nen ha­ben be­reits 2014 mit Re­li­gi­ons­ver­tre­tern über den Bei­trag der Re­li­gio­nen zu den Nach­hal­tig­keits­zie­len der Agen­da 2030 be­ra­ten.

Erstes Gebertreffen in Deutschland

Da­mit Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten bes­ser ein­ge­bun­den wer­den kön­nen, müs­sen ganz prak­ti­sche Fra­gen ge­klärt wer­den: Wel­che Kri­te­ri­en gibt es für die Aus­wahl der Part­ner? Wie ent­schei­den wir, mit wel­cher Grup­pe wir zu­sam­men­ar­bei­ten? Wie müs­sen wir un­se­re Pro­jekt­pla­nung an­pas­sen?

Die­se Fra­gen be­tref­fen vor al­lem die Ge­ber. Des­halb hat das BMZ im Sep­tem­ber 2015 ein Ge­ber­tref­fen ver­an­stal­tet, an dem bi­la­te­ra­le Ge­ber wie Großbri­tan­ni­en, die USA, Schwe­den, Schweiz und die Nie­der­lan­de teil­nah­men so­wie mul­ti­la­te­ra­le Or­ga­ni­sa­tio­nen wie die Welt­bank, der Be­völ­ke­rungs­fonds der Ver­ein­ten Na­tio­nen (UNF­PA) und der Ent­wick­lungs­aus­schuss der Or­ga­ni­sa­ti­on für wirt­schaft­li­che Zu­sam­men­ar­beit und Ent­wick­lung (OECD/DAC). Sie ver­ein­bar­ten den Auf­bau ei­nes in­ter­na­tio­na­len Ko­or­di­nie­rungs­me­cha­nis­mus und die Durch­füh­rung ge­mein­sa­mer Pi­lot­pro­jek­te.