Deutsches Engagement Geldtransfers von Migrantinnen und Migranten ins Heimatland erleichtern

Viele Migrantinnen und Migranten (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) unterstützen Verwandte und Freunde in ihren Herkunftsländern finanziell. Fachsprachlich sind diese privaten Geldtransfers als Remittances bekannt. Dabei handelt es sich in der Regel um einzelne kleine Geldsendungen in Höhe von 200 bis 300 US-Dollar. Laut Weltbank wurden 2018 weltweit Remittances in Höhe von rund 683 Milliarden US-Dollar überwiesen, davon 526 Milliarden in Entwicklungsländer. Das ist mehr als dreimal so viel wie die Gelder der öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit.

Drei Frau­en nut­zen ein Smart­pho­ne.
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Remittances helfen, Grundbedürfnisse zu befriedigen, wie Nahrung, Kleidung und Wohnraum. Damit reduzieren sie Armut. Sie sichern Haushalte in Krisenzeiten ab, zum Beispiel gegen Krankheit, Arbeitslosigkeit und Naturkatastrophen. Die Gelder werden auch in Gesundheit und Bildung investiert und ermöglichen Existenzgründungen.

Das Geld schnell, sicher und kostengünstig in die Herkunftsländer zu senden, stellt die Migrantinnen und Migranten jedoch oft vor große Probleme: In vielen Entwicklungsländern gibt es kein flächendeckendes Bankensystem. Ärmere Menschen besitzen meist kein eigenes Konto. Finanzinstitute bieten zwar Bargeldüberweisungen an, nehmen dafür jedoch hohe Gebühren.

In der Agenda 2030 hat sich die internationale Staatengemeinschaft deshalb das Ziel gesetzt, die Kosten von Geldtransfers bis 2030 auf unter drei Prozent des Überweisungsbetrags zu senken und Sendekorridore mit Kosten von mehr als fünf Prozent zu beseitigen (Unterziel 10.c).

Damit Migrantinnen und Migranten ihr Geld sicher, schnell und günstig überweisen können, hat das BMZ den Aufbau der Website www.geldtransfair.de (Externer Link) finanziert. Sie informiert unter anderem über die preiswertesten Möglichkeiten, Geld in mehr als 35 Partnerländer zu senden.

Ergänzend dazu fördert das BMZ nachhaltige Finanzsysteme zum Beispiel durch bedarfsgerechte, innovative Produktentwicklung, die Beratung von Zentralbanken und finanzielle Bildungsangebote. So fördert das BMZ zum Beispiel seit 2015 in Jordanien ein Projekt, das Geldtransfers über das Handy ermöglicht und Informationskampagnen und Schulungen für syrische Flüchtlinge und die lokale Bevölkerung durchführt.

Weiterhin schafft das BMZ Anreize, um nachhaltige Investitionen von Remittances in den Partnerländern zu fördern. So wird mit WIDU (Externer Link) seit 2019 ein Projekt gefördert, das den Beitrag von Remittances zu kleinen Unternehmen und Unternehmensgründungen in Ghana und Kamerun erhöht.