Die Daten einer Patientin werden in der Universitätsklinik in Accra, Ghana, aufgenommen.

Menschenrecht Gesundheit Das deutsche Engagement für Gesundheit

Gesundheit ist gleich­zeitig Ziel, Voraus­setzung und Ergebnis von nach­haltiger Entwicklung. Ihre Förderung ist ein Gebot der Mensch­lich­keit und Bestand­teil ver­ant­wor­tungs­voller Regie­rungs­führung – sowohl in den Industrie- als auch in den Entwick­lungs­ländern.

Wenn es nicht gelingt, die Gesund­heits­versorgung der Bevölkerung in den ärmsten Ländern zu verbessern, können die nach­haltigen Entwick­lungs­ziele der Agenda 2030 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) nicht erreicht werden. Die Verbesserung der gesund­heit­lichen Situation der Menschen ist darum eine der wichtigsten Aufgaben der inter­nationalen und der deutschen Ent­wick­lungs­politik.

Das Bundes­ministerium für wirt­schaft­liche Zusammen­arbeit und Entwicklung (BMZ) hat sich zur systematischen Umsetzung aller Menschen­rechte verpflichtet. Auch mit seinen Gesund­heits­programmen verfolgt das BMZ konsequent diesen Menschen­rechts­ansatz: Die Verwirk­lichung des Menschen­rechts auf Gesundheit und soziale Absicherung, die Förderung der Gleich­berech­ti­gung der Geschlechter und der Rechte von Menschen mit Behinderungen sind zentrale Ziele aller Gesund­heits­programme der deutschen Ent­wick­lungs­zusammen­arbeit.


Deutsch­land über­nimmt Ver­ant­wor­tung

Im Dorf Tarwachapi in den Anden von Bolivien steht ein Kleinkind mit von der Sonne verbrannten Füßen auf einer Waage
Im Dorf Tarwachapi in den Anden von Bolivien steht ein Kleinkind mit von der Sonne verbrannten Füßen auf einer Waage

Deutschland ist der welt­weit dritt­größte Geber im Gesund­heits­bereich (nach den USA und Groß­britannien). Seit 2002 hat die deutsche Bundes­regierung ihre Auszahlungen für den Gesund­heits­sektor mehr als ver­drei­facht. Insgesamt hat sich die jährliche Unter­stützung in den vergangenen zehn Jahren auf mehr als eine Milliarde Euro erhöht. Davon entfielen zum Beispiel im Jahr 2016 rund  552 Millionen Euro auf die zwischen­staat­liche (bilaterale) und  482 Millionen Euro auf die multi­laterale Zusammen­arbeit im Gesund­heits­sektor.

Gesundheits­programme gibt es in rund der Hälfte der Partner­ländern der bilateralen Zusammen­arbeit, der regionale Schwer­punkt  liegt auf Sub-Sahara-Afrika. Darüber hinaus nimmt die Bundes­regierung Einfluss auf die entwicklungs- und gesund­heits­politische Arbeit der Welt­bank, der regionalen Ent­wick­lungs­banken, der UN-Organisationen und der Euro­päischen Union. Um möglichst viel Fach­wissen und Finanz­kraft zu vereinen, arbeitet sie außerdem eng mit Partnern aus Zivil­gesell­schaft (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Wissen­schaft und Wirt­schaft zusammen.

Marshall­plan mit Afrika

Aufnahme des afrikanischen Kontinents vom Weltraum aus

Der regionale Schwer­punkt der deutschen Ent­wick­lungs­zusammen­arbeit im Gesund­heits­bereich liegt in den afrika­nischen Staaten südlich der Sahara. Unter anderem findet sich das Thema im Marshallplan mit Afrika, der 2017 vom BMZ initiiert wurde. Darin ist fest­gehalten, dass BMZ-Initiativen zur Ausbildung von Gesund­heits­fach­kräften, zur Mütter­gesund­heit und zur Familien­planung ausgedehnt werden. Unter anderem soll eine früh­zeitige und umfassende Sexual­aufklärung sicher­gestellt werden.

Ein weiteres Ziel ist, mehr Partner­schaften zwischen Gesund­heits­einrichtungen in Deutsch­land und den Koopera­tions­ländern aufzubauen (siehe auch: Die Initiative Klinikpartnerschaften).

Internationale Zusammenarbeit von Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Virenforschung, gefördert durch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit, Nairobi, Kenia

Internationale Zusammenarbeit von Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Virenforschung, gefördert durch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit, Nairobi, Kenia

Internationale Zusammenarbeit von Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Virenforschung, gefördert durch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit, Nairobi, Kenia

Ziele

Die deutsche Ent­wick­lungs­politik verfolgt im Gesund­heits­bereich folgende strategische Ziele:

Tätigkeits­bereiche

Um die genannten strate­gischen Ziele zu erreichen, ist die deutsche Ent­wick­lungs­politik in drei mit­einander verbundenen Gesund­heits­bereichen tätig:

Gesund­heits­dienst­leistungen

Patientenzimmer in einem Krankenhaus des Roten Kreuzes in Bangui, Zentralafrikanische Republik
Aufnahmen aus einem Computertomografen

Der barriere- und dis­kri­mi­nie­rungs­freie Zugang zu hoch­wertigen Gesund­heits­dienst­leistungen steht im Vorder­grund der deutschen Ent­wick­lungs­zusammen­arbeit im Gesund­heits­bereich. Jeder Mensch muss die Mög­lich­keit haben, Dienst­leistungen zur Gesund­heits­förderung, zur Vor­beugung und Behandlung von Krank­heiten, zur Reha­bili­tation und zur Palliativ­versorgung bei unheilbarer Erkrankung in Anspruch zu nehmen.

Deutschland setzt sich ins­besondere für eine Stärkung der Gesund­heits­systeme seiner Partner­länder ein. Dazu fördert das Bundes­ent­wick­lungs­ministerium unter anderem Investitionen in die Ausstattung von Gesund­heits­einrichtungen sowie in die Aus- und Fortbildung von Gesund­heits­fach­kräften. Außerdem unter­stützt das BMZ seine Partner­länder dabei, eine lokale pharma­zeutische Produktion aufzubauen, um hoch­wertige und zugleich bezahl­bare Medikamente selbst herstellen zu können.

Zu den inhaltlichen Schwer­punkten zählen die Sexual­aufklärung von Jugend­lichen, die Versorgung von Müttern und Neu­geborenen, die HIV-Prävention sowie die Verankerung von Krisen­reaktions­mecha­nismen, um Gesund­heits­krisen früh­zeitig zu erkennen und einzudämmen.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Einführung digitaler Lösungen. Moderne Informations- und Kommu­ni­ka­tions­techno­lo­gien ermöglichen es, Gesund­heits­daten zu erfassen, zu verarbeiten und auszutauschen. So kann die Gesund­heits­versorgung bedarfs­gerechter und ziel­gruppen­orientierter gestaltet werden.

Verhütungsmittel-Beratung in einer Gesundheitsstation in Bujumbura, Burundi.

Verhütungsmittel-Beratung in einer Gesundheitsstation in Bujumbura, Burundi.

Verhütungsmittel-Beratung in einer Gesundheitsstation in Bujumbura, Burundi.

Initiativen auf inter­nationaler Ebene

Globale Gesundheit - Eine Investition in die Zukunft

Globale Gesundheit – Eine Investition in die Zukunft

BMZ-Positionspapier

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 02/2019 | Dateigröße 288 KB, Seiten 16 Seiten | Zugänglichkeit barrierefrei

Während seiner G8 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Präsident­schaft 2007 hat Deutsch­land gemeinsam mit Frank­reich die "Providing for Health"-Initiative (P4H (Externer Link)) ins Leben gerufen. Sie unter­stützt Ko­ope­ra­tions­länder bei der Gestaltung einer nach­haltigen und sozial gerechten Finan­zie­rung ihrer Gesund­heits­systeme.

Deutschland gehörte 2007 außerdem zu den Grün­dungs­mit­glie­dern der Inter­nationalen Gesund­heits­partner­schaft (Inter­national Health Partner­ship, IHP+). Sie wurde 2016 zur Plattform UHC2030 (Externer Link) (Inter­national Health Partner­ship for Universal Health Coverage 2030) weiter­entwickelt. Diese soll Impulse zur Erreichung der gesund­heits­relevanten Ent­wick­lungs­ziele der Agenda 2030 geben und die Wirk­sam­keit der Förderung weiter verbessern.

Am Rande des UN-Gipfels zur Umsetzung der Agenda 2030 starteten Deutsch­land und die WHO 2015 die globale Initiative "Healthy Systems – Healthy Lives". Sie soll die Bedeutung leistungs­fähiger Gesund­heits­systeme in den Mittel­punkt der inter­na­tio­nalen Gesund­heits­politik rücken. Aus der Initiative ging 2017 das Strategie­papier Healthy systems for universal health coverage – a joint vision for healthy lives (Externer Link) hervor. Es wird unter anderem von der Gesund­heits­partner­schaft UHC2030 umgesetzt.

Darüber hinaus hat Deutsch­land wesent­lich zur Ver­ab­schie­dung einer globalen Strategie zur Ver­besserung der Forschung im Bereich der ver­nach­lässig­ten Krank­heiten bei­getragen.

Im Rahmen des Über­einkommens über handels­bezogene Aspekte der Rechte des geistigen Eigen­tums (TRIPS-Abkommen) unterstützt die Bundes­republik die Ent­wick­lungs­länder bei der lokalen Produktion von Medikamenten.