Bananenplantage in Mexiko

Ländliche Entwicklung Bäuerliche Organisationen stärken

Bäuerliche Organisationen spielen eine wichtige Rolle für die Entwicklung zukunftsfähiger ländlicher Räume, die vor allem jungen Menschen Nahrung, Beschäftigung, Einkommen und damit Lebensperspektiven bieten können. Unter anderem können sie von zentraler Bedeutung sein, wenn es darum geht, Wertschöpfungsketten für einzelne landwirtschaftliche Produkte aufzubauen und weiterzuentwickeln.

Die Förderung bäuerlicher Organisationen ist daher ein wichtiger Aspekt der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Bereich der ländlichen Entwicklung. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt zum einen den Auf- und Ausbau von Bauernverbänden, Erzeugergemeinschaften und Genossenschaften, vor allem durch Ansätze der Organisationsentwicklung. Zum anderen beraten Expertinnen und Experten die Regierungen der Partnerländer bei der Frage, wie die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für bäuerliche Organisationen verbessert werden können.

Interessenvertretung

Einzelne bäuerliche Familienbetriebe haben es schwer, in den heutigen globalisierten Märkten zu bestehen. Oft produzieren sie nur für den Eigenbedarf und haben als Kleinunternehmen ein zu geringes politisches Gewicht, um ihre Interessen gegenüber staatlichen Stellen und der Agrar- und Ernährungswirtschaft zu formulieren und durchzusetzen.

Starke und unabhängige bäuerliche Organisationen können hierbei eine wichtige Hilfe sein:

  • Sie sind Anwalt und Sprachrohr ihrer Mitglieder und vertreten die Interessen der ländlichen Bevölkerung.
  • Sie fördern die Vernetzung ihrer Mitglieder und damit auch den Erfahrungs- und Wissensaustausch.
  • Sie bieten ihren Mitgliedern Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung.
  • Sie verbessern den Zugang zu Markt- und Brancheninformationen, steigern die Produktivität der Betriebe und die Produktqualität und minimieren die Transaktionskosten, die im Zusammenhang mit bäuerlicher Geschäftstätigkeit anfallen.
  • Sie können Zugang zu Gütern und Dienstleistungen verschaffen, die dem Einzelnen sonst verschlossen blieben, zum Beispiel zu Fachwissen, innovativen Technologien, Maschinen und Lagerkapazitäten oder auch zu Krediten und Versicherungen.
  • Sie leisten einen wichtigen Beitrag zum sozialen Zusammenhalt, da Ziele gemeinsam und zum Wohle aller Mitglieder verfolgt werden.
Imker in Marokko, die sich in einer Kooperative zusammengeschlossen haben.

Imker in Marokko, die sich in einer Kooperative zusammengeschlossen haben.

Imker in Marokko, die sich in einer Kooperative zusammengeschlossen haben.

Deutsches Engagement

Vielen bäuerlichen Organisationen in Entwicklungsländern fehlt das administrative und betriebswirtschaftliche Fachwissen, das für ein gutes Management gebraucht wird. Sie laufen damit Gefahr, das Vertrauen ihrer Mitglieder zu verlieren oder von politischen Eliten für eigene Machtinteressen instrumentalisiert zu werden.

Ein Schwerpunkt der deutschen Entwicklungsarbeit liegt daher in der Organisationsentwicklung: Die bäuerlichen Zusammenschlüsse werden dabei unterstützt, leistungsfähige interne Strukturen aufzubauen, um ihre Aufgaben eigenverantwortlich und unabhängig von internationaler Hilfe erfüllen zu können.

Die Förderung von Kleinbäuerinnen und -bauern und ihrer Organisationen ist ein Schwerpunkt der BMZ-Sonderinitiative “EINEWELT ohne Hunger“ (SEWOH). Die unter dem Dach dieser Initiative gegründeten Grünen Innovationszentren vermitteln nicht nur agrarwirtschaftliches Fachwissen, sondern auch Kenntnisse in Unternehmensführung und Marketing. 

Ebenfalls im Rahmen der SEWOH wurde ein Globalvorhaben “Stärkung bäuerlicher Organisationen für nachhaltige Agrarentwicklung“ gestartet, das Bauernverbände, Genossenschaften und Erzeugergemeinschaften in Äthiopien, Burkina Faso, Kenia, Tansania, Uganda und Indien berät. 

Frauen in Burkina Faso bei der Feldarbeit

Partnerschaften

Um bäuerliche Organisationen in den Partnerländern möglichst praxisorientiert zu unterstützen und den internationalen Wissens- und Erfahrungsaustausch zu fördern, greift das BMZ auch auf das Know-how deutscher Partner zurück.

Eine Zusammenarbeit besteht zum Beispiel mit dem Deutschen Bauernverband (DBV), der Andreas Hermes Akademie (AHA) und dem Deutschen LandFrauenverband (dlv). Zudem bestehen Kooperationen mit dem Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband (DGRV) und der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG).