Südafrika: Zusammenarbeit konkret Die Transformation von Durbans Flüssen

Der Klimawandel trifft Südafrika schon jetzt. Die drei Millionen Einwohnerinnen und Einwohner von eThekwini (Durban) erlebten im Oktober 2017 und April 2019 schwere Überschwemmungen.

Als Reaktion weitet die Stadt ihr Flussmanagementsystem auf rund 7.400 Kilometer Flussläufen im gesamten Stadtgebiet aus. Damit sollen nicht nur Überschwemmungen verhindert, sondern auch die lokale Wirtschaft gefördert werden, um Arbeitsplätze und neue Wege für private Investitionen zu schaffen. Die betroffenen und benachbarten Gemeinden werden hierbei direkt mit einbezogen und motiviert, sich an der Umsetzung des stadtweiten Konzepts zu beteiligen, vor allem durch die ökosystembasierte Anpassung an den Klimawandel.

Diese Ideen spielen eine wichtige Rolle bei der strategischen Gestaltung von Durbans Fluss­manage­ment, bei der die deutsche Ent­wick­lungs­zu­sammen­arbeit die Stadt durch die C40 Cities Finance Facility (Externer Link) (CFF) unter­stützt, gemeinsam mit dem britischen Ministerium für Wirt­schaft, Energie und Industrielle Strategie (BEIS), der US-amerikanischen Ent­wick­lungs­agentur USAID und der Kinder- und Jugend­stiftung Children’s Investment Fund Foundation. Ziel der CFF ist es, Städte in die Lage zu versetzen, eigen­ständig finanzierungs­fähige Infra­struktur­projekte zu ent­wickeln, um die Emissionen von Treib­haus­gasen zu verringern und die Wider­stands­fähigkeit gegen den Klima­wandel zu stärken.

Klimaresiliente Flüsse

Ein Flusslauf in Durban, Südafrika

Ein Flusslauf in Durban, Südafrika

Ein Flusslauf in Durban, Südafrika

Durbans Flussmanagement (Transformative River Management Programme, TRMP) verfolgt das Ziel, ein wider­stands­fähigeres System von Wasserläufen durch die Einbindung der an­grenzen­den Gemeinden auf­zu­bauen. Das TRMP erhöht die Resilienz (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) der Stadt: Es verringert die Aus­wirkungen von Über­schwemmungen und Schäden an Wohn- und Industrie­stand­orten deutlich, verhindert den Verlust von Menschen­leben und Lebens­grundlagen und schafft gleichzeitig Hunderte von Ko­opera­tiven und Tausende von Arbeits­plätzen. Durban ist damit ein Beispiel, wie ge­meinde­basierte Fluss­manage­ment-Dienst­leistungen wirt­schaftliche Chancen für Bürger schaffen und das soziale Kapital stärken. Dies geschieht, indem die Fluss­infra­struktur in allen Bereichen verbessert wird, also zum Beispiel Raum für Natur und Erholung ge­schaffen sowie die Qualität des Wassers verbessert wird.

Eine solche Formalisierung, Anpassung und Neu­gestaltung von nach­haltigen Ge­meinde­pro­jekten am Flussufer erfordert mindestens eine Milliarde Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren. Das TRMP-Finanzierungsmodell will daher eine Reihe von Geldgebern davon überzeugen, die notwendigen Investitionen zu tätigen: darunter die Gemeinde selbst, Unternehmen, Grundstückseigentümer in Durban und globale Klima-Finanzierer. Um dies zu erreichen, fördert CFF Spitzentechnologien wie computerbasierte Vulnerabilitätsbewertungen und hydrologische Modellierung.

Transformative Wirkung durch Skalierung

Ein Flusslauf in Durban, Südafrika

Ein Flusslauf in Durban, Südafrika

Ein Flusslauf in Durban, Südafrika

Die gemeinsame Arbeit zwischen CFF und Durban führte zu einer Auf­stockung des Pro­gramm­budgets der Stadt: Jetzt werden 1.000 Kilometer Flussläufe ab­gedeckt, mehr als drei Mal so viel wie ur­sprüng­lich an­ge­strebt. Damit hat sich auch die Zahl der Fluss­ge­meinden, die von den wirt­schaft­lichen Möglich­keiten und der ver­besserten Wider­stands­fähigkeit profitieren, mehr als ver­dreifacht.

Mit der mehrgleisigen Unterstützung von CFF durch technische Studien, Kapazitätsentwicklung und Wissensaustausch hat Durban das TRMP formell eingerichtet und im  städtischen Budget berücksichtigt. Über Durban hinaus unterstützte die CFF auch den Zugang zu Finanzierung agroökologischer Projekte im Flusseinzugsgebiet des uMhlangane. Zudem tauschen sich über 15 weitere Städte in Südafrika, Tansania und Senegal mit Durban aus. Auf der Grundlage der Erfahrungen werden Städte und Gemeinden überall in Afrika lernen, wie sie Klimaanpassung für nachhaltige Wirtschaftsmodelle nutzen können.