Ecuador: Zusammenarbeit konkret   Wächterinnen der Hügel: Frauen an der Spitze für Klimaresilienz

San Pablo ist eines der Viertel in den Hügeln von Portoviejo, der Hauptstadt der Küstenprovinz Manabí in Ecuador. In dem Viertel leben rund 12.000 Menschen. Durch die häufigen und starken Regenfälle in den Wintermonaten haben sie mit Erdrutschen an den Hängen zu kämpfen, die Häuser, Infrastruktur und das Leben der Bewohnerinnen und Bewohner gefährden.

Wohnhäuser in San Pablo, Ecuador

Wohnhäuser in San Pablo, Ecuador

Wohnhäuser in San Pablo, Ecuador

Da durch den Klimawandel die Niederschläge häufiger und in­ten­siver werden, steigt das Risiko für Erd­rutsche. Zu­sätz­lich leidet San Pablo unter einer schwachen sozialen und wirt­schaft­lichen Struktur. Dies zeigt sich unter anderem in der be­sonders hohen Kri­mi­na­li­täts­rate im Viertel; auch Gewalt gegen Frauen ist ein zentrales Problem.

Im Auftrag des BMZ unterstützt die GIZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Portoviejo dabei, bis 2021 öffentliche Plätze im Viertel San Pablo, wie Obst­gärten, Terrassen­hänge oder Spiel­plätze, in die natür­lichen Ge­geben­heiten der Hänge ein­zu­binden und diese wider­stands­fähiger gegen­über Nieder­schlägen zu machen. Die Bau­maß­nahmen unter­stützen das natürliche Öko­system der Hänge dabei, die Böschungen zu sta­bi­li­sieren und das Ver­sickern von Regen­wasser in den Boden zu erleichtern. Auf diese Weise wird das Risiko für Erd­rutsche ver­mindert. Hierbei entstehen attraktive Ge­mein­schafts­bereiche, die Kindern neuen Raum zum Spielen geben und den Anbau von Gemüse inmitten der Stadt möglich machen. Die Menschen in San Pablo haben somit nicht nur ein sichereres Wohn­viertel, sondern auch lebens­werte öffentliche Bereiche, dank derer sie sich sogar selbst ver­sorgen können.

Wächterinnen der Hügel in San Pablo, Ecuador

Wächterinnen der Hügel in San Pablo, Ecuador

Wächterinnen der Hügel in San Pablo, Ecuador

Die Frauen der gemeinschaftlich ernannten "Wächterinnen der Hügel" haben dabei eine Schlüsselrolle als Entscheidungsträgerinnen und lokale Akteurinnen für mehr Klimaresilienz in San Pablo. Mit Hilfe eines digitalen Frühwarnsystems werden sie in der Lage sein, die Gemeinde im Falle von Erdrutschen frühzeitig zu informieren, sich mit Einsatzkräften der Stadt zu koordinieren und Schutzmaßnahmen zu treffen. Dies fördert die Position der Frauen als wichtige Ansprechpartnerinnen im Viertel und stärkt sie darin, ihre Interessen und Probleme zu kommunizieren – auch für andere Herausforderungen wie die Gewalt gegen Frauen oder wirtschaftliche Probleme.

Konkret erstellen die Frauen Informationsmaterial, wie Radio-Sendungen, Berichte, Videos und Podcasts, um über ihre Herausforderungen in der Gemeinde ebenso wie über ihre Bemühungen bei der Bekämpfung der Auswirkungen des Klimawandels zu berichten. So können sie ihre Geschichte auf ihre eigene Weise erzählen und andere Frauen und Gemeinden zu mehr Engagement inspirieren.

Darüber hinaus werden die erarbeiteten Lösungen, Empfehlungen und Lernerfahrungen zu partizipativen, gemeinschaftsbasierten und geschlechterorientierten Planungsansätzen in Städten auch auf nationaler Ebene den Ministerien für die ökosystembasierte Anpassung an den Klimawandel zur Verfügung gestellt.

Diese Arbeit zeigt, dass über die aktive Förderung von Frauen für Klimaresilienz die Entwicklung der Gemeinschaft und des Wohnraums von den Menschen aktiv gestaltet werden kann.