Kenia: Zusammenarbeit konkret Wassermangel und Dürren bekämpfen

Kenia leidet stark unter den Auswirkungen des Klima­wandels. Wirt­schaftliche Verluste durch Ernte­ausfälle und abnehmende Vieh­bestände haben verheerende Auswirkungen auf ohnehin verwundbare Bevöl­kerungs­gruppen. Im Rahmen der NDC-Partner­schaft unterstützt das BMZ die Umsetzung des nationalen Klima­wandel­aktions­plans.

In Kenia lebt mehr als die Hälfte der Bevölkerung von der Land­wirtschaft. 98 Prozent der Landwirt­schaft hängen vom Regen ab, eine Dürre wird schnell zu einer großen Belastung. Der Klima­wandel führt zu ungünstigen Wetterlagen, beispiels­weise Starkregen, der Über­schwemmungen verursacht, oder häufigen und längeren Dürreperioden. Beides gefährdet das Leben und die Existenz­grund­lagen der Menschen. Wirtschaftliche Verluste durch Ernteausfälle und abnehmende Viehbestände haben verheerende Auswirkungen auf ohnehin verwundbare Menschen.

Kenia: Eine Gruppe Bauern in Kirinyaga zeigt die Stelle am Flussufer, an der Wasser aus einem Fluss auf die Felder der Bauernkooperative Mitooini abgeleitet wird.

Kenia: Eine Gruppe Bauern in Kirinyaga zeigt die Stelle am Flussufer, an der Wasser aus einem Fluss auf die Felder der Bauernkooperative Mitooini abgeleitet wird.

Kenia: Eine Gruppe Bauern in Kirinyaga zeigt die Stelle am Flussufer, an der Wasser aus einem Fluss auf die Felder der Bauernkooperative Mitooini abgeleitet wird.

Kenia besteht zu etwa 80 Prozent aus trockenen oder halb­trockenen Regionen, was Wasser zu einer wertvollen Ressource macht. Da sich der Klima­wandel besonders auf Landwirt­schaft und Tourismus, die wichtigsten Wirtschafts­sektoren Kenias, auswirkt, hat die Regierung den Hand­lungs­bedarf schon früh erkannt: Im Jahr 2016 verabschiedete Kenia als eines der ersten afrikanischen Länder ein Gesetz zum Klima­wandel (Climate Change Act). So will die kenianische Regierung den Klima­schutz auf alle Ebenen tragen. Hierzu wurden in allen Ministerien, Behörden und Kreis­verwal­tungen eigene Klima­einheiten geschaffen. Bei den meisten steht die Ope­rationali­sierung noch bevor.

Nationaler Klimawandelaktionsplan

Im Rahmen der NDC-Partner­schaft und mit Unter­stützung der GIZ im Auftrag des BMZ sowie von UNDP und der US-Ent­wicklungs­behörde USAID entwickelte die kenianische Regierung ihren zweiten nationalen Klima­wandel­aktions­plan (National Climate Change Action Plan, NCCAP), einen Fünf­jahres­plan (2018 bis 2022).

Um die Umsetzung des Plans voranzubringen, hat die GIZ etwa das Ministerium für Umwelt und Forst­wirtschaft bei der Einrichtung einer sektor­übergrei­fenden Arbeits­gruppe unterstützt. Dies ermöglicht es der Abteilung für Klimawandel im Umwelt­ministerium, die Unter­stützung der Ent­wick­lungs­partner zu koordinieren und sicher­zustellen, dass die finanziellen Mittel mit dem NCCAP im Einklang stehen. Die GIZ hilft zudem den lokalen Klima­einheiten dabei, genauer über Fortschritte beim Klima­schutz zu berichten. Auch die Privat­wirtschaft und die Zivil­gesell­schaft tragen zur Bericht­erstattung bei.

Die Anpassung an den Klimawandel ist nicht der einzige Schwerpunkt des NDC des Landes. Im Gegensatz zu den Industrie­ländern hatte Kenia im Verlauf seiner Geschichte nur niedrige Treib­haus­gas­emissionen zu verzeichnen. Dennoch hat Kenia im Einklang mit dem Pariser Klima­abkommen im Dezember 2020 ein aktualisiertes NDC vorgelegt, das ein verschärftes Ziel für die Minderung der Treib­haus­gas­emissionen vorsieht – sie sollen gegenüber einem Business-as-usual-Szenario bis 2030 um 32 Prozent sinken. Derzeit stammen mehr als 90 Prozent der in Kenia genutzten Energie­kapazität aus erneuerbaren Quellen. Das vom Präsidenten erklärte Ziel sieht vor, dass die Strom­versor­gung des Landes bis 2030 zu 100 Prozent aus erneuer­baren Energien erfolgen soll. Kenia hat – auch mit deutscher Unter­stützung – bereits das größte Geo­thermie-Kraft­werk und seit Juni 2019 den größten Windpark auf dem afrikanischen Kontinent.

Gendersensible Überarbeitung des NDC und langfristige Planung

Das BMZ hat Kenia bei der Überar­beitung und Aktualisierung seines NDC unterstützt. Hierbei wurden die Maßnahmen im Bereich Minderung und Anpassung auch vom Ministerium für öffentliche Dienst­leistungen und Gender geprüft, um sicherzustellen, dass sie gendersensibel gestaltet sind. Im Anschluss hat Kenia auch die Entwicklung einer langfristigen Strategie (Long-term Strategy, LTS) in Angriff genommen.

Darin sollen die wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen festgelegt werden, die angesichts des Klimawandels erforderlich sind, um eine klima­freundliche und klima­resiliente Wirtschaft aufzubauen. Die LTS wird auch Gender­gerechtig­keit und Gerechtigkeit zwischen den Generationen berück­sichtigen, damit künftige NDCs und andere entsprechende Sektor­politiken gendergerecht gestaltet werden.