Fachlicher Hintergrund Caribbean Catastrophe Risk Insurance Facility (CCRIF)

Die Caribbean Catastrophe Risk Insurance Facility (Externer Link) (CCRIF) für karibische Staaten war der erste regionale Versicherungspool dieser Art, als er 2007 gegründet wurde. 2015 wurde die Versicherung auf die Staaten Mittelamerikas ausgeweitet. Mittlerweile sind die zentralamerikanischen Länder Guatemala, Panama und Nicaragua beigetreten.

Er bietet Absicherung gegen Wirbelstürme, Erdbeben und Starkregen. Dabei geht die Unterstützung über die Versicherungsauszahlungen hinaus: den Ländern wird ebenfalls technische Beratung für den Wiederaufbau zur Verfügung gestellt. CCRIF beteiligt sich an Bauprojekten für Flutwälle, kritische Infrastruktur sowie Frühwarnsysteme. Dabei wird darauf geachtet, Klima- und Katastrophenrisken für zukünftige Ereignisse zu reduzieren.

Seit der Gründung bis September 2020 wurden insgesamt 163 Millionen US-Dollar an 14 der 22 Mitgliedsstaaten ausgezahlt. Die Zahlungen erfolgen innerhalb von 14 Tagen nach dem Ereignis. Beispielsweise erhielt die Regierung der Bahamas umgehend eine Auszahlung von 12,8 Millionen US-Dollar, nachdem zwei der 16 Hauptinseln am 1. September 2019 vom Hurrikan Dorian verwüstet wurden. Im September 2020 hat CCRIF infolge des tropischen Wirbelsturms Laura 7,4 Millionen US-Dollar an Haiti ausgezahlt. Die größte Einzelauszahlung belief sich auf 20,4 Millionen US-Dollar, die 2016 an die Regierung von Haiti im Zuge des tropischen Wirbelsturms ging. Deutschland unterstützt den Risikopool seit 2015 mit 12,5 Millionen US-Dollar.

Das neuste Versicherungsprodukt der CCRIF ist die “Caribbean Oceans and Aquaculture Sustainability Facility” (COAST): In Kooperation mit der Weltbank wurde eine parametrische Klimarisikoversicherung für den Fischereisektor entwickelt und implementiert. Es umfasst eine Komponente zum Schutz der Lebensgrundlagen (direkte Versicherung) und eine Komponente gegen tropische Wirbelstürme (staatliche, indirekte Versicherung). Für das Jahr 2019/2020 wird dieses Instrument in den zwei Pilotländern Grenada und St. Lucia über die Regierungen umgesetzt. Die Karibik ist somit die erste Region weltweit mit solch einem Risikofinanzierungsinstrument. Die Einführung einer neuen Dürreversicherung ist für das Geschäftsjahr 2020/21 geplant.