Fachlicher Hintergrund Was versteht man unter Klimarisikofinanzierung?

Extremwetterereignisse sind unterschiedlich stark und häufig. Um den daraus resultierenden Klimarisiken wirksam zu begegnen, werden aufeinander abgestimmte Instrumente der Risikofinanzierung benötigt, die jeweils unterschiedliche Finanzierungsbedarfe abdecken: Direkte und indirekte Klimarisikoversicherungen, Garantien, Bonds oder (Reserve-)Fonds sowie Kredite oder Zuschüsse helfen betroffenen Menschen, sich einerseits schnell von Katastrophen zu erholen und sich andererseits zukünftig besser davor zu schützen.

Klimarisikofinanzierung ist dann am wirksamsten, wenn sie in eine umfassende Risikomanagementstrategie eines Landes eingebettet und in die Budget- und Kreditlinien eines Staatshaushaltes einkalkuliert ist. Jedes Finanzierungsmodell sollte fallspezifisch anhand der lokalen Gegebenheiten und Risikofaktoren identifiziert werden, um einen möglichst hohen Nutzen für die betroffenen Menschen zu gewährleisten. Die Wahl des effizientesten Instruments wird aufgrund des gegebenen Risikos bestimmt – beispielsweise sind bei kleinen, oft wiederkehrenden Ereignissen eher Reservefonds im Staatshaushalt geeignet, während Extremereignisse am effektivsten durch Versicherungen abgedeckt werden können.

Über eine ganzheitliche Klimarisikofinanzierung haben Regierungen, humanitäre Akteure oder andere Organisationen im Falle einer Katastrophe schnellen Zugriff auf finanzielle Mittel. Das entlastet den Staatshaushalt und schafft finanzielle Sicherheit und Planbarkeit. Auf staatlicher Ebene ist dabei entscheidend, dass vorab definiert wird, wie im Katastrophenfall die Auszahlung der Mittel erfolgen soll, damit die ärmsten und verwundbarsten Bevölkerungsgruppen davon schnell profitieren und Folgeeffekte minimiert werden.