Reisernte in Bangladesch

Direkte Versicherungsansätze

Bei direkten Versicherungen, darunter auch Mikroversicherungen, sichern sich Privatpersonen oder Unternehmen, wie etwa Mikrofinanzinstitute oder Saatgutfirmen, gegen Risiken ab, beispielsweise gegen Ernteausfälle infolge einer Dürre. Im Schadensfall erhalten sie direkte finanzielle Leistungen. 

Auch bei direkten Versicherungen können indexbasierte Versicherungsprodukte eingesetzt werden. Genau wie bei indirekten Versicherungsansätzen wird bei diesem Versicherungstyp die Auszahlung an die Versicherungsnehmer anhand parametrischer Modelle bemessen. Die verwendeten Daten stehen in der Regel in direktem Zusammenhang mit dem Risiko, gegen das sich der Versicherungsnehmer schützen möchte, zum Beispiel die Windgeschwindigkeit oder die Niederschlagsmenge. Mithilfe dieser Modelle und der darin festgelegten Trigger werden Verluste und Schäden berechnet, die sich aus dem Risiko ergeben, welches die Versicherung abdeckt. Diese Form von Versicherungen hat oft den Vorteil, dass sie eine zügige Auszahlung an betroffene Versicherte gewährleisten kann. 

Ein Ziel der InsuResilience Global Partnership, der globalen Partnerschaft zum Ausbau von Finanzierungs- und Versicherungslösungen für Klima- und Katastrophenrisiken, ist es, die Angebote für direkte Klimarisikoversicherungen zu verbessern. Das globale Netzwerk erarbeitet gemeinsam konkrete Empfehlungen. Versicherungsunternehmen sind dabei wichtige Partner – nicht nur, weil sie Risikokapital bereitstellen können, sondern auch, weil sie über Wissen, Daten sowie innovative Technologien verfügen.

Um den lokalen Bedarfen angepasste Produkte zu entwickeln, steht die Zusammenarbeit mit lokalen Versicherungsunternehmen und Mikrofinanzinstitutionen im Vordergrund. Dabei wird darauf geachtet, dass die Produkte vor allem den ärmsten und vulnerablen Menschen zugänglich sind. Gemeinsam werden den vielfältigen Herausforderungen entsprechende Lösungen entgegengesetzt. Beispielsweise bringt die Entwicklung indexbasierter Versicherungsprodukte hohe Startkosten mit sich. Ebenso ist der Zugang zu den notwendigen wetterbezogenen Daten für Risikomodelle und -analysen kostspielig. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit setzt auf die Umsetzung innovativer Ansätze unter Einbindung moderner Technologien. 

Im Rahmen der InsuResilience Global Partnership fördert Deutschland zum Beispiel in Indien ein Projekt, das mithilfe eines satellitenbasierten Ansatzes Klimarisikoversicherungen erschwinglicher und zugänglicher macht. Die Zielgruppe sind in erster Linie arme und vulnerable Frauen, die als Landwirtinnen, Arbeiterinnen sowie Kleinstunternehmerinnen arbeiten. Der Ansatz sieht vor, frei verfügbare Satellitendaten zum Zwecke einer automatisierten Erkennung von Hochwasser nutzbar zu machen. Insgesamt zielt die indexbasierte Klimarisikoversicherung darauf ab, Einkommensverluste der Versicherungsnehmerinnen ausgelöst durch Dürren, Zyklone, Erdbeben und Überschwemmungen abzudecken. Der Vertrieb des Versicherungsproduktes erfolgt über Mikrofinanzinstitutionen. 

Weitere Informationen (Externer Link) zur Entwicklung des Versicherungsmarktes in Indien (auf Englisch)