Frauen in der Provinz Sofala in Mosambik, die ein Jahr nach dem verheerenden Wirbelsturm Idai noch vom Welternährungsprogramm unterstützt werden

Indirekte Versicherungsansätze

Bei indirekten Versicherungen, auch Makroversicherungen genannt, sind Regierungen die Versicherungsnehmer. Im Schadensfall erhalten sie die Auszahlungen und setzen die finanziellen Mittel für die betroffenen Bevölkerungsgruppen ein.

Humanitäre Hilfsorganisationen können Staaten unterstützen und solche Versicherungen ergänzen, indem sich durch eine Replica Police die Summe des versicherten Schadens erhöht. Die Regierungen können sich als Versicherungsnehmer einzeln oder in regionalen Risikopools gegen Klima- und Katastrophenrisiken absichern. Bei Letzteren versichern sich mehrere Länder in einer Region gemeinsam, wodurch Risiken diversifiziert werden und sich damit die Versicherungsprämien reduzieren. So wird der Abschluss von Klimarisikoversicherungen erschwinglicher. 

Bei indirekten Klimaversicherungen werden häufig indexbasierte beziehungsweise parametrische Lösungen genutzt. Dabei wird die Versicherungsauszahlung nicht anhand des entstandenen Schadens berechnet, sondern durch einen Trigger (beispielsweise Windgeschwindigkeit oder Niederschlagsmenge) ausgelöst und eine vordefinierte Auszahlung eingeleitet. Indexbasierte Versicherungen sind dadurch schneller und günstiger in der Abwicklung der Versicherungsleistung zugunsten der Versicherten.

Ein wichtiges Instrument zum Klimarisikomanagement sind vorab erstellte Notfallpläne, die im Katastrophenfall direkt zum Einsatz kommen und die entsprechenden Prozesse und Verantwortlichkeiten klar definieren. Damit erhalten die betroffenen Menschen schnellstmöglich Unterstützung. Einige Versicherungsprodukte, wie zum Beispiel von dem regionalen Risikopool African Risk Capacity (ARC), verpflichten Versicherungsnehmer zur Erstellung solcher Pläne.

Deutschland hat beim Aufbau von drei regionalen Risikopools in Afrika (ARC), in der Karibik (Caribbean Catastrophe Risk Insurance Facility, CCRIF) und im Pazifik (Pacific Catastrophe Risk Assessment and Financing Initiative, PCRAFI) wesentlich mitgewirkt. Zusätzlich fördert Deutschland auch mehrere globale und regionale Implementierungsprogramme, die den weiteren Ausbau dieser Risikopools und verschiedene indirekte Versicherungsansätze mit technischen und finanziellen Mitteln unterstützen. Zu den globalen Implementierungsprogrammen gehören unter anderem die Global Risk Financing Facility (GRIF), der InsuResilience Investment Fund (IIF), der InsuResilience Solutions Fund (ISF) sowie der Natural Disaster Fund (NDF). Zu weiteren regionalen Implementierungsprogrammen zählt der Asia-Pacific Climate Finance Fund (ACliFF),ein von Deutschland und der Asiatischen Entwicklungsbank aufgesetztes Programm, das sich speziell an asiatische Entwicklungsländer richtet.