Sambia: Harison und Sarah Mbao sind Vertragspartner von COMACO (Community Markets for Conservation). Das gemeinnützige Unternehmen kauft die Erdnussernte der kleinbäuerlichen Familien zu einem fairen Preis auf.

Son­der­initia­ti­ve "EI­NEWELT oh­ne Hun­ger" Grü­nes In­no­va­ti­ons­zen­trum Sam­bia

Das Hauptnahrungsmittel der Menschen in Sambia ist Mais. Gemüse, andere Getreidesorten oder Obst tauchen auf dem Speiseplan kaum auf. Das hat ernste Folgen: 40 Prozent der Bevölkerung leiden durch die einseitige Ernährung unter Mangelerscheinungen; ihnen fehlen Vitamine, Mineralstoffe und Proteine. Darüber hinaus sind viele Böden durch den ausschließlichen Anbau von Mais ausgelaugt und unfruchtbar. Mit Soja, Erdnüssen und Milch will das Grüne Innovationszentrum in Sambia der Monokultur Mais und einseitiger Ernährung etwas entgegensetzen.

Was ist in­no­va­tiv?

Erd­nüs­se vom Feld in den Han­del: Das gemeinnützige Unternehmen Comaco (Community Markets for Conservation) kauft die Erdnussernte der kleinbäuerlichen Familien auf, röstet sie oder verarbeitet sie zu Butter und bringt sie in den Handel. Je umweltfreundlicher die Produktion ist, desto mehr Geld erhalten die Bauern für ihre Ernte.

Jo­ghurt un­ter ei­ge­ner Mar­ke: Die Ge­nos­sen­schaf­ten der Milch­bau­ern ver­ar­bei­ten ei­nen Teil der an­ge­lie­fer­ten Milch selbst zu Trink­jo­ghurt und ent­wi­ckeln ei­ne ei­ge­ne Mar­ke. Das Pro­dukt ist be­reits in ver­schie­de­nen Ge­schmacks­rich­tun­gen zu ha­ben.

Klei­ner Baum mit gro­ßer Wir­kung: Zehntausende Kleinbäuerinnen und -bauern im Osten Sambias haben in den vergangenen Jahren Gliricidia-Bäume auf ihre Felder gepflanzt. Der kleinwüchsige Baum führt dem Boden Stickstoff zu und seine Blätter sind guter Dünger. So macht er ausgelaugte Böden wieder fruchtbar und bietet Erdnuss- und Sojapflanzen Schutz vor der Sonne.

Un­se­re Zie­le

  • 14 Pro­zent Ein­kom­mens­stei­ge­rung bei 70.000 Klein­bäue­rin­nen und Klein­bau­ern
  • 300 neue Ar­beits­plät­ze
  • Aus- und Fort­bil­dun­gen für 120.000 Klein­bäue­rin­nen und Klein­bau­ern

We­ge zum Er­folg: Erd­nuss­but­ter in Bio­qua­li­tät

Schon am frü­hen Mor­gen ste­hen rund 20 Män­ner vor dem Tor der Le­bens­mit­tel­fa­brik von Co­ma­co im Ge­wer­be­ge­biet von Chip­a­ta, im Os­ten Sam­bi­as. Sie war­ten auf ei­nen Job. Fast je­den Tag gibt es Last­wa­gen vol­ler Sä­cke mit So­ja oder Erd­nüs­sen zu ent­la­den. Das schaf­fen die knapp 80 fest an­ge­stell­ten Ar­beits­kräf­te in der Pro­duk­ti­on nicht al­lein. "Wir be­zah­len ein gu­tes Drit­tel mehr als den Min­dest­lohn", sagt Chisan­ga Shu­la, der Pro­duk­ti­ons­ma­na­ger.

Am Ran­de des zweit­grö­ß­ten Wild­parks des süd­ost­afri­ka­ni­schen Lan­des för­dert das ge­mein­nüt­zi­ge Un­ter­neh­men Co­ma­co land­wirt­schaft­li­che Ak­ti­vi­tä­ten der Klein­bau­ern, die mit dem Schutz von Tier- und Pflan­zen­welt ver­ein­bar sind. Die Le­bens­mit­tel­fa­brik ver­ar­bei­tet die Pro­duk­te von rund 20.000 Far­mern. Das hat die Er­näh­rungs­ba­sis der klein­bäu­er­li­chen Fa­mi­li­en ver­bes­sert und ih­re Ein­kom­men fast ver­drei­facht.

Un­ter der ei­ge­nen Mar­ke "It's wild" ver­kauft Co­ma­co die Pro­duk­te un­ter an­de­rem an zwei gro­ße Su­per­markt­ket­ten im Land, in de­nen die wach­sen­de Mit­tel­schicht Sam­bi­as ein­kauft. Vor al­lem Erd­nuss­but­ter wird hier stark nach­ge­fragt. "Um die ra­sant stei­gen­de Nach­fra­ge be­die­nen zu kön­nen, müs­sen wir drin­gend in ei­ne ef­fi­zi­en­te­re Pro­duk­ti­on in­ves­tie­ren", er­klärt Chisan­ga Shu­la. Da­bei un­ter­stützt ihn das Grü­ne In­no­va­ti­ons­zen­trum eben­so wie bei Schu­lun­gen neu­er Bau­ern­grup­pen.

Bauern in Nigeria dreschen Reis.
Flagge von Sambia