Beratung zum Thema Verhütungsmittel in einer Gesundheitsstation in Bujumbura, Burundi. Eine Frau mit einem Kind auf dem Schoß sitzt am Tisch. Ihr gegenüber sitzt eine Beraterin in einem weißen Kittel und zeigt ihr eine Tablettenpackung.

Gender und Gesundheit Recht auf Selbstbestimmung als Leitbild der Entwicklungszusammenarbeit 

Die sexuelle und reproduktive Gesundheit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und die damit verbundenen Rechte sind eine wichtige Grundlage für die Gesundheit, Selbstbestimmung und Lebensplanung von Mädchen und Frauen.

Zu früh geborenes Kind in einer Neugeborenenstation im Nyangya General Hospital in Nigeria

Mit der Agenda 2030 hat sich die inter­na­tio­nale Staaten­ge­mein­schaft zum Ziel ge­setzt, die sexuelle und re­pro­duk­tive Ge­sund­heit für alle zu ver­bes­sern. Dies schließt die Sen­kung der Mütter­sterb­lich­keit (globales Ent­wick­lungs­ziel 3.1) eben­so ein wie den Zu­gang zu Fa­mi­lien­pla­nung, In­for­ma­tion und Aufk­lärung (globale Ent­wick­lungs­ziele 3.7 und 5.6). Auch sollen die all­ge­meine Ge­sund­heits­ver­sor­gung, ein­schließ­lich der Ab­sicherung gegen finanzielle Risiken, der Zugang zu hoch­wer­ti­gen grund­le­gen­den Ge­sund­heits­diensten und der Zu­gang zu sicheren, wirk­samen, hoch­wertigen und be­zahl­baren un­ent­behr­lichen Arz­nei­mitteln und Impf­stoffen für alle Menschen er­reicht werden (Ziel 3.8).

Die Erreichung dieser Ziele ist allerdings gefährdet: Aufgrund der Corona-Pandemie wurden viele Maßnahmen und Dienste im Bereich sexuelle Gesundheit und Rechte eingeschränkt, ursprünglich dafür eingeplante finanzielle Mittel wurden in die Pandemiebekämpfung investiert.

Hintergrund Situation in Entwicklungsländern

Gender und Gesundheit Deutsches Engagement

Jede Frau hat das Recht selbst zu entscheiden, ob, wann und wie viele Kinder sie haben möchte. Die internationale Staatengemeinschaft hat dieses Recht in verschiedenen internationalen Vereinbarungen, insbesondere dem Aktionsprogramm der Welt­be­völ­ke­rungs­kon­ferenz von Kairo 1994, anerkannt. Der Grundsatz ist auch Leitbild der deutschen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit.

Demonstration einer Geburt auf der Geburtsstation des Nkhoma-Krankenhauses in Malawi, wo im sogenannten Skills Lab Hebammen und Geburtshelfer weitergebildet werden.

Demonstration einer Geburt auf der Geburtsstation des Nkhoma-Krankenhauses in Malawi, wo im sogenannten Skills Lab Hebammen und Geburtshelfer weitergebildet werden.

Demonstration einer Geburt auf der Geburtsstation des Nkhoma-Krankenhauses in Malawi, wo im sogenannten Skills Lab Hebammen und Geburtshelfer weitergebildet werden.

Zusammen mit anderen gleichgesinnten Staaten setzt sich Deutschland dafür ein, die Gleichberechtigung der Geschlechter und das Recht auf sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung in weiteren internationalen Vereinbarungen zu verankern.

Das deutsche entwicklungspolitische Engagement umfasst ein breites Spektrum an Maßnahmen: Sexualaufklärung und HIV-Prävention, Bildungsarbeit, Familienplanung und die Versorgung bei Schwangerschaft und Geburt gehören ebenso dazu wie die Vorbeugung und Behandlung sexuell übertragbarer Krankheiten, die Prävention geschlechtsspezifischer Gewalt und Maßnahmen zur Überwindung der weiblichen Genitalverstümmelung.

Deutsches Engagement Förderung deutlich erhöht

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat seine finanziellen Mittel zur Stärkung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte in Entwicklungsländern in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Unter anderem hat das BMZ die Initiative "Selbstbestimmte Familienplanung und Müttergesundheit" ins Leben gerufen.

Das BMZ unterstützt die Kooperationsländer dabei, ihre Gesundheitssysteme zu stärken und gender­gerecht (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) auszugestalten, Reformen zur Gesundheitsfinanzierung und sozialen Krankenversicherung anzustoßen und die Ausbildung von Fachkräften, insbesondere für die Geburtshilfe, zu verbessern. Um den Zugang zur Familienplanung zu verbessern, unterstützt Deutschland seine Partnerländer dabei, Beratungsangebote auszubauen und die Auswahl an modernen Verhütungsmitteln zu erhöhen.

Im Rahmen von Sexualaufklärung auf Gemeindeebene und an Schulen werden Jugendliche darüber informiert, wie sie sich vor ungeplanten Schwangerschaften und sexuell übertragbaren Krankheiten schützen können. Die Angebote tragen auch zu einer erhöhten Akzeptanz von Verhütungsmitteln und dem Empowerment (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) von Mädchen und Frauen bei. Die von Deutschland geförderten Programme richten sich nicht nur an Mädchen und Frauen, sondern zielen auch darauf ab, Jungen und Männer stärker in die Verantwortung einzubeziehen.

Auch auf internationaler Ebene setzt sich das BMZ dafür ein, dass den Themen Familienplanung und Müttergesundheit eine höhere Bedeutung beigemessen wird. Das BMZ engagiert sich in einer Vielzahl von internationalen Organisationen und Initiativen. Unterstützt werden unter anderem die Internationale Föderation für Familienplanung (Externer Link) (IPPF (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)), der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (Externer Link) (UNFPA (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) und die Global Financing Facility (Externer Link) (GFF).