Menschen auf der Flucht Zahlen und Fakten

Das Völkerrecht zieht eine klare Trennlinie zwischen Menschen, die aufgrund bestimmter und definierter äußerer Einflüsse zur Flucht gezwungen sind (Flüchtlinge (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)), und Menschen, die aus eigenem Antrieb auf der Suche nach besseren Lebensperspektiven ihr Land verlassen (Migrantinnen und Migranten (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)).

Eine Frau mit ihren Kindern in einem Binnenflüchtlingslager im Südsudan
Eine Frau mit ihren Kindern in einem Binnenflüchtlingslager im Südsudan
Syrische Flüchtlinge in einem UNHCR-Registrierungszentrum im Libanon

Flucht und Migration Grundlagen und Begriffe Interner Link

Was ist der Unterschied zwischen Flüchtlingen, Migrantinnen und Migranten, Asylsuchenden und Binnenvertriebenen?

Insgesamt 30,2 Millionen Menschen haben bis Ende 2019 außerhalb ihres Landes Zuflucht gesucht. 26 Millionen von ihnen fallen unter den Schutz der Genfer Flüchtlingskonvention (Externer Link), bei 4,2 Millionen ist der Status noch nicht geklärt.

Nur ein kleiner Teil der Flüchtlinge macht sich auf den Weg nach Europa. Rund 85 Prozent bleiben in der Region und werden von Entwicklungsländern aufgenommen. Diese Länder schultern den größten Teil der Belastungen, die die Fluchtbewegungen mit sich bringen.

Die meisten Flüchtlinge kamen 2019 aus Syrien, Venezuela, Afghanistan , dem Südsudan und Myanmar. Hauptaufnahmeländer von Flüchtlingen waren die Türkei, Kolumbien und Pakistan.

Mehr als 45 Millionen Menschen sind nach Schätzungen innerhalb ihres Herkunftslandes auf der Flucht. Für diese sogenannten Binnenvertriebenen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) gilt die Genfer Flüchtlingskonvention nicht, da sie keine international anerkannte Grenze überschritten haben. Sie haben somit kein Anrecht auf völkerrechtlichen Schutz, sind aber in der Regel genauso gefährdet wie Flüchtlinge und nicht selten Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt.

Kolumbien war 2019 das Land mit den meisten Binnenvertriebenen (7,9 Millionen), gefolgt von Syrien (6,1 Millionen) und der Demokratischen Republik Kongo (5 Millionen).

Auch Menschen, die ihr Land wegen sozialer und wirtschaftlicher Perspektivlosigkeit oder Unzufriedenheit mit ihrer Regierung verlassen, fallen nicht unter das internationale Flüchtlingsschutzsystem. Einige von ihnen wandern irregulär in andere Länder ein und nehmen dabei große Gefahren auf sich. Beispielsweise wenn sie sich in die Hände von Schleppern begeben oder ausbeuterische Beschäftigungsverhältnisse eingehen. Andere emigrieren auf regulären Wegen.

Im Juni 2020 gab es laut Angaben der Vereinten Nationen 281 Millionen internationale Migrantinnen und Migranten.