Menschen auf der Flucht Zahlen und Fakten

Das Völkerrecht zieht eine klare Trennlinie zwischen Menschen, die auf­grund bestimmter und defi­nier­ter äußerer Einflüsse zur Flucht gezwungen sind (Flüchtlinge (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)), und Menschen, die aus eigenem Antrieb auf der Suche nach besseren Lebens­perspek­tiven ihr Land ver­lassen (Migrantinnen und Migranten (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)).

Eine Frau mit ihren Kindern in einem Binnenflüchtlingslager im Südsudan
Eine Frau mit ihren Kindern in einem Binnenflüchtlingslager im Südsudan
Syrische Flüchtlinge in einem UNHCR-Registrierungszentrum im Libanon

Flucht und Migration Grundlagen und Begriffe Interner Link

Was ist der Unterschied zwischen Flüchtlingen, Migrantinnen und Migranten, Asylsuchenden und Binnenvertriebenen?

Insgesamt 34,4 Millionen Menschen haben bis Ende 2020 außerhalb ihres Landes Zuflucht gesucht. Ein Großteil fällt dabei unter den Schutz der Genfer Flüchtlings­konvention (Externer Link).

Nur ein kleiner Teil der Flüchtlinge macht sich auf den Weg nach Europa. Etwa 86 Prozent bleiben in der Region und werden von Ent­wick­lungs­ländern auf­genommen. Diese Länder schultern den größten Teil der Belastungen, die die Flucht­bewegungen mit sich bringen.

Die meisten Menschen, die gezwungen werden, ihr Land zu verlassen, kamen 2020 aus Sy­rien, Vene­zuela, Afgha­nistan , dem Südsudan und Myanmar. Haupt­aufnahme­länder von Flüchtlingen waren die Türkei, Kolumbien, Deutschland, Pakistan und Uganda.

Rund 48 Millionen Menschen sind nach Schätzungen inner­halb ihres Herkunfts­landes auf der Flucht vor Gewalt und Konflikten. Für diese sogenannten Binnen­vertriebenen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) gilt die Genfer Flücht­lings­konvention nicht, da sie keine inter­national anerkannte Grenze über­schritten haben. Sie haben somit kein Anrecht auf völker­recht­lichen Schutz, sind aber in der Regel genauso gefährdet wie Flüchtlinge und nicht selten Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt.

Syrien war 2020 das Land mit den meisten Binnenvertriebenen (6,6 Millionen), gefolgt von der Demokratischen Republik Kongo (5,3 Millionen) und Kolumbien (4,9 Millionen).

Auch Menschen, die ihr Land wegen sozialer und wirt­schaft­licher Perspektiv­losig­keit oder Unzufriedenheit mit ihrer Regierung verlassen, fallen nicht unter das internationale Flücht­lings­schutz­system. Einige von ihnen wandern irregulär in andere Länder ein und nehmen dabei große Gefahren auf sich. Beispiels­weise wenn sie sich in die Hände von Schleppern begeben oder ausbeuterische Beschäfti­gungs­verhältnisse eingehen. Andere emigrieren auf regulären Wegen.

Im Juni 2020 gab es laut Angaben der Vereinten Nationen 281 Millionen internationale Migrantinnen und Migranten.