Flüchtlingskinder werden in einer Zeltsiedlung für syrische Flüchtlinge im Libanon unterrichtet.

Deutsches Engagement Übergangshilfe

Mit der Übergangshilfe verfügt das BMZ über ein schnell und flexibel einsetzbares entwicklungspolitisches Instrument zur Krisenbewältigung. Die Übergangshilfe ist klar auf die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen ausgerichtet und stärkt die Widerstandsfähigkeit (Resilienz) von Individuen und Institutionen in den Bereichen Ernährungssicherung, Wiederaufbau von Basisinfrastruktur, Katastrophenrisikomanagement und friedliches und inklusives Zusammenleben.

Die Übergangshilfe versucht damit, den Kreislauf von Anfälligkeit gegenüber wiederkehrenden Krisen und die Abhängigkeit von externer Hilfe zu durchbrechen und eine eigenständige nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zur Verknüpfung von humanitärer Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und Frieden im Sinne des Humanitarian-Development-Peace-Nexus.

Flüchtlinge, Binnenvertriebene und Rückkehrende sind besonderen Risiken ausgesetzt und damit wichtige Zielgruppen der Übergangshilfe. Sie unterstützt Menschen auf der Flucht, wieder Fuß zu fassen – sei es in der Gemeinde, in der sie Zuflucht gefunden haben, oder als Rückkehrende in ihrer Heimatregion. Dafür sind der Wiederaufbau der Infrastruktur, die Bereitstellung von Basisdienstleistung und die Schaffung neuer wirtschaftlicher Perspektiven essenziell. Gleichzeitig wird darauf geachtet, den sozialen Zusammenhalt zu stärken und alle Maßnahmen konfliktsensibel, gewaltpräventiv und friedensfördernd zu gestalten.

Vor allem in Gemeinden, in denen sich Menschen auf der Flucht niedergelassen haben, ist es wichtig, Konflikten um ohnehin schon knappe Ressourcen wie Trinkwasser vorzubeugen und darauf zu achten, dass auch die Mitglieder der Aufnahmegemeinden von den Projekten profitieren. Nur so kann gleichzeitig der Druck auf die Aufnahmeländer gemindert werden.


Beispiele aus der Praxis

Kurdistan-Irak
Flüchtlinge in einem Camp für Binnenvertriebene in der Region Kurdistan-Irak

Bessere Lebensbedingungen für Flüchtlinge und Einheimische Interner Link

Im Irak wurden mit Unterstützung durch das BMZ allein in der Provinz Dohuk 21 Flüchtlingscamps für bis zu 385.000 Menschen eingerichtet.

Libanon
Die UNICEF-Initiative "No lost generation" will durch Bildungsangebote und psychosoziale Hilfe verhindern, dass in Syrien eine "verlorene Generation" heranwächst, die nur Krieg und Zerstörung erlebt hat.

Bildung für alle Interner Link

Das libanesische Bildungsministerium hat ein landesweites Programm eingeführt, um alle Kinder mit Bildung zu erreichen. Umgesetzt wird es unter anderem vom Kinderhilfswerk UNICEF im Rahmen seiner Initiative "No lost generation".