Jugendliche spielen Basketball in Kismaayo, Somalia

Zusammenarbeit konkret Somalia: Unterstützung für Rückkehrer

Bürgerkrieg, die Gewalt der Terrormiliz al-Shabaab und Hunger haben in Somalia seit den 1990er Jahren fast vier Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Mehr als 800.000 von ihnen haben Schutz im Ausland gesucht, drei Millionen haben laut Angaben der Vereinten Nationen Zuflucht in sicheren Regionen Somalias gefunden (Stand: Dezember 2020). Dorthin kehren nun auch immer mehr somalische Flüchtlinge aus dem Ausland zurück. Seit 2014 waren es mehr als 92.000 (Stand: April 2021).

In den Aufnahmegemeinden konkurrieren nun Ortsansässige, Vertriebene und Rückkehrende um die ohnehin knappen Ressourcen. Um konfliktfrei miteinander leben zu können, brauchen alle Bevölkerungsgruppen die Chance auf Arbeit und ausreichend Nahrung und auch die öffentlichen Strukturen müssen an die gestiegenen Bevölkerungszahlen angepasst werden. Für die durch Krieg und Flucht traumatisierten Binnenvertriebenen und Rückkehrenden ist zudem psychosoziale Unterstützung für einen erfolgreichen Neuanfang erforderlich.

Das BMZ fördert ein Projekt der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in der Stadt Kismaayo im Süden Somalias, das Perspektiven für die verschiedenen Bevölkerungsgruppen schaffen soll. In Kismaayo leben die meisten der seit 2016 aus Kenia zurückgekehrten Flüchtlinge.

In Zusammenarbeit mit somalischen Partnerorganisationen bietet das Projekt allen Einwohnern Angebote zur beruflichen Fortbildung in Handwerksberufen wie Elektrik, Tischlerei oder Schneiderei. Wer ein kleines Unternehmen gründen will, erhält Startkapital, Beratung und Begleitung. Besonders gefördert werden Jugendliche und Frauen, die ihre Familien allein versorgen müssen. Verschiedene Frauenkooperativen haben mit ihren neuen Geschäftsideen für geschnittenes Weißbrot- und Marmorkuchenherstellung sowie spezielle Stickereien für Kleidungstücke und Innenausstattung neue Märkte erobert und Arbeitsplätze geschaffen. Innovationen in der Verarbeitung, Herstellung und dem Verkauf von Eis, Milch- und Joghurtprodukten schafften Nischen für neue Produkte wie den Kismayo-Joghurt.

Neben den direkt auf die (Re-)Integration der Binnenvertriebenen und Rückkehrenden fokussierten Maßnahmen fördert das Projekt auch die Kompetenzentwicklung in den zuständigen lokalen Behörden und Institutionen.

Zudem wird das Vorhaben auf die verstärkte Nachfrage der in Kismayo lebenden Bevölkerung nach Dienstleistungen zur Verbesserung des psychosozialen Wohlbefindens eingehen.

Einweihung eines neuen Brunnens in einem Camp für Binnenvertriebene und Rückkehrer

Einweihung eines neuen Brunnens in einem Camp für Binnenvertriebene und Rückkehrer

Einweihung eines neuen Brunnens in einem Camp für Binnenvertriebene und Rückkehrer

Bisherige Ergebnisse (Auswahl)

  • 850 arbeitslose Jugendliche und Frauen haben gelernt, wie sie ihr eigenes Unternehmen gründen und haben Zugang zu Mikrokrediten erhalten. Mehr als 1.000 junge Menschen haben an Tischler-, Schweißer-, Kosmetikschulungen sowie an Schulungen als Servicepersonal im Hotelgewerbe teilgenommen.
  • Mehr als 900 Personen, darunter diverse Frauenkooperativen, haben ihre Geschäftsideen verwirklicht und erwirtschaften ihr Einkommen mit dem Verkauf neuer Produkte, wie zum Beispiel dem Kismayo-Joghurt oder speziellen Stickereien für Kleidungstücke und Innenausstattung.
  • 150 jungen Leuten wurde nach gezielter beruflicher Vorbereitung bei kombinierten Job- und Handelsmessen ein langfristiger Arbeitsplatz vermittelt.
  • Insgesamt profitieren mehr als 80.000 Binnenvertriebene, Rückkehrende sowie die lokale Bevölkerung direkt oder indirekt von den Aktivitäten des Projekts.