Flüchtlinge in einem Camp für Binnenvertriebene in der Region Kurdistan-Irak

Zusammenarbeit konkret Kurdistan-Irak: Bessere Lebensbedingungen für Flüchtlinge und Einheimische

Der Ausbruch der Syrienkrise im Jahr 2011 und der Vormarsch des sogenannten Islamischen Staates führten zu einer weitreichenden Vertreibung innerhalb des Irak sowie mehr als 240.000 syrischen Flüchtlingen. Viele von ihnen sind in die Region Kurdistan im Nordirak geflüchtet.

Auch heute gibt es im Irak immer noch mehr als 1,2 Millionen Binnenvertriebene und die Menschen aus Syrien, die im Irak Zuflucht gefunden haben (Stand: Februar 2021).

Die kurdische Regionalregierung unternimmt mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft enorme Anstrengungen, um Flüchtlinge, Binnenvertriebene und die aufnehmende Bevölkerung zu versorgen. Allein in der Provinz Dohuk wurden 21 Camps für die insgesamt rund 385.000 Menschen eingerichtet. (Stand: Februar 2019).

Im Auftrag des BMZ ist die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in den Camps der Region Dohuk aktiv. In enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Welthungerhilfe, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und lokalen Organisationen unterstützt die GIZ die örtlichen Behörden beim Aufbau von Infrastruktur.

So wurden durch die Übergangshilfe zum Beispiel fünf Gesundheitsstationen in den Camps eingerichtet. Außerdem hat die GIZ in Zusammenarbeit mit UNICEF sieben Schulen gebaut und ausgestattet. In den Städten Dohuk und Zakho entstehen drei weitere Schulen. Auch die psychosoziale Betreuung und rechtliche Beratung von Flüchtlingen zählt zu den Schwerpunkten des deutschen Engagements. Dafür wurden in sechs Camps Gemeindezentren eingerichtet. Über die sechs Gemeindezentren in den Camps für Binnenvertriebene Kabarto I, Kabarto II, Shariya, Rwanga Community, Chamishku, Bajikandala II werden jährlich mindestens rund 9.000 Menschen erreicht.

Die verschiedenen Maßnahmen tragen dazu bei, die Lebensbedingungen der Binnenvertriebenen, Flüchtlinge und Einheimischen zu verbessern. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller hatte der kurdischen Regionalregierung das Vorhaben bei seinem Besuch im Nordirak im Oktober 2014 zugesagt. Bislang hat das BMZ dafür insgesamt circa 255 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die erfolgreichen Ansätze des Vorhabens sollen in den kommenden zwei Jahren fortgeführt und weiter ausgebaut werden.

Kinder spielen Fußball in einem Flüchtlingscamp des UNHCR in der Region Kurdistan-Irak

Kinder spielen Fußball in einem Flüchtlingscamp des UNHCR in der Region Kurdistan-Irak

Kinder spielen Fußball in einem Flüchtlingscamp des UNHCR in der Region Kurdistan-Irak

Ergebnisse des bisherigen Engagements (Auswahl)

  • 500 Familienzelte und 20 Großraumzelte wurden als Übergangsunterkünfte und für soziale und kulturelle Zwecke zur Verfügung gestellt. Zudem wurden 50 winterfeste Container aufgebaut. Hiervon profitierten weit mehr als 145.000 Menschen.
  • Der Zugang zu Bildung wurde durch die Sanierung beziehungsweise den Neubau von 46 Schulen verbessert.
  • Mehr als 44.000 zusätzliche Kinder können die Schule besuchen. Seit 2016 haben über 10.000 Menschen an professionellen Qualifizierungsmaßnahmen teilgenommen.
  • Rund 200.000 Menschen haben Zugang zu den vielfältigen Bildungs- und Beratungsangeboten der Gemeindezentren, die die GIZ in sechs Camps eingerichtet hat.
  • Mehr als 325.000 Binnenvertriebene und Flüchtlinge haben einen gesicherten Zugang zur Basisgesundheitsversorgung durch sechs Gesundheitszentren in verschiedenen Camps. Seit 2016 profitierten über 161.000 Menschen von einer verbesserten psychosozialen Unterstützung.
  • Mehr als anderthalb Millionen Menschen haben durch prioritäre Maßnahmen wieder Zugang zu sauberem Trinkwasser. Über 210.000 Menschen profitieren von einer besseren Trinkwasserversorgung (mehr als 100 Liter pro Person und Tag).
  • Mehr als 25.000 Menschen erzielen ein temporäres Einkommen durch Cash-for-Work.
  • 30.000 Menschen in den Camps kommen kleinere Infrastrukturmaßnahmen wie der Bau von Wasserleitungen und Abwasserkanälen oder die Ausbesserung von Straßen zugute.