Zusammen gegen Corona Weltweite Impfkampagne bietet Weg aus der Krise

Die Wissenschaft geht davon aus, dass die Menschheit bis auf Weiteres mit dem neuartigen Coronavirus und der Krankheit Covid-19 leben muss. Die internationale Staatengemeinschaft muss Strategien entwickeln, um dieser Herausforderung zu begegnen. Der einzige Weg, der aus der aktuellen Pandemie hinausführt und zukünftig weitere Infektionswellen verhindern kann, ist eine weltweite Impfkampagne.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller
Impfstoffe sind ein globales Gut. Wir müssen sicherstellen, dass auch die am härtesten getroffenen Menschen in den Entwicklungsländern ausreichend geimpft werden.
Gerd Müller Bundesentwicklungsminister
Standbild auf dem WHO-Video: The Access to COVID-19 Tools Accelerator

Video The Access to COVID-19 Tools Accelerator

A global collaboration to accelerate the development, production and equitable access to new COVID-19 diagnostics, therapeutics and vaccines.

Die inzwischen vorhandenen, gegen das Corona-Virus wirksamen Impfstoffe wurden in Rekordzeit entwickelt. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sich die wohlhabenden Länder, die lediglich 16 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen, zwei Drittel der weltweit verfügbaren Impfdosen gesichert haben.

Das Recht darauf, sich durch eine Impfung vor einer eventuell lebensbedrohlichen Infektionskrankheit zu schützen, haben jedoch alle Menschen.

Ärmere Länder bei der Verwirklichung dieses Rechts zu unterstützen, ist eine humanitäre Pflicht der reichen Staaten – dient aber auch dem eigenen Interesse: Es hilft niemandem weiter, wenn nur in wenigen Staaten die Bevölkerung geimpft wird. Das Virus kann dann jederzeit wieder aus anderen Ländern zurückkommen – möglicherweise sogar in Form von Mutationen, gegen die der vorhandene Impfschutz nicht ausreicht.

Wir besiegen Corona nur weltweit oder gar nicht

WHO-Gebäude in Genf

Bundesminister Müller in Genf Video: Pressegespräch

Mit WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus und Bundesminister Gerd Müller

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO (Externer Link)) schätzt, dass rund 5,6 Milliarden Menschen zweimal geimpft werden müssen , um die Covid-19-Pandemie zu beenden. Um das zu so schnell wie möglich zu erreichen, wurde unter Führung der WHO, der Impfallianz Gavi (Externer Link)und der Forschungsallianz CEPI (Externer Link) die Impfplattform COVAX (Externer Link) gegründet, die für eine gerechte Verteilung der Impfstoffe – auch in einkommensschwachen Ländern – sorgen soll.

Eines der ersten Teilziele der in der Impfstoffinitiative verankerten Impfstoffplattform COVAX Facility ist, bis Ende des laufenden Jahres mindestens 20 Prozent der Menschen in den 92 ärmsten Ländern zu impfen. Hierfür ist die Sicherstellung der Finanzierung der COVAX Facility wichtig.

Angesichts der inzwischen mehr als 2,5 Millionen Todesfälle und der ungeheuren wirtschaftlichen Schäden wäre es unverantwortlich und unvernünftig, eine weltweite Impfkampagne am Geld scheitern zu lassen.

Zahlen und Fakten Das deutsche Engagement

Insgesamt stellt Deutschland in den Jahren 2020 und 2021 über die globale Kooperationsplattform ACT-A (Access to Covid-19 Tools Acceleratorknapp 2,1 Milliarden Euro zur Entwicklung, Produktion und weltweit gerechten Verteilung von Covid-19-Impfstoffen, Diagnostika und Therapeutika zur Verfügung.


Von den knapp 2,1 Milliarden Euro hat Deutschland insgesamt 980 Millionen Euro der COVAX Facility für die Impfstoffbeschaffung in Entwicklungsländern zur Verfügung gestellt.

Start der Impfungen in Afrika

Am 24. Februar 2021 landete ein Flugzeug mit der ersten Lieferung von 600.000 Covid-19-Impfstoffen auf dem Flughafen in Accra/Ghana.

Am 24. Februar 2021 landete ein Flugzeug mit der ersten Lieferung von 600.000 Covid-19-Impfstoffen auf dem Flughafen in Accra/Ghana.

Am 24. Februar 2021 landete ein Flugzeug mit der ersten Lieferung von 600.000 Covid-19-Impfstoffen auf dem Flughafen in Accra/Ghana.

Rund 100 Tage nach dem Impfstart in Europa werden seit Ende Februar Impfdosen über die Impfplattform COVAX in Entwicklungsländer geliefert. In Ghana und Côte d’Ivoire wurden die ersten über die COVAX Facility beschafften Covid-19-Impfdosen verimpft.

Die COVAX Facility nutzt die bewährten Strukturen der globalen Impfallianz Gavi und ihrer Partner, die durch Impfprogramme schon seit vielen Jahren Kinder auf der ganzen Welt erfolgreich vor verschiedenen Infektionskrankheiten schützt.

In der ersten Tranche werden über die COVAX Faciltiy

  • knapp 240 Millionen Dosen des Vakzins von AstraZeneca (unter anderem aus der Lizenzproduktion des "Serum Institut of India") sowie
  • mehr als eine Million Dosen Pfizer/BioNTech-Impfstoff ausgeliefert.

Ziel der COVAX Facility ist, den 92 ärmsten Ländern bis Ende 2021 1,3 Milliarden Impfdosen zur Verfügung zu stellen.

Damit kann in diesen Ländern etwa ein Fünftel der Bevölkerung vor Covid-19 geschützt werden – vor allem Hochrisikogruppen und medizinisches Personal mit Kontakt zu Covid-Patienten.

Hier geht es zum Live Ticker der COVAX-Impfstoffauslieferung (Externer Link).

Hintergrundinformationen zu COVAX

COVAX ist die Abkürzung für den englischen Namen "COVID-19 Global Vaccine Access", eine Initiative, die einen weltweit gleichmäßigen und gerechten Zugang zu Covid-19-Impfstoffen gewährleisten will.

COVAX unterstützt dazu auch die Forschung, Entwicklung und Herstellung einer breiten Palette von Covid-19-Impfstoffkandidaten. Koordiniert wird die COVAX-Initiative von der Impfallianz Gavi (Externer Link), der Weltgesundheitsorganisation (Externer Link)(WHO) und der Forschungsallianz CEPI (Externer Link). Innerhalb der COVAX-Initiative ist die Impfstoffplattform COVAX Facility (Externer Link) angesiedelt, die von der Impfallianz Gavi verwaltet wird.