Elefant an einem Wasserloch im Khaudum-Nationalpark in Namibia

Wilderei und Biodiversität Bekämpfung von Wilderei und illegalem Handel mit Wildtierprodukten

Der illegale Handel mit Wildtier­produkten ist ein globales Phänomen, die Nachfrage insbesondere in Asien ist anhaltend hoch. Vor allem in Afrika befördern schwache Regierungsführung, Korruption und Armut die Wilderei.

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Wilderei stoppen – natürliche Lebensgrundlagen sichern

Der Beitrag der deutschen Entwicklungzusammenarbeit

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 09/2018 | Dateigröße 2 MB, Seiten 4 Seiten | Zugänglichkeit barrierefrei

Illegal gehandelt werden vor allem Elfenbein, das Horn von Nashörnern und die Schuppen von Schuppentieren. Die Produkte stammen vorwiegend aus Afrika. In Ländern wie Kamerun, Mosambik, Angola und Tansania ist die Zahl der gewilderten Tiere so hoch, dass die Populationen sich nicht mehr auf natürliche Weise regenerieren können. Vor allem Nashörner sind deswegen vom Aussterben bedroht. Hauptzielregion des illegalen Wildtierhandels ist Asien, wo bestimmte Tierprodukte zur Anwendung in der traditionellen Medizin, zum Verzehr und als Statussymbol besonders gefragt sind.

Die Corona-Pandemie hat die Situation verschärft: Da Schutzgebiete geschlossen werden mussten, blieben Touristen aus und damit auch wichtige Einnahmequellen für den Schutz der Reservate. Der nur noch sehr eingeschränkte Betrieb macht es Wilderern zudem leichter, unentdeckt zu bleiben.

Deutschland arbeitet mit zahlreichen Partnerländern und -regionen zusammen, um Wilderei, illegale Fischerei und den illegalen Handel mit Wildtierprodukten zu bekämpfen und den Schutz der bedrohten Arten und ihrer Lebensräume zu verbessern. Dazu wird zum Beispiel das Management von Schutzgebieten verbessert und es werden Projekte unterstützt, die die Nachfrage nach Wildtierprodukten verringern sollen.


Deutsches Engagement

Um Wilderei und den illegalen Handel mit Wild­tier­produkten wirksam zu unterbinden, braucht es eine koordinierte Vorgehens­weise von Politik, Zivil­gesellschaft und Privat­wirtschaft, über Länder­grenzen und Kontinente hinweg.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller und der Minister für Naturschutz und Tourismus in Tansania, Jumanne Abdallah Maghembe, übergeben ein Husky-Flugzeug an die Zoologische Gesellschaft Frankfurt. Hier vertreten durch Christof Schenck und den zukünftigen Piloten. Das Flugzeug soll von der tansanischen Wildlife Management Authority zur Überwachung des Schutzgebietes Selous und insbesondere zur Bekämpfung der Wilderei eingesetzt werden.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller und der Minister für Naturschutz und Tourismus in Tansania, Jumanne Abdallah Maghembe, übergeben ein Husky-Flugzeug an die Zoologische Gesellschaft Frankfurt. Hier vertreten durch Christof Schenck und den zukünftigen Piloten. Das Flugzeug soll von der tansanischen Wildlife Management Authority zur Überwachung des Schutzgebietes Selous und insbesondere zur Bekämpfung der Wilderei eingesetzt werden.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller und der Minister für Naturschutz und Tourismus in Tansania, Jumanne Abdallah Maghembe, übergeben ein Husky-Flugzeug an die Zoologische Gesellschaft Frankfurt. Hier vertreten durch Christof Schenck und den zukünftigen Piloten. Das Flugzeug soll von der tansanischen Wildlife Management Authority zur Überwachung des Schutzgebietes Selous und insbesondere zur Bekämpfung der Wilderei eingesetzt werden.

Deutschland nimmt dabei eine führende Rolle ein. Das Bundes­minis­terium für wirt­schaft­liche Zu­sam­men­arbeit und Ent­wick­lung (BMZ) unterstützt Projekte der deutschen Durch­führungs­organisationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), verschiedener Regional­organi­sationen und spezialisierter Nicht­regierungs­organisationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Gefördert werden Maß­nahmen, die den Arten­schutz in den Herkunfts­ländern verbessern, die Nachfrage nach illegalen Wild­tier­produkten senken oder alternative Ein­kommens­mög­lich­keiten für die lokale Bevölkerung schaffen, etwa durch nachhaltigen Tourismus.

Aktuelle deutsche Vorhaben

Ein Soldat der Eco-Guards im Dzanga-Nationalparks im Dreiländereck Kongo, Kamerun und Zentralafrikanische Republik zeigt Elfenbeinstoßzähne von Waldelefanten, die bei Wilderern konfisziert wurden.

Ein Soldat der Eco-Guards im Dzanga-Nationalparks im Dreiländereck Kongo, Kamerun und Zentralafrikanische Republik zeigt Elfenbeinstoßzähne von Waldelefanten, die bei Wilderern konfisziert wurden.

Ein Soldat der Eco-Guards im Dzanga-Nationalparks im Dreiländereck Kongo, Kamerun und Zentralafrikanische Republik zeigt Elfenbeinstoßzähne von Waldelefanten, die bei Wilderern konfisziert wurden.

Im Rahmen der Partnerschaft gegen Wilderei und illegalen Wild­tier­handel in Afrika und Asien verfolgt das BMZ ge­mein­sam mit dem Bundes­umwelt­minis­terium einen innovativen Ansatz entlang der gesamten Handels­kette illegaler Wildtierprodukte – von den Herkunfts- und Transit­ländern bis zu den Ab­nehmer­ländern. Unter anderem unter­stützt die Initiative die Aus­bildung von mehr als 1.000 Mit­arbeiter­innen und Mit­arbeitern von Polizei, Zoll und Justiz in mehr als 20 Ländern in Afrika und Asien. Zur Ein­dämmung der illegalen Fischerei unterstützt das BMZ nationale Kontroll­behörden in Partner­ländern und die Um­setzung des UN-Hafen­staaten­abkommens.

In diese Partnerschaft eingegliedert werden soll die Initiative zur Reduzierung der Elfenbein-Nachfrage in China. Sie fördert vor allem Maßnahmen, die darauf abzielen, das Interesse an illegalen Wildtierprodukten zu senken. Dazu gehören zum Beispiel Onlinekampagnen und das gezielte Löschen von Kaufanzeigen für Wildtierprodukte. Durch Aufklärungskampagnen im Internet werden etwa 18 Millionen potenzielle Konsumentinnen und Konsumenten in China erreicht.

Zoonosen zurückdrängen

Grafische Darstellung des One-Health-Ansatzes: One Health steht im Mittelpunkt und hat Wechselwirkungen mit gesunden Menschen, gesunden Tieren und gesunder Natur.

Zu den Risiken des Wildtierhandels zählt auch die Ausbreitung von Infektionskrankheiten, die wechsel­seitig zwischen Tier und Mensch übertragen werden (Zoonosen). Ein großer Teil aller menschlichen Krankheiten und vor allem der neu auftretenden Krankheiten sind Zoonosen. Die Covid-19-Pandemie hat eindrücklich gezeigt, welche enormen Gefahren von solchen In­fek­tions­krank­heiten ausgehen können. Das BMZ unterstützt daher die neue Inter­nationale Allianz zur Reduzierung von Gesund­heits­risiken im Wildtierhandel. Leitprinzip ist der One-Health-Ansatz, der die komplexen Zusammenhänge zwischen Mensch, Tier und Umwelt ganzheitlich betrachtet.
 

Hintergrund Dimension der Wilderei

Ein erwachsenes Philippinen-Schuppentier und sein Junges, das auf dem Rücken und dem Schwanz des Alttieres sitzt. Die Tiere werden intensiv gejagt, Haut und Schuppen werden in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet. Die Art gilt als stark gefährdet.

Ein Philippinen-Schuppentier und sein Junges. Die Tiere werden intensiv gejagt, Haut und Schuppen werden in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet. Die Art gilt als stark gefährdet.

Ein Philippinen-Schuppentier und sein Junges. Die Tiere werden intensiv gejagt, Haut und Schuppen werden in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet. Die Art gilt als stark gefährdet.

Allein im Jahr 2018 wurden in Afrika mehr als 800 Nashörner und 10.000 bis 15.000 Elefanten gewildert. Damit schrumpft der Bestand auf dem afrikanischen Kontinent auf etwa 23.000 Nashörner und 350.000 Elefanten. Geschätzt stammt weltweit jeder fünfte Fisch aus illegaler, ungemeldeter und unregulierter Fischerei. Der illegale Handel mit Wildtierprodukten wird größtenteils von internationalen kriminellen Organisationen kontrolliert.

Dadurch sind nicht nur viele bereits vom Aussterben bedrohte Tierarten gefährdet. In zunehmendem Maße werden auch die Lebensgrundlagen und die Sicherheit der Menschen beeinträchtigt. Es wird angenommen, dass Teile der enormen Gewinne aus den illegalen Geschäften auch in die Finanzierung von Milizen und Rebellengruppen fließen und so dazu beitragen, regionale Konflikte zu befeuern.

Zwar haben die Regierungen der betroffenen Länder und die internationale Gemeinschaft auf diese Herausforderungen reagiert. Doch die Anstrengungen und Ressourcen reichen in vielen Fällen nicht aus, um das Problem dauerhaft in den Griff zu bekommen. Außerdem zeigt sich, dass sich der Handel verlagert. Seitdem China 2017 ein Handelsverbot für Elfenbein verfügte, sind die Elfenbeinkäufe im Inland zwar zurückgegangen, die Käufe auf Reisen jedoch gestiegen. Außerdem hat sich Vietnam zum neuen Sammel- und Transitpunkt für illegale Lieferungen entwickelt.