UNHCR-Bericht Minister Müller zu Flüchtlingszahlen: Trauriger Höchststand– weltweit über 82 Millionen Menschen auf der Flucht

Pressemitteilung vom 18. Juni 2021 | Berlin – Weltweit hat die Zahl der Menschen auf der Flucht einen neuen Höchststand erreicht. Laut UNHCR sind 82,4 Millionen Menschen vor Konflikten und Krieg, Men­schen­rechts­ver­letzungen und Gewalt auf der Flucht. Das ist ein Anstieg um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 

Männer mit Hilfsgütern des UNHCR im Flüchtlingslager Kutupalong in Bangladesch, in dem Rohingya , die aus Myanmar vertrieben wurden, leben

Männer mit Hilfsgütern des UNHCR im Flüchtlingslager Kutupalong in Bangladesch, in dem Rohingya , die aus Myanmar vertrieben wurden, leben

Männer mit Hilfsgütern des UNHCR im Flüchtlingslager Kutupalong in Bangladesch, in dem Rohingya , die aus Myanmar vertrieben wurden, leben

Entwicklungsminister Gerd Müller erklärte dazu auf seiner aktuellen Reise nach Afrika: "Die Zahl Flüchtlinge steigt im neunten Jahr in Folge. Weltweit sind über 82 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg und Gewalt, ein trauriger Rekord. Die Zahl der Vertriebenen hat sich in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt, vor allem durch die Krisen in Syrien, Jemen, der Sahelzone und die Vertreibung der Rohyinga."

Siehe auch
Flüchtlingslager in Nigeria

"Wir dürfen in Europa nicht wegschauen von dieser dramatischen Entwicklung", so Müller weiter. "Vor allem die ärmsten Länder leisten die Hauptlast dieser Flüchtlingskrise. 85 Prozent der Flüchtlinge finden in Entwicklungsländern Zuflucht, wo die Ernährungslage ohnehin oft sehr kritisch ist. Im Norden Mosambiks etwa sind dieses Jahr 700.000 Menschen vor der ausufernden Gewalt geflohen. Die Mittel des Welt­ernährungs­pro­gramms reichen nur noch bis nächsten Monat und es fehlen Zelte und Medikamente.

Unterstützen wir die Länder nicht, werden wir auch in Europa mit dramatischen Konsequenzen dieser globalen Flüchtlingskrise konfrontiert werden. Es ist daher geradezu kurzsichtig, dass die EU ihre Mittel für die Entwicklungspolitik für die kommenden Jahre gekürzt hat. Deutschland geht zur Verringerung von Fluchtursachen international voran, unter anderem mit der Sonderinitiative Flucht, mit der wir in den letzten Jahren die Lebensperspektiven von 15 Millionen Menschen verbessert haben."

Luftaufnahme des Flüchtlingslager Kutupalong in Bangladesch

Luftaufnahme des Flüchtlingslager Kutupalong in Bangladesch

Luftaufnahme des Flüchtlingslager Kutupalong in Bangladesch

Das BMZ unterstützt gezielt Aufnahmeregionen und Menschen auf der Flucht mit der Sonderinitiative Flucht. 

Beispiele

  • Schulbildung: Bisher haben zwei Millionen Kinder von einem verbesserten Zugang zu Schulbildung profitiert. Durch die Finanzierung von Lehrergehältern konnte beispielsweise 475.000 Kindern der Schulbesuch im Nahen Osten ermöglicht werden. 
  • Berufliche Aus-/Weiterbildung: Knapp 500.000 Menschen haben von beruflichen Aus- und Fortbildungen, Kursen zur Unternehmensgründung sowie von der Stärkung nationaler Bildungssysteme profitiert.  
  • Beschäftigungsförderung: Über 550.000 Menschen konnten mit Beschäftigungsmöglichkeiten unterstützt werden
  • Gesundheit: Die Gesundheitsversorgung von über 1,1 Millionen Menschen wurde verbessert. 
  • Psychosoziale Unterstützung: Projekte zur psychosozialen Unterstützung kamen bereits rund 450.000 Menschen zugute.
  • Wasserversorgung: Die Wasser- und Sanitärversorgung von 6,5 Millionen Menschen wurde verbessert.
  • Energie: Die Solaranlage im Flüchtlingscamp Za‘atari in Jordanien versorgt 80.000 Menschen mit Strom. 

Am 18. Mai hat die unabhängige Fachkommission Fluchtursachen der Bundesregierung ihren Bericht vorgelegt, mit Empfehlungen, wie die bisherige Arbeit zur Verringerung von Fluchtursachen weiter gestärkt werden kann. Mehr darüber erfahren Sie hier.