COP26 Deutsch­land unterstützt Entwick­lungs­länder bei der An­pas­sung an den Klima­wandel mit weiteren 150 Millionen Euro

Pressemitteilung vom 8. November 2021 | Berlin/Glasgow – Eine stärkere Unter­stützung bei der Anpas­sung an den Klima­wandel ist eines der zentralen Anliegen der Ent­wick­lungs­länder bei der UN-Klima­konferenz in Glasgow. Die Bundes­regierung unter­stützt das An­sinnen der Ent­wick­lungs­länder und stockt ihre multi­lateralen Investitionen in die Anpassungs­​​​​​​​finanzierung um weitere 150 Millionen Euro auf.

Mit 100 Millionen Euro des Bundes­entwicklungs­ministeriums wird der Fonds der Globalen Um­welt­fazilität für die ärmsten Länder gestärkt, mit 50 Millionen Euro des Bundes­umwelt­ministeriums der Anpassungs­fonds. Insgesamt trägt Deutschland mittlerweile rund zwei Milliarden Euro pro Jahr zur internationalen Anpas­sungs­finanzierung bei. Das ist ein Anteil von gut 40 Prozent der gesamten Klima­finanzierung aus Haushalts­mitteln.

Bundes­entwicklungs­minister Gerd Müller: "Die Menschen in den ärmsten Ländern dürfen nicht die Verlierer des Klima­wandels sein. Denn sie haben am wenigsten zum Klima­wandel beigetragen und leiden am meisten unter den Folgen. Deshalb müssen wir die ärmsten und verwund­barsten Länder stärker vor Dürren und Fluten schützen. Deutsch­land geht voran und unterstützt die ärmsten Länder mit weiteren 100 Millionen Euro bei der dringend benötigten Anpas­sung an den Klima­wandel. Andere müssen jetzt nach­ziehen. Vor allem die Europäische Union sollte noch viel stärker über ihre Grenzen hinaus­denken und etwa ihren Green Deal auf Afrika ausweiten."

Bundesumwelt­ministerin Svenja Schulze: "Deutschland ist ein verlässlicher Partner bei der Finanzierung von Maß­nahmen zur Anpas­sung an die Folgen des Klima­wandels. Wir sind langjähriger Unterstützer des Anpassungs­fonds. Das ist ein Signal der Solidarität mit denen, die am stärksten unter den Folgen des Klima­wandels leiden. Der Fonds erlaubt eine gleich­berechtigte Partner­schaft mit den Entwicklungs­ländern, da diese über die Programmatik und konkrete Projekte gleichberechtigt mitbestimmen. Weitere G7-Länder wie Kanada, die USA und Großbritannien haben ihre Unter­stützung zugesagt. Ich hoffe, dass wir mit dieser Zusage einen guten Impuls für die wichtigen Verhand­lungen zur Anpassungs­finanzierung in dieser Woche setzen können."

Sitzungssaal der internationalen Geberkonferenz des Grünen Klimafonds, deren Gastgeber die Bundesregierung am 20.11.2014 in Berlin war

Morgen beteiligt sich die Bundes­regierung an der Wieder­auffüllung des Fonds der Globalen Umwelt­fazilität für die ärmsten Länder (Least Developed Countries Fund, LDCF). Damit setzt Deutsch­land die Zusage von Bundes­kanzlerin Merkel beim Anpassungs­gipfel im Januar 2021 um und bleibt größter Geber des Fonds. Der Fonds ist durch seinen speziellen Fokus auf die Bedürf­nisse der am wenigsten ent­wickelten Länder und seine enge Verknüpf­ung mit der Globalen Umwelt­fazilität in der Klima­finanzierungs­archi­tektur einzigartig. Mit Geber­beiträgen von insgesamt 1,6 Milliarden US-Dollar konnte der Fonds weitere Ko-Finanz­ierungen für Projekte in Höhe von 6,8 Milliarden mobilisieren.

Weitere Informationen

LDCF

Der Fonds der Globalen Umweltfazilität für die ärmsten Länder (LDCF) finanziert Projekte zur Anpassung an den Klimawandel in den am wenigsten entwickelten Ländern. Im Fokus stehen dabei die Anpassung der Landwirtschaft und die Sicherstellung von Nahrungsmittelsicherheit, das Management von natürlichen Ressourcen wie zum Beispiel des Waldes, Katas­trophen­manage­ment und -vorbeugung, der Küstenschutz, Klimainformationssysteme, der Aufbau klimaresilienter Infrastruktur und der Umgang mit klimabedingten Gesundheitsrisiken.

Fast drei Viertel der LDCF-Projekte werden in Afrika umgesetzt, gefolgt von knapp einem Viertel in Asien und dem Pazifik sowie rund zwei Prozent für Lateinamerika und die Karibik (Haiti). Weiterhin umfasst das aktive Portfolio zehn Projekte in acht kleinen Inselstaaten, die auch zur Gruppe der ärmsten Länder gehören.

Als Teil der Globalen Umweltfazilität fördert der Fonds umfassende Ansätze in der Anpassung an den Klimawandel. Das tut der Fonds in enger Abstimmung mit dem Anpassungsfonds und durch gemeinsame Finanzierungen mit anderen Klimafonds wie dem Grünen Klimafonds. Perspektivisch soll der Fonds verstärkt Innovationen mit privaten Akteuren fördern.

Anpassungsfonds

Der Anpassungsfonds finanziert unter anderem Frühwarnsysteme gegen Extremwetterereignisse wie Überschwemmungen oder Waldbrände, effiziente Bewässerungssysteme in der Landwirtschaft, grenzübergreifendes Küsten- und Wassermanagement sowie alternative Lebensgrundlagen für Kommunen in der Land- und Fortwirtschaft. Deutschland ist mit bisher 390 Millionen Euro der größte Geber des Anpassungsfonds. Die Mittel dafür stammen aus der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI), die neben der jährlichen Unterstützung des Anpassungsfonds zahlreiche Anpassungsprojekte unterstützt. Eine große Rolle spielt in der IKI dabei die ökosystembasierte Anpassung (EbA – ecosystem based adaptation). Gegenwärtig laufen 55 IKI-Anpassungsprojekte mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 728 Millionen Euro.

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