Windpark bei Zafarana, Ägypten: Zahlreiche Windkrafanlagen stehen in einer langen Reihe in einer wüstenähnlichen Landschaft

Globaler Statusbericht erneuerbare Energien 2021 Erneuerbare Energien weiter auf Erfolgskurs

Covid-19 kann erneuerbare Energien nicht bremsen

Pressemitteilung vom 15. Juni 2021 | Berlin – Trotz der Covid-19-Pandemie bleibt der Ausbau der erneuerbaren Energien weltweit auf Kurs – 2020 war sogar erneut ein Rekordjahr. Das zeigt der heute veröffentlichte Globale Statusbericht erneuerbare Energien (Externer Link) von REN21. Insgesamt wurden weltweit 256 Gigawatt Stromproduktionsleistung aus erneuerbaren Energien zugebaut.

In immer mehr Regionen, darunter Teile Chinas, der EU, Indien und den USA, ist es inzwischen günstiger, neue Wind- oder Solaranlagen zu bauen, als bestehende Kohlekraftwerke zu betreiben. Trotzdem wurde mit den Corona-Konjunkturpaketen sechsmal mehr in fossile Brennstoffe als in erneuerbare Energien investiert und die Chance vertan, im Pandemiejahr 2020 die Energiewende noch mehr voranzutreiben, so REN21. Dies ist kritisch, weil die CO2-Konzentration in der Atmosphäre alleine im letzten Dezember zwei Prozent über dem Niveau des Vorjahres lag. Der Bericht verweist darauf, dass 15 der G20-Länder kein Ziel für erneuerbare Energie definiert haben und zudem eine alarmierende Lücke zwischen Zielen und konkreten Maßnahmen bestehe. 

Norbert Barthle, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, erklärte dazu: "Erneuerbare Energien sind der Schlüssel für den Schutz des Klimas. Mit unserem Klimaschutzgesetz haben wir uns dazu verpflichtet, die Netto-Treibhausgasneutralität bis 2045 zu erreichen – bereits fünf Jahre früher als die EU. Für das Weltklima ist jedoch entscheidend, dass auch Entwicklungs- und Schwellenländer zur Deckung ihres steigenden Energiebedarfs auf erneuerbare Energien setzen und das fossile Zeitalter hinter sich lassen."

Energie ist zentral für Entwicklung, Wirtschaft und neue Jobs. Aber immer noch haben zehn Prozent der Weltbevölkerung keinen Zugang zu Elektrizität. Erneuerbare Energien tragen entscheidend dazu bei, dass dieser Anteil schrumpft. Dezentrale erneuerbare Energien, wie Solarenergie, erweisen sich auch während der anhaltenden Covid-19-Pandemie in vielen ländlichen Gebieten als Lösung: Sie versorgen Gesundheitseinrichtungen mit Energie und liefern Strom für eine verlässliche Kühlkette für die Impfstoffe. Das BMZ hat 2020 für den Ausbau erneuerbarer Energien und die Verbesserung der Energieeffizienz rund 1,2 Milliarden Euro zugesagt und über drei Millionen Menschen Zugang zu nachhaltiger Energie verschafft.

Parlamentarischer Staatssekretär Barthle: "Erneuerbare Energien bieten eine Win-win-Situation für den dringend benötigten Strukturwandel hin zu einer globalen Energiewende UND dem universellen Zugang zu Energie für alle Menschen. Als Champion für die Energiewende im Rahmen des Hochrangigen Energiedialogs der Vereinten Nationen für Energie denkt Deutschland über die eigenen Grenzen hinaus und unterstützt ambitionierte Partnerländer systematisch in der Entwicklung und Umsetzung ihrer Energiewenden. Wir werden den Energiedialog dazu nutzen, gemeinsam mit internationalen Partnern die globale Energiewende massiv voranzutreiben und nachhaltig zu gestalten." 

Im September 2021 werden die Vereinten Nationen den High-level Dialogue on Energy (Externer Link) abhalten. Eine wichtige Gelegenheit, um Maßnahmen zur Erreichung der Agenda 2030 mit ihren Zielen für nachhaltige Entwicklung und zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens voranzubringen.

REN21 (Externer Link) ist ein zentraler Akteur im internationalen erneuerbaren Energiediskurs. Einmal jährlich werden zentrale Entwicklungen im Globalen Statusbericht erneuerbare Energien veröffentlicht. Die Bundesregierung unterstützt REN21 seit seiner Gründung im Jahr 2005.