UN-Nachhaltigkeits­forum Deutschland plädiert für nach­haltigen und klima­freundlichen Wieder­aufbau nach Coro­na-Pan­demie auf Basis der Agenda 2030

Pressemitteilung vom 16. Juli 2021 | Im Rahmen des jährlich statt­findenden Hoch­rangigen Politi­schen Forums für Nach­haltige Ent­wick­lung (HLPF) hat die Bundes­regierung ihren zweiten frei­willigen Staaten­bericht zur Umsetzung der Agenda 2030 für nach­haltige Ent­wick­lung virtuell vorgestellt. Der Bericht legt die Umsetzung der Agenda 2030 für nach­haltige Ent­wick­lung mit ihren 17 Zielen für nach­haltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) in, mit und in Partner­schaft mit Deutsch­land dar.

Titelblatt: Bericht über die Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

Bericht über die Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

Freiwilliger Staatenbericht Deutschlands zum HLPF 2021

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 06/2021 | Dateigröße 5 MB, Seiten 144 Seiten

Nach einer Video­bot­schaft von Bundes­kanzlerin Angela Merkel betonten Maria Flachs­barth (Par­lamen­ta­rische Staats­sekre­tärin, Bundes­ministerium für wirt­schaft­liche Zu­sammen­arbeit und Ent­wicklung, BMZ) und Rita Schwarzelühr-Sutter (Parla­men­tarische Staats­sekre­tärin, Bundes­ministerium für Umwelt, Natur­schutz und Reaktor­sicherheit, BMU), dass sie die Agenda 2030 für nach­haltige Ent­wicklung als Kompass beim Weg aus der Covid-19-Pan­demie ansehen.

Maria Flachsbarth (BMZ) appellierte, dass die von den Verein­ten Nationen aus­gerufene Aktions­dekade für nachhaltige Ent­wicklung gerade auch angesichts der Co­rona-Pan­demie für einen nach­haltigen Wandel genutzt werden sollte:

"Wenn wir jetzt nicht massiv umsteuern, dann droht uns eine verlorene Dekade für nach­haltige Ent­wicklung. Nach Corona darf nicht vor Corona sein, sonst erreichen wir die SDGs nie! Wir müssen die Globali­sierung endlich nachhaltig ausgestalten und jetzt kraftvoll in den sozialen und ökolo­gischen Wandel investieren – bei uns in Deutsch­land und weltweit."

Rita Schwarzelühr-Sutter (BMU) hob den dringen­den Hand­lungs­bedarf bei drei Krisen hervor, welche von der Pan­demie noch verstärkt werden, nämlich die Klima­krise, die Bio­diversitäts­krise und die zun­ehmende Vermül­lung der Meere:

"Die extremen Hitze­wellen in vielen Teilen der Welt und die der­zeitigen Hoch­wasser in West­europa führen uns gerade drama­tisch vor Augen, dass unser bisheriges Handeln bei weitem nicht ausreicht, um einen nachhaltigen Ent­wicklungs­pfad einzu­schlagen. Die plane­taren Belastungs­grenzen sind erreicht und teil­weise über­schritten. Der Freiraum für gutes Leben und der Erfolg der nächsten Gene­rationen müssen jetzt gesichert werden. Daher haben wir unser deutsches Klima­ziel kräftig nach­geschärft: Klima­neutra­lität wollen wir bereits bis 2045 erreichen." 

Beim HLPF erklärte die deutsche Delegation, dass es im Rahmen von Wieder­aufbau­program­men während und nach der Pan­demie von strategischer Bedeutung ist, die Weichen hin zu einer nach­haltigeren, klima­neutralen und damit zukunfts­sicheren Gesell­schaft zu stellen. Politische Lösungen und Programme in Reaktion auf die Co­rona-Krise müssen auf nationaler, euro­päischer und inter­natio­naler Ebene an der Agenda 2030 und den darin festgelegten Nach­haltigkeits­zielen (SDG) aus­gerichtet werden und dabei den Grund­satz, dass niemand zurück­gelassen werden darf, als Handlungs­maxime verstehen. 

Neben Deutschland legten 41 weitere Staaten dieses Jahr einen Staaten­bericht vor. Das HLPF steht dieses Jahr unter dem Motto des nach­haltigen Wieder­aufbaus nach der Pandemie. Die nächste umfassende Aktuali­sierung der Deutschen Nach­haltigkeits­strategie ist für 2023/2024 geplant.

Hintergrund

Im September 2015 haben alle Staats- und Regierungs­chefs der Mitglied­sstaaten der Vereinten Nationen die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung (kurz: Agenda 2030) beschlossen.

Das dies­jährige Hochrangige Politische Forum für Nachhaltige Ent­wicklung der Vereinten Nationen (Externer Link) fand vom 6. bis zum 15. Juli 2021 als vorwiegend virtuelle Veranstaltung statt. Es hat sich als zentrales Gremium für die Agenda 2030 und deren 17 globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) etabliert.

Mehr als 170 Staaten, das heißt 87 Prozent aller Mitglieds­staaten der Vereinten Nationen, haben bereits einen freiwilligen Staaten­bericht vorgelegt, um über ihre Umsetzung der Agenda 2030 Rechen­schaft abzulegen. Deutschland gehört bei der Bericht­erstattung zu den Vor­reitern und legte nun nach 2016 bereits seinen zweiten Bericht vor.