Wasserknappheit und Dürre gehören zu den schwerwiegenden Folgen des Klimawandels.

Vorstellung des Weltklimaberichts Minister Müller: "Uns läuft die Zeit davon – wir brauchen einen welt­weiten Green Deal!"

Pressemitteilung vom 9. August 2021 | Berlin – Weniger als drei Monate vor Beginn der Welt­klima­kon­fe­renz COP26 in Glasgow ver­öffent­licht der Welt­klima­rat, das "Intergovernmental Panel on Climate Change" (IPCC), am Montag, den 9. August eine neue Zusammenfassung des Forschungs­stands zum Klima­wandel.­​​​​​​​

Siehe auch
Wasserknappheit und Dürre gehören zu den schwerwiegenden Folgen des Klimawandels.

Zur Vor­stellung des Berichts erklärte Bundes­ent­wick­lungs­minister Gerd Müller:

"Die Forschungsergebnisse zeigen: Das 1,5-Grad-Ziel ist immer noch zu erreichen. Aber uns läuft die Zeit davon! Die Folgen des Klima­wandels sind längst da und werden weiter zunehmen: Dürren, Hitze­wellen, Wirbel­stürme und Stark­regen, genauso wie der An­stieg des Meeres­spiegels und das Ab­schmelzen der Gletscher. Vor allem Ent­wick­lungs­länder, die am wenigsten zum Klima­wandel bei­ge­tragen haben, leiden unter diesen Katastrophen – wie aktuell in Madagaskar, wo über eine Million Menschen wegen einer Dürre nicht genug zu essen haben."

"Wir müssen jetzt die Weichen für einen grünen Wieder­auf­bau nach der Corona-Krise stellen. Fast die Hälfte der zu­sätz­lichen Strom­er­zeugung der nächsten Jahre wird noch aus fossilen Quellen stammen. Die ver­bind­liche Um­setzung der Vor­gaben des Pariser Abkommens ist erste Bedingung, aber leider erreichen derzeit nur 8 von 191 Staaten die gesetzten Ziele."

"Wir brauchen einen welt­weiten Green Deal: mit gewaltigen privaten Investitionen zum Aus­bau er­neuer­barer Energien sowie Tech­no­lo­gie­trans­fers und einer In­vesti­tions­offen­sive der Industrie­länder in Schwellen- und Ent­wick­lungs­ländern. Nur so ist es möglich, Wachs­tum ohne dra­ma­tische Steigerung der CO2-Emis­si­onen zu er­zielen. Weltbank, IWF, Ent­wick­lungs­banken und die EU müssen die In­vesti­tions­förderung und Risiko­ab­sicherung für nach­haltige Infra­struktur- und Energie­projekte dazu deutlich aus­bauen."

"Vor allem Brüssel muss seinen Beitrag durch die Aus­weitung des Green Deals auf Ent­wick­lungs- und Schwellen­länder leisten – und so eine welt­weite Energie­wende fördern. Denn 92 Prozent der CO2-Emis­si­onen finden auß­erhalb der EU statt. Welt­weit sind hunderte neue Kohle­kraft­werke in Bau oder Planung. Dieses zu­sätz­liche CO2 könnten wir in der EU gar nicht ein­sparen. Gehen diese 'Klimakiller' alle ans Netz, erreichen wir die Pariser Ziele nie. Zu einer inter­na­tio­nalen Vor­reiter­rolle der EU gehört daher auch, dass die Euro­pä­ische In­vesti­tions­bank einen er­weiterten Auf­trag als 'Klima­investitions­bank'' erhält, um den Aus­bau er­neuer­barer Energien welt­weit zu fördern."

Siehe auch
Sitzungssaal der internationalen Geberkonferenz des Grünen Klimafonds, deren Gastgeber die Bundesregierung am 20.11.2014 in Berlin war

"Deutschland geht beim internationalen Klima­schutz voran: Mit Klima-In­vesti­tionen von über 12 Milliarden Euro seit 2015 ist Deutschland einer der größten Geber für die Förderung der Energie­wende in Ent­wick­lungs- und Schwellen­ländern. Über drei Millionen Menschen konnten wir so allein im letzten Jahr Zugang zu nach­haltiger Energie verschaffen."

Das Bundes­ent­wick­lungs­ministerium (BMZ) in­vestiert um­fassend in den Schutz der ärmsten und ver­wund­barsten Menschen vor Klima­risiken. 2020 brachte die Bundes­regierung rund 5,1 Milliarden Euro an inter­natio­naler Klima­finan­zierung auf. Das BMZ trug 85 Prozent dazu bei. Über 40 Prozent der Mittel ent­fielen dabei auf Maß­nahmen zur An­passung an den Klima­wandel – zum Beispiel für die Finan­zierung von dürre­resistentem Saat­gut. Ein besonderer Schwer­punkt der Zu­sammen­arbeit im Klima­be­reich liegt auch auf der Klima­risiko­finan­zierung: Die vom BMZ ge­gründete InsuResilience-Initiative hat allein im ver­gangenen Jahr 137 Millionen Menschen zu­sätz­lich gegen Klima­risiken abgesichert.