Bio­di­ver­si­tät Ar­ten­viel­falt schüt­zen be­deu­tet Ge­sund­heit schüt­zen – Bun­des­mi­nis­ter Mül­ler zum Tag der Ar­ten­viel­falt im Zoo Ber­lin

Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller, Dr. Andreas Knieriem, Direktor von Zoo, Tierpark und Aquarium Berlin, Dr. Eckart von Hirschhausen, Botschafter des Entwicklungsministeriums und Kim Grützmacher von der World Conservation Society stellen die neue "Internationale Allianz gegen Gesundheitsrisiken im Handel mit Wildtieren und Wildtierprodukten" im Berliner Zoo vor.

Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller, Dr. Andreas Knieriem, Direktor von Zoo, Tierpark und Aquarium Berlin, Dr. Eckart von Hirschhausen, Botschafter des Entwicklungsministeriums und Kim Grützmacher von der World Conservation Society stellen die neue "Internationale Allianz gegen Gesundheitsrisiken im Handel mit Wildtieren und Wildtierprodukten" im Berliner Zoo vor.

Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller, Dr. Andreas Knieriem, Direktor von Zoo, Tierpark und Aquarium Berlin, Dr. Eckart von Hirschhausen, Botschafter des Entwicklungsministeriums und Kim Grützmacher von der World Conservation Society stellen die neue Internationale Allianz gegen Gesundheitsrisiken im Handel mit Wildtieren und Wildtierprodukten im Berliner Zoo vor.

Pres­se­mit­tei­lung vom 20. Mai 2020 | Ber­lin – Die Co­ro­na-Pan­de­mie ist auch ei­ne Fol­ge von Na­tur­zer­stö­rung und des aus­beu­te­ri­schen Um­gangs des Men­schen mit der Er­de. Dar­auf ha­ben heu­te Bun­des­ent­wick­lungs­mi­nis­ter Dr. Gerd Mül­ler, Dr. Eckart von Hirsch­hau­sen, Grün­der der Stif­tung "Ge­sun­de Er­de – Ge­sun­de Men­schen" und Bot­schaf­ter des Ent­wick­lungs­mi­nis­te­ri­ums so­wie der Di­rek­tor von Zoo, Tier­park und Aqua­ri­um Ber­lin Dr. An­dre­as Knie­riem an­läss­lich des In­ter­na­tio­na­len Tags zum Er­halt der Ar­ten­viel­falt am 22. Mai im Zoo Ber­lin hin­ge­wie­sen.

Minister Müller: "Die biologische Vielfalt nimmt rasant und besorgniserregend ab. Pro Tag verschwinden bis zu 150 Pflanzen- und Tierarten von der Erde. Alle vier Sekunden wird weltweit Wald von der Fläche eines Fußballfeldes abgeholzt – auch für Soja oder Palmölplantagen. Je mehr die natürlichen Lebensräume schrumpfen, desto größer ist die Gefahr, dass Viren vom Tier auf den Menschen überspringen. Corona ist das jüngste Beispiel. Deswegen müssen wir viel entschlossener die natürlichen Lebensräume schützen und gegen Wildtierhandel und Wildtiermärkte vorgehen. Gemeinsam mit dem WWF, der WCS (Wildlife Conservation Society) und der ZGF (Zoologischen Gesellschaft Frankfurt) starten wir eine 'Internationale Allianz gegen Gesundheitsrisiken im Handel mit Wildtieren und Wildtierprodukten'. Unter anderem wollen wir so die fünfzig für die Gesundheit gefährlichsten Wildtiermärkte so schnell wie möglich schließen. Und wir müssen das weltweite Zusammenwirken von Human- und Tiermedizin besser erforschen. Dazu bauen wir eine neue Arbeitseinheit 'One Health' auf."

Der Schutz der Artenvielfalt ist einer der Schwerpunkte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Weltweit unterstützt das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) mehr als 500 Schutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 1,8 Millionen Quadratkilometern – das ist die fünffache Größe Deutschlands. Im Bereich der Wildereibekämpfung ist das BMZ bereits heute der größte bilaterale Geber.

Dr. Eckart von Hirschhausen: "Es ist mir eine Ehre, die Sustainable Developement Goals in Deutschland bekannter zu machen und dafür mit dem Entwicklungsministerium zusammenzuarbeiten. Als Arzt liegt mir das Ziel 3 – Gesundheit – besonders am Herzen. Als Medizinstudent habe ich einen Teil meines praktischen Jahres in Südafrika absolviert und schätze sehr, dass wir einen positiven Blick auf die Chancen dieses Kontinentes werfen. Die SDGs sind wichtig, weil wir nur noch wenige Jahre Zeit haben, die Lebensbedingungen erträglich für alle zu gestalten. Die Klimakrise, das Artensterben und die aktuelle COVID19-Pandemie hängen sehr eng miteinander zusammen. Wenn wir Krankheiten zukünftig verhindern wollen, ist eine zwingende Maßnahme jetzt endlich den Wildtierhandel weltweit zu stoppen. Viren machen keinen Halt vor Artengrenzen, noch vor Landesgrenzen. Die Idee von 'One Health' und 'Planetary Health' ist revolutionär: Die menschliche Gesundheit braucht eine gesunde Tierwelt und einen gesunden Planeten."

Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz des WWF Deutschland: "Eine intakte Natur ist ein Bollwerk gegen neue Krankheitserreger oder Pandemien und damit ein Schlüsselfaktor für unsere Gesundheit. Der Schutz der biologischen Vielfalt, gesunde Ökosysteme und nachhaltige Entwicklung müssen daher konsequent zusammen gedacht werden. Infektionsrisiken gilt es zu reduzieren, beispielsweise durch ein konsequentes Vorgehen gegen den illegalen Wildtierhandel. Hochrisiko-Wildtiermärkte müssen geschlossen werden"

Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem ermutigte die Politik zu mehr Engagement für den Naturschutz: "Für den Naturschutz vor Ort können wir zwar Hilfestellungen geben, letztendlich brauchen wir hier aber die Unterstützung der Politik. Nur gemeinsam können wir wirklich etwas bewegen."

Am 22. Mai ist der Internationale Tag zum Erhalt der Artenvielfalt. Aktuell sind etwa eine Million von weltweit acht Millionen Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Durch den Klimawandel und die Zerstörung natürlicher Lebensräume wie des tropischen Regenwaldes droht sich das Artensterben weiter zu beschleunigen.