Impfung von Kleinkindern im Gesundheitszentrums Kibati Goma, in der Demokraktischen Republik Kongo (Foto aus dem Jahr 2018)

+++ BMZ-Ticker +++ Mi­nis­ter Mül­ler be­grü­ßt Impf­start in ers­ten 18 Ent­wick­lungs­län­dern durch Impf­al­l­i­anz CO­VAX

4. Februar 2021 | Ber­lin – Die glo­ba­le Impf­stoff­platt­form COVAX hat be­kannt­ge­ge­ben, dass in den ers­ten 18 Ent­wick­lungs- und Schwel­len­län­dern mit den ers­ten Imp­fun­gen ge­gen Co­vid-19 be­gon­nen wird. Die ers­ten Impf­stof­fe sol­len in den nächs­ten Wo­chen ver­teilt wer­den. Wei­te­re Län­der fol­gen di­rekt im An­schluss. Ins­ge­samt wer­den fast 340 Mil­lio­nen Do­sen an ar­me Län­der ver­teilt.

Ent­wick­lungs­mi­nis­ter Gerd Mül­ler: "Co­vid-19 ist ei­ne welt­wei­te Ge­sund­heits­kri­se und der Impf­stoff ist ein glo­ba­les Gut, das auch den Ent­wick­lungs­län­dern zur Ver­fü­gung ste­hen muss. Bis jetzt aber ha­ben sich die reichs­ten 14 Pro­zent der Welt­be­völ­ke­rung mehr als die Hälf­te der Impf­do­sen ge­si­chert. Wir müs­sen aber auch in Ent­wick­lungs­län­dern imp­fen. Sonst kommt das Vi­rus im nächs­ten Flie­ger zu uns zu­rück. Wir be­sie­gen die Pan­de­mie nur welt­weit oder gar nicht.

Des­halb ist es wich­tig, dass nun die Imp­fun­gen in den ers­ten 18 Ent­wick­lungs­län­dern star­ten. Un­ter an­de­rem in Tu­ne­si­en, Ma­li, Ru­an­da, Bo­li­vi­en und den Phil­ip­pi­nen, aber auch in der Ukrai­ne und Bos­ni­en-Her­ze­go­wi­na. Die­ses Jahr wer­den aber ma­xi­mal 20 Pro­zent der Be­völ­ke­rung in 92 Ent­wick­lungs- und Schwel­len­län­dern ge­impft wer­den kön­nen. Und selbst ​da­für ist die Fi­nan­zie­rung längst nicht ge­si­chert. Es feh­len ins­ge­samt noch 25 Mil­li­ar­den Dol­lar. Die Welt­ge­mein­schaft, die EU und pri­va­te Ge­ber müs­sen sich da­her noch stär­ker an der Fi­nan­zie­rung von CO­VAX be­tei­li­gen. ​Auch die EU soll­te sich jetzt mit vier Mil­li­ar­den Eu­ro be­tei­li­gen – die glei­che Sum­me ha­ben die USA un­ter dem neu­en Prä­si­den­ten Joe Bi­den an­ge­kün­digt."

Hin­ter­grund

CO­VAX ar­bei­tet un­ter Füh­rung der Impf­al­l­i­anz Ga­vi, der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (WHO) und der For­schungs­al­li­anz CEPI dar­an, dass Impf­stof­fe für al­le Län­der welt­weit zu­gäng­lich sind. Die ers­te Ver­tei­lungs­run­de mit den Impf­stof­fen von Pfi­zer/BioNTech schlie­ßt 18 Ent­wick­lungs- und Schwel­len­län­der in der ers­ten Run­de und wei­te­re Län­der durch die Ver­tei­lung von As­tra­Ze­ne­ca/Ox­ford ein.

In der ers­ten Jah­res­hälf­te wer­den Impf­do­sen an al­le wei­te­ren Län­der ver­teilt, die bei der Impf­stoff­platt­form mit­ma­chen. Die­sen 92 Län­dern wer­den bis En­de des Jah­res vor­aus­sicht­lich Impf­stof­fe zur Imp­fung von ei­nem Fünf­tel ih­rer Be­völ­ke­rung zur Ver­fü­gung ge­stellt, vor al­lem für Hoch­ri­si­ko­grup­pen wie et­wa Ge­sund­heits­fach­kräf­te.

Deutsch­land hat 2020 für For­schung, Imp­fen, Tes­ten und Be­hand­lung in Ent­wick­lungs­län­dern rund 600 Mil­lio­nen Eu­ro zur Ver­fü­gung ge­stellt und wird die­sen Bei­trag 2021 aus­bau­en.