Solarflächen eines Solarkraftwerks in Quarzazate, Marokko

Fit for 55 Minister Müller: EU-Klima­paket muss Folgen für Ent­wick­lungs­länder beachten

14. Juli 2021 | Zu den heute von der Euro­päi­schen Kom­mission vor­gestell­ten Vor­schlägen für ein "Fit for 55"-Klima­paket äußerte sich Bundes­ent­wick­lungs­minister Gerd Müller: 

Wasserknappheit und Dürre gehören zu den schwerwiegenden Folgen des Klimawandels.

"Die Euro­päi­sche Kommission hat mit dem Klima­paket einen wichtigen Baustein des Euro­päi­schen Grünen Deal vorgelegt. Bei den jetzt an­stehenden Be­schlüssen müssen wir aber noch stärker die inter­natio­nalen Aus­wirkun­gen des Pakets berück­sichti­gen. Ein CO2-Grenz­aus­gleich darf nicht zur wirt­schaft­lichen Abschottung des EU-Binnen­markts und damit zum dauer­haften Nachteil für Ent­wick­lungs­länder werden. 

Was wir brauchen, ist ein fairer und ausge­wo­gener Aus­gleichs­mechanis­mus – der auch Ent­wick­lungs­länder beim Klima­schutz und der Anpassung an den Klima­wandel aktiv und finan­ziell unter­stützt. 

Denn der Klima­schutz ent­scheidet sich in den Ent­wick­lungs- und Schwellen­ländern. Asien, vor allem China und Indien, emittiert heute rund die Hälfte der globalen Treib­haus­gase. Und es geht darum, ob Afrika auf Kohle und Öl setzt wie wir im 20. Jahr­hun­dert. Oder ob Europa und Afrika es gemein­sam schaffen, unseren Nach­bar­konti­nent zu einem grünen Kontinent der erneuer­baren Energien zu machen. Dazu braucht es eine Tech­no­logie- und Klima­part­ner­schaft. 

Diese Partner­schaft muss ein Teil des euro­päischen "Green Deal" werden. Dieser richtet sich bisher leider weiterhin nur nach innen, auf die EU selbst. Dabei wäre der konti­nen­tale Brücken­schlag eine Win-Win-Situ­atio­n par excellence: Man könnte zum Beispiel kosten­günstig grünen Wasser­stoff in Afrika her­stellen und auch nach Europa im­portieren."