Corona-Pandemie Minister Müller: "Drama­tische Ent­wick­lung der Co­rona-Todes­zahlen in Afrika muss uns auf­rütteln"

Pressemitteilung vom 16. Juli 2021 | Berlin – In Afrika sind die Todes­fälle wegen einer Covid-19-Erkran­kung inner­halb einer Woche um 43 Prozent gestiegen. Dazu Bundes­ent­wick­lungs­minister Gerd Müller:

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Titelblatt: Umsetzung des Corona-Sofortprogramms

Umsetzung des Corona-Sofortprogramms

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 07/2021 | Dateigröße 2 MB, Seiten 31 Seiten

"Die Ent­wick­lung der Co­rona-Todes­zahlen in Afrika ist drama­tisch und muss uns auf­rütteln. Viele Kranken­häuser sind an ihrer Be­lastungs­grenze. Das alles zeigt: Die Pan­demie ist grausam, und sie ist erst dann vorbei, wenn sie welt­weit beendet ist. Deutsch­land leistet dafür seit Beginn der Krise einen wichtigen Beitrag.

Wir betei­ligen uns an der medizini­schen Reaktion der Welt­gemein­schaft auf Covid-19 durch das Pro­gramm ACT-A mit 2,2 Milliar­den Euro. Damit finan­zieren wir Diag­nostik, Forschung an Virus-Varian­ten oder auch Schutz­kleidung für medizini­sches Perso­nal. Das Impf­programm COVAX ist Teil dieser Initiative. Dadurch werden bis Anfang 2022 rund 30 Prozent der Bevöl­kerung in Ent­wick­lungs­ländern eine Impfung erhalten. Außerdem beteiligt sich Deutsch­land am Aufbau einer Impf­stoff-Pro­duktion in Ent­wick­lungs­ländern. Wir werden dafür 50 Millionen Euro für die Zu­sammen­arbeit mit Südafrika und 20 Millionen Euro für die Zu­sammen­arbeit mit Senegal bereit­stellen.
 
Das alles reicht aber nicht, wir müssen noch viel mehr tun. Das Programm ACT-A ist immer noch unter­finanziert, die Lücke beträgt mindestens 16 Milliarden US-Dollar. Es fehlt an Tests, Schutz­kleidung und an medizini­schem Sauer­stoff. Wenn wichtige Geber­länder nicht endlich ebenfalls ihren Beitrag leisten, wird die Dramatik in Afrika und anderen Region weiter zunehmen.“
 
Neben der medizini­schen Antwort durch ACT-A leistet das Bundes­ent­wicklungs­ministerium seit dem Start der Co­rona-Pan­demie wichtige Beiträge zur Bewältigung der wirt­schaft­lichen und sozialen Folgen der Krise. Durch das Co­rona-Sofort­pro­gramm des BMZ werden die Ent­wick­lungs­länder mit insgesamt 4,7 Milliarden Euro unter­stützt. 
 
Hier ausgewählte Beispiele der deutschen Ent­wick­lungs­zu­sammen­arbeit:

  • 1 Million Menschen in 11 Ländern erhalten Hilfe zur Ernäh­rungs­sicherung und verbesserten Zugang zu Wasser und Sanitär­versorgung, gemeinsam mit der Welt­hunger­hilfe
  • Fast 3 Millionen Menschen im Bürger­kriegs­land Jemen erhalten Unter­stüt­zung in Form von Schul­mahl­zeiten, Beschäf­tigungs­förderung und berufs­bildende Trainings, zusammen mit dem Welt­ernährungs­programm
  • In Libanon und Jordanien wird für 51.000 Flücht­lings­kinder im Kontext der Syrien­krise trotz Schul­schließun­gen die Grund­schul­bildung aufrecht­erhalten, gemein­sam mit UNRWA
  • Mehr als 2.700 Unter­nehmen in Afrika mit rund 120.000 Mitarbeitern werden beim Job-Erhalt in der Co­rona-Krise unter­stützt, vor allem kleine und mittlere Unter­neh­men in Marokko, Tunesien, Ghana, Senegal, Äthiopien und Elfen­bein­küste, unter anderem wird die Um­stellung der Produktion auf Masken, Des­infektions­mittel und andere Schutz­artikel für die Pan­demie-Bekämp­fung gefördert
  • In Indien erhalten Millionen von Menschen, die in der Krisen ihren Job verloren haben, Nahrungs­mittel und finanzielle Hilfen, vor allem die stark betroffenen Wander­arbeiter; dies geschieht durch die Unter­stützung des nationalen Pro­gramms "Soziale Sicherung" mit einem zins­verbilligten Kredit
  • Unter­stützung überlasteter nationaler Gesund­heits­systeme durch die Koopera­tion mit Unter­nehmen: Zum Beispiel haben wir in Brasilien zusammen mit Mercedes-Benz do Brasil mobile Gesund­heits­stationen eingerichtet, die an verschiedenen Orten des Landes unent­geltlich fast eine Viertelmillion Menschen behandeln sollen