Bundesentwicklungsminister Gerd Müller am 25. Februar 2020 beim Besuch der Textilfabrik Tivoli Apparels Ltd. in Dhaka, Bangladesch

Corona-Krise Deutsch­land un­ter­stützt zwei Mil­lio­nen Tex­til­ar­bei­ter in Asi­en und Afri­ka

Pres­se­mit­tei­lung vom 07.09.2020 | Ber­lin – Im Rah­men des Co­ro­na-So­fort­pro­gramms un­ter­stützt das Bun­des­ent­wick­lungs­mi­nis­te­ri­um über zwei Mil­lio­nen Be­schäf­tig­te in Tex­til­fa­bri­ken in Asi­en und Afri­ka.

Die In­ter­na­tio­na­le Ar­beits­or­ga­ni­sa­ti­on (ILO) wur­de heu­te in Ab­stim­mung mit dem Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­ri­um be­auf­tragt, den wirt­schaft­lich wich­ti­gen Tex­til­sek­tor in sie­ben be­son­ders von Co­ro­na be­trof­fe­nen Län­dern zu sta­bi­li­sie­ren und Be­schäf­tig­te bes­ser vor ei­ner CO­VID-19-In­fek­ti­on zu schüt­zen.

Ent­wick­lungs­mi­nis­ter Gerd Mül­ler: "Die Co­ro­na-Kri­se trifft die ärms­ten Län­der be­son­ders hart. Glo­ba­le Lie­fer­ket­ten sind zu­sam­men­ge­bro­chen. Mil­lio­nen Men­schen ha­ben über Nacht ih­re Ar­beit ver­lo­ren. Der Tex­til­sek­tor ist be­son­ders be­trof­fen. Vie­le Auf­trä­ge wur­den er­satz­los stor­niert – auch von eu­ro­päi­schen Fir­men. Oh­ne so­zia­le Grund­si­che­rung oder Kurz­ar­bei­ter­geld ste­hen sie buch­stäb­lich vor dem Nichts. Und häu­fig fehlt in den Fa­bri­ken der Schutz vor ei­ner An­ste­ckung. In die­ser schwie­ri­gen La­ge un­ter­stüt­zen wir sie­ben be­son­ders be­trof­fe­ne Län­der bei der Sta­bi­li­sie­rung des wirt­schaft­lich wich­ti­gen Tex­til­sek­tors mit 14,5 Mil­lio­nen Eu­ro und hel­fen so zwei Mil­lio­nen Men­schen. Jun­ge Müt­ter und be­son­ders ar­muts­ge­fähr­de­te Be­schäf­tig­te er­hal­ten bei­spiels­wei­se ein­ma­li­ge Un­ter­stüt­zungs­zah­lun­gen. Und wir bau­en Test­ka­pa­zi­tä­ten aus, um ih­re Ge­sund­heit zu schüt­zen. So schaf­fen wir es, hun­dert­tau­sen­de Ar­beits­plät­ze zu er­hal­ten. Wir nut­zen da­zu den "Vi­si­on Ze­ro Fund" der In­ter­na­tio­na­len Ar­beits­or­ga­ni­sa­ti­on, den wir zu­sam­men mit dem Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­ri­um in­iti­iert ha­ben. Die Maß­nah­men sind Teil un­se­res welt­wei­ten Co­ro­na-So­fort­pro­gramms."

Um­ge­setzt wird das Pro­jekt in Ban­gla­desch, In­do­ne­si­en, Kam­bo­dscha, La­os, Viet­nam, Äthio­pi­en und Ma­da­gas­kar. Es ist Teil des ILO-Pro­gramms "Pro­tec­ting garment sec­tor workers: oc­cu­pa­tio­nal safe­ty and health and in­co­me sup­port in re­spon­se to the CO­VID-19 pan­de­mic" meh­re­rer Ge­ber, un­ter Ein­bin­dung des Pri­vat­sek­tors.

Mit dem Co­ro­na-So­fort­pro­gramm stärkt das Bun­des­ent­wick­lungs­mi­nis­te­ri­um mas­siv die Ge­sund­heits­in­fra­struk­tur, die Er­näh­rungs­si­che­rung und Maß­nah­men zur Si­che­rung von Jobs in Ent­wick­lungs­län­dern.

  • Im Irak bau­en wir vier Be­helfs­kran­ken­häu­ser für 14.000 Pa­ti­en­ten. Da­mit ver­dop­peln wir auch die in­ten­siv­me­di­zi­ni­schen Ka­pa­zi­tä­ten im Land.
  • Wir ver­tei­len über ei­ne Mil­li­on Co­ro­na-Tests in afri­ka­ni­schen Län­dern. Nach der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on sind wir hier zweit­grö­ß­ter Ge­ber.
  • In Süd­afri­ka bau­en wir mit VW und BMW Fa­bri­ken in Be­helfs­kran­ken­häu­ser um und schaf­fen so tau­sen­de Kran­ken­haus­bet­ten und hun­der­te mo­bi­le Sauer­stoff­an­la­gen für CO­VID-19-Pa­ti­en­ten. Deut­sche Fir­men zei­gen hier gro­ße So­li­da­ri­tät in der Kri­se.
  • Zu­sam­men mit dem Welt­ernäh­rungs­pro­gramm, UNICEF und deut­schen Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen si­chern wir Er­näh­rung und Me­di­ka­men­te für Mil­lio­nen Kin­der.
  • In Äthio­pi­en hel­fen un­se­re Ex­per­ten, die Tex­til­pro­duk­ti­on auf fünf Mil­lio­nen Schutz­mas­ken um­zu­stel­len. So blei­ben tau­sen­de Nä­he­rin­nen in Ar­beit, die we­gen der Stor­nie­rung von Auf­trä­gen an­sons­ten oh­ne Job wä­ren.

Das BMZ en­ga­giert sich in vie­len sei­ner Part­ner­län­der für ei­nen nach­hal­ti­gen Tex­til­sek­tor. Mit dem staat­li­chen Tex­til­sie­gel "Grü­ner Knopf" und dem deut­schen Tex­til­bünd­nis setzt es auch in Deutsch­land die Rah­men­be­din­gun­gen für mehr Nach­hal­tig­keit im Tex­til­sek­tor.