Erneuerbare Energien Deutschland tritt der von Indien initiierten International Solar Alliance bei und baut Zusammenarbeit bei Klimapolitik und erneuerbarer Energien aus

Pressemitteilung vom 14. September 2021 | Berlin/Neu-Delhi – Die Parlamentarischen Staatssekretäre beim Bundesentwicklungsministerium, Dr. Maria Flachsbarth und Norbert Barthle, haben auf ihrer Indien-Reise die Zusammenarbeit bei der Klimapolitik und dem Ausbau erneuerbarer Energien ausgebaut. Diese erste Auslandsreise der Parlamentarischen Staats­sekretäre seit Beginn der Corona-Pandemie unterstreicht die Bedeutung Indiens als strategischer Partner Deutschlands für die Erreichung globaler Umwelt- und Entwicklungsziele.

Die Parlamentarische Staatssekretärin Maria Flachsbarth und der Parlamentarische Staatssekretär Norbert Barthle mit dem Energieminister der Metropolregion Delhi bei der Eröffnung einer Solaranlage mit Speicher und Ladesäulen

Die Parlamentarische Staatssekretärin Maria Flachsbarth und der Parlamentarische Staatssekretär Norbert Barthle mit dem Energieminister der Metropolregion Delhi bei der Eröffnung einer Solaranlage mit Speicher und Ladesäulen

Die Parlamentarische Staatssekretärin Maria Flachsbarth und der Parlamentarische Staatssekretär Norbert Barthle mit dem Energieminister der Metropolregion Delhi bei der Eröffnung einer Solaranlage mit Speicher und Ladesäulen

Überschwemmung auf den Philippinen

Klimarisikoversicherungen Interner Link

Ausbau von Lösungen zur finanziellen Absicherung von Menschen gegen Klimarisiken

Parlamentarische Staatssekretärin Frau Dr. Flachsbarth: "Klimapolitik umfasst neben der Senkung von Treib­haus­gasen gerade auch in Indien die An­passung an den Klima­wandel. Was wir diesen Sommer an Über­flutungen erlebt haben in Deutschland, das erleben die Menschen in Indien jedes Jahr in Form von Zyklonen und Stark­regen, aber auch in Form von Dürren und Hitze­wellen. Wir haben deshalb sowohl mit der Ka­tas­trophen­schutz­be­hörde und dem Um­welt­mi­nis­terium als auch dem Finanz­mi­nis­te­rium ver­ein­bart, die Zu­sammen­arbeit zur An­passungs­planung fort­zu­führen und ins­be­sondere Finanzierungs­lösungen zum besseren Schutz vor Klima­katastrophen auch für die ärmsten Menschen vor­an­zu­treiben. Die indische Seite prüft derzeit den Bei­tritt zur InsuResilience Global Partnership, die sich als G20-Initiative unter meiner Führung ins­be­sondere für An­passungs- und Ver­sicherungs­lösungen engagiert."

Parlamentarischer Staatssekretär Norbert Barthle: "Wirtschaftliche Entwicklung und Klimaschutz gehen Hand in Hand – wenn die Politik den richtigen Rahmen setzt. Das haben wir intensiv mit dem Energieminister und dem Minister für berufliche Bildung diskutiert. In Indien erleben wir einen Boom der Solarenergie. Die Kohleverstromung muss schrittweise durch erneuerbare Energien abgelöst werden. Deshalb arbeiten wir mit zinsverbilligten Krediten, technischer Beratung und Berufsbildung im Solarsektor eng mit Indien zusammen. Damit helfen wir, den Weg zur Klimaneutralität auch in Indien möglich zu machen und gleichzeitig Arbeit und Zukunftschancen für die 1,4 Milliarden Inderinnen und Inder zu sichern."

Die Parlamentarischen Staatssekretäre konnten während ihres Aufenthalts die vom Bundespräsidenten gezeichnete deutsche Beitrittserklärung zur International Solar Alliance übergeben.

Norbert Barthle: "Mit dem Beitritt zu dieser von Indien angeführten internationalen Organisation zur Förderung der Solarenergie unterstreicht Deutschland seine Unterstützung für eine weltweite Energiewende, die dafür notwendige Technologie- und Marktentwicklung und den Fokus auf eine engere Zusammenarbeit mit Entwicklungs- und Schwellenländern."

In den vergangenen Jahren hat Deutschland jährlich Zusagen von über einer Milliarde Euro an Indien gemacht überwiegend in Form von zinsverbilligten Krediten, aber auch Beratungsleistungen. Ziel ist der Klimaschutz, die Bewältigung der Folgen des Klimawandels und die Erreichung der SDGs, insbesondere in den Bereichen Energiewende, grüne urbane Mobilität und resiliente Städte sowie Schutz von Wald, Boden und Wasser in Zusammenarbeit mit der meist sehr armen ländlichen Bevölkerung. Auch 2021 sind Zusagen in ähnlicher Höhe geplant. Die Reise diente zur politischen Vorbereitung dieser Zusagen.

Ein weiteres wichtiges Thema der Reise war die Verstärkung der Zusammenarbeit zu agrarökologischer Landwirtschaft – insbesondere die wissenschaftlichen Unterlegung ihrer Beiträge für Ernährungssicherung, Steigerung der Einkommen armer Bäuerinnen und Bauern und der Abmilderung der Konsequenzen von Dürren und Starkregen.

Maria Flachsbarth: "Wir können mit unserer Zusammenarbeit auf eine dynamische soziale und politische Bewegung zu Agrarökologie in Indien aufbauen. Diese braucht aber mehr inter­nationale Unterstützung, Zugang zu Finanzierung und Märkten. Dies wollen wir mit einem breiten Spektrum von indischen Partnern von der Zivilgesellschaft über Verbände, Banken und Start-up Unternehmen unterstützen. Dabei bauen wir auch auf die notwendige Führungsrolle des indischen Landwirtschaftsministeriums, die Minister Tomar schon im April dieses Jahres angekündigt hat."

Grafische Darstellung des One-Health-Ansatzes: One Health steht im Mittelpunkt und hat Wechselwirkungen mit gesunden Menschen, gesunden Tieren und gesunder Natur.

Im Rahmen von weiteren Terminen mit indischen Wissen­schafts­ein­richtungen berichteten diese ausführlich über die Erfolge und Her­aus­forderung Indiens bei der Be­wältigung der Covid-19-Pandemie, aber auch über gute Er­fahrungen Indiens im Bereich One Health. In diesem Zu­sammen­hang hob UNICEF besonders die schnelle und effektive Unter­stützung des Ent­wick­lungs­minis­teriums zu Beginn der Krise hervor.

Maria Flachsbarth: "Es ist ein großer Erfolg, dass unsere Soforthilfe von 40 Millionen Euro schnell und unmittelbar bei den besonders Bedürftigen und in armen ländlichen Region angekommen ist. Mit dem für November geplanten Einsatz der Schnell Einsetzbaren Expertengruppe Gesundheit (SEEG) knüpfen wir an diesen Erfolg an."

In Gesprächen mit Menschen aus der indischen Zivilgesellschaft wurde deutlich, dass die Freiräume zivilgesellschaftlicher Akteure zur Arbeit mit marginalisierten Bevölkerungsgruppen und Minderheiten wie auch zu breiteren Themen der nachhaltigen Entwicklung zunehmend eingeschränkt werden. Die Parlamentarischen Staatssekretäre brachten im Gespräch mit dem Außenministerium die deutsche Besorgnis darüber zum Ausdruck.

Das hat die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unter anderem in Indien bislang erreicht:

  • Installation von 3,37 Gigawatt erneuerbaren Energien in Indien unterstützt.
  • Durch Beratung und Investitionen trägt die deutsche Ent­wick­lungs­zu­sammen­arbeit jährlich zu einer Ein­sparung von etwa 83 Millionen Tonnen CO2 ein (etwa die Emissionen Chiles) – ein Großteil davon durch das Energie­effizienz-Handels­system industrieller Groß­ver­braucher "Perform Achieve and Trade" (PAT).
  • Rund zwei Millionen Hektar Land- und Waldflächen werden nachhaltig und klimaangepasst bewirtschaftet.
  • Rund zwei Millionen Menschen profitieren von verbesserten Lebensgrundlagen und gesteigertem Einkommen aufgrund nachhaltiger Ressourcenbewirtschaftung.