Überflutete Straßen und Wege in Gonaives, Haiti, nachdem der Hurrikan Tomas die Gegend passierte

Anpassung an den Klimawandel Bun­des­ent­wick­lungs­mi­nis­te­ri­um und Pots­dam-In­sti­tut für Kli­ma­fol­gen­for­schung (PIK) ver­tie­fen Zu­sam­men­ar­beit

Pressemitteilung vom 21. Januar 2021 | Berlin/Potsdam – Entwicklungsländer stärker bei der Anpassung an den Klimawandel unterstützen – das ist das Ziel einer Kooperation des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) und des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Bei der heutigen Auftaktveranstaltung der "Berlin Insights Series on Climate Change and Development" unterzeichneten Staatssekretär Martin Jäger (BMZ) und Prof. Dr. Johan Rockström (PIK) eine entsprechende Absichtserklärung.

Da­zu er­klärt Staats­se­kre­tär Jä­ger: "Ent­wick­lungs­län­der, die am we­nigs­ten zum Kli­ma­wan­del bei­ge­tra­gen ha­ben, lei­den schon heu­te am stärks­ten un­ter sei­nen Fol­gen. Kli­ma­schutz und An­pas­sung an den Kli­ma­wan­del zäh­len da­her zu den zen­tra­len Auf­ga­ben der Ent­wick­lungs­po­li­tik. Für nach­hal­ti­ge und kli­ma­si­che­re Ent­wick­lungs­pla­nung und In­ves­ti­tio­nen sind un­se­re Part­ner und wir auf die Ana­ly­se ak­tu­el­ler und zu­künf­ti­ger Kli­ma­ri­si­ken an­ge­wie­sen. Un­se­re Zu­sam­men­ar­beit mit dem PIK, ei­ner der welt­weit füh­ren­den Wis­sen­schafts­ein­rich­tun­gen auf dem Ge­biet der Kli­ma­for­schung, wird die Grund­la­gen da­für deut­lich ver­bes­sern."

Pro­fes­sor Rock­ström er­gänzt hier­zu: "Wis­sen­schaft­li­che For­schun­gen zei­gen ein­deu­tig, dass Wet­ter­ex­tre­me auf der gan­zen Welt zu­neh­men – von Dür­ren bis hin zu Über­schwem­mun­gen. Sie er­hö­hen das Ri­si­ko von Ern­te­aus­fäl­len und kön­nen auch ge­walt­sa­me Kon­flik­te för­dern. Wir sind des­halb sehr froh, das BMZ zu die­sem The­ma wis­sen­schaft­lich be­ra­ten zu kön­nen, um zu ei­ner si­che­ren Zu­kunft für al­le Men­schen bei­zu­tra­gen. Die­se Zu­sam­men­ar­beit ist von gro­ßer stra­te­gi­scher Be­deu­tung. Die Le­bens­be­din­gun­gen und Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten än­dern sich so schnell, dass ei­ne ver­tief­te wis­sen­schaft­lich-po­li­ti­sche In­ter­ak­ti­on ent­schei­dend ist. Nur ge­mein­sam kön­nen wir ei­nen nach­hal­ti­gen Wan­del mit po­si­ti­ven Er­geb­nis­sen für al­le er­rei­chen."

Laut ei­ner Stu­die der Welt­bank könn­ten durch den Kli­ma­wan­del bis 2030 glo­bal zu­sätz­lich 100 Mil­lio­nen Men­schen von ex­tre­mer Ar­mut be­droht wer­den. Der Kli­ma­wan­del ge­fähr­det be­reits er­ziel­te wie künf­ti­ge Ent­wick­lungs­er­fol­ge. Um­ge­kehrt birgt ent­schlos­se­ner Kli­ma­schutz er­heb­li­che Po­ten­zia­le für die wirt­schaft­li­che und so­zia­le Ent­wick­lung, In­no­va­ti­on und zu­kunfts­fä­hi­ge Ar­beits­plät­ze.

Ers­ter Schwer­punkt der ver­tief­ten Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen BMZ und PIK ist die An­pas­sung an den Kli­ma­wan­del in Ent­wick­lungs­län­dern. Um Ent­wick­lung nach­hal­tig zu ge­stal­ten und Le­bens­grund­la­gen zu schüt­zen, müs­sen sys­te­ma­ti­sche Stra­te­gi­en zur An­pas­sung an den Kli­ma­wan­del und zur Stei­ge­rung der Wi­der­stands­fä­hig­keit ent­wi­ckelt wer­den. Ziel der Ko­ope­ra­ti­on zwi­schen dem BMZ und dem PIK ist es da­her, an der Schnitt­stel­le von Kli­ma und Ent­wick­lung sys­te­ma­tisch Wis­sen in den Part­ner­län­dern auf­zu­bau­en und da­für auch vor Ort po­li­ti­kre­le­van­te For­schungs­ka­pa­zi­tä­ten zu ver­bes­sern.

Die pra­xis­be­zo­ge­nen Stu­di­en und Kli­ma­ri­si­ko­be­wer­tun­gen, die im Rah­men der Ko­ope­ra­ti­on er­stellt wer­den, sol­len der deut­schen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit und ih­ren Part­nern vor Ort de­tail­lier­te In­for­ma­tio­nen und neu­es­te wis­sen­schaft­li­che Er­kennt­nis­se zu den Aus­wir­kun­gen des Kli­ma­wan­dels be­reit­stel­len und lo­kal an­ge­pass­te Hand­lungs­op­tio­nen auf­zei­gen, die auch für die eu­ro­päi­sche Ko­ope­ra­ti­on mit Afri­ka ge­nutzt wer­den kön­nen. Das BMZ hat zur För­de­rung der Part­ner­schaft im Rah­men des AGRI­CA-Pro­jek­tes zwi­schen 2018 und 2023 über drei Mil­lio­nen Eu­ro zu­ge­sagt.

Die BMZ-PIK Ver­an­stal­tungs­rei­he "Ber­lin In­sights Se­ri­es on Cli­ma­te Chan­ge and De­ve­lop­ment" ver­schafft ein­mal jähr­lich ei­nen tie­fe­ren Ein­blick in die Ko­ope­ra­ti­on zwi­schen BMZ und PIK. Als Dia­log­fo­rum für Ver­tre­ter aus Po­li­tik, Wis­sen­schaft und Pra­xis för­dert die Rei­he den Aus­tausch zu den Her­aus­for­de­run­gen des Kli­ma­wan­dels im glo­ba­len Sü­den. Die ers­te Aus­ga­be der Rei­he fand am 20. Ja­nu­ar un­ter dem Ti­tel "From cli­ma­te sci­ence to cli­ma­te ac­tion: Cli­ma­te-pro­o­fing Af­ri­can-Eu­rope­an co­ope­ra­ti­on" statt. Da­bei wid­me­ten sich Ver­tre­ter der Afri­ka­ni­schen Uni­on, der Eu­ro­päi­schen Uni­on so­wie wis­sen­schaft­li­che und ent­wick­lungs­po­li­ti­sche Or­ga­ni­sa­tio­nen Fra­gen der eu­ro­pä­isch-afri­ka­ni­schen Zu­sam­men­ar­beit mit Blick auf Kli­ma­ri­si­ken und An­pas­sungs­op­tio­nen in Sub­sa­ha­ra-Afri­ka.