Senegal-Reise von Staatssekretär Flasbarth Welt­wasser­forum und ent­wick­lungs­politi­scher Reform­dialog

Pressemitteilung vom 21. März 2022 | Berlin/Dakar – Deutschland ist seit vielen Jahren mit rund 720 Millionen Euro pro Jahr drittgrößter bilateraler Geber im Wassersektor. Davon weit über die Hälfte, rund 445 Millionen Euro jährlich, aus dem Etat des Bundesentwicklungsministeriums. Um dieses Engagement auch politisch zu verstärken, nimmt Staatssekretär Jochen Flasbarth als Vertreter der Bundesregierung heute am ersten Tag des Weltwasserforums im Senegal teil. Die Vorbereitungskonferenz zur für 2023 geplanten UN-Wasserkonferenz findet erstmals in Subsahara-Afrika statt.

Siehe auch
SDG 6: Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen

Staatssekretär Flasbarth: „Wasser ist Leben. Auf Wasser kommt es an, damit Menschen und Umwelt gesund sind. Ausreichend sauberes Wasser und eine zuverlässige Sanitärversorgung vermindern auch das Risiko für Konflikte – vor allem in Ländern, die von Krisen, Vertreibung oder dem Klimawandel betroffen sind.

Schon jetzt fehlt zwei Milliarden Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Der Klimawandel verschärft die Situation: In Afrika hat jeder Dritte keinen ausreichenden Zugang zur Wasserversorgung. Beim Weltwasserforum setzen wir uns für eine schnellere Umsetzung des nachhaltigen Entwicklungsziels 'Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle', das SDG 6 ein.“

Zum SDG 6 trägt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit gemeinsam mit vielen Partnern bei: Das BMZ setzt in mehr als 50 Ländern Wasser- und Sanitärprojekte um.

Staatssekretär Flasbarth: „Gerade jetzt, wo in Folge der völkerrechtswidrigen Invasion in der Ukraine die Weizenpreise steigen, müssen wir Landwirtschaft in Entwicklungsländern klimaresilienter machen. So werden Ernten sicherer und Hungersnöten kann vorgebeugt werden. Die Klimakrise ist in erster Linie auch eine Wasserkrise – gerade in ländlichen Räumen geraten Ernährungssysteme durch Hochwässer und Dürren enorm unter Druck. Leben ohne Hunger ist nur möglich, wenn wir Wasser und Landwirtschaft zusammen denken.“

Siehe auch
An einer Trinkwasserstelle füllt eine Frau ihren Eimer mit Wasser

Auch für die Sicherheitspolitik hat Wasser eine hohe Relevanz: Ein Beispiel ist der vom BMZ finanzierte und gemeinsam mit KfW, UNICEF und UNHCR umgesetzte Ausbau eines lokalen Wasserversorgungssystems in Äthiopien und künftig auch in weiteren Ländern. Schwere Dürren und Hungersnöte kennzeichnen die Region – eine nachhaltige Trinkwasserversorgung rettet Leben.

Auch werden die Kosten durch den Ausbau der lokalen Wassersysteme enorm gesenkt: In dem Pilotvorhaben im äthiopischen Gambela kostet der Kubikmeter Wasser nun weniger als einen Euro statt vorher mit der Versorgung über LKW mehr als neun Euro.


Informationskasten: Staatssekretär Jochen Flasbarth auf dem Weltwasserforum | Wassersicherheit für Frieden und Entwicklung | 21.03. – 25.03.2022, im Hintergrund Schmuckelemente, oben links Logo des 9. Weltwasserforums in Dakar 2022, unten rechts Porträtbild von Staatssekretär Jochen Flasbarth, untere rechte Ecke: Schriftzug bmz.de
Staatssekretär Jochen Flasbarth auf dem Weltwasserforum | Wassersicherheit für Frieden und Entwicklung | 21.03. – 25.03.2022

Deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit mit Senegal

Weitere Informationen
Flugzeug auf dem Leopold-Sedar-Senghor Flughafen in Dakar, Senegal. Im Hintergrund das African Renaissance Monument.

Auf seiner Reise wird Staatssekretär Flasbarth auch den Reformdialog mit Senegal eröffnen. Senegal wird als Reformpartnerland seit 2019 besonders von Deutschland unterstützt.

Aktueller Fokus sind nachhaltiges Wirtschaftswachstum und berufliche Bildung; gute Regierungsführung; sowie Klima und Energie. Beide Länder haben sich gemeinsam zum Ziel gesetzt, die sozioökonomischen Bedingungen für die Bevölkerung zu verbessern und Investitionshemmnisse abzubauen.

Ziel ist eine intensivierte Zusammenarbeit im Bereich Klima und Energie, um die Minderung der Treibhausgase und die Umsetzung des Pariser Abkommens zu beschleunigen. Dafür ist es wichtig, die Umsetzung der Nationalen Klimabeiträge Senegals (NDCs) zur Erreichung des Pariser Abkommens voranzutreiben. Konkret bedeutet das den Ausbau der Energiegewinnung über erneuerbare Energien, mehr Energieeffizienz und besseren Zugang zu Energie im ländlichen Raum.

Auch den Ausbau der Impfstoffproduktion in Afrika treibt die deutsche Entwicklungspolitik voran: 2021 wurden durch das BMZ 20 Millionen Euro für den Aus- und Aufbau der Impfstoffproduktion in der senegalesischen Hauptstadt Dakar zugesagt. Damit soll das MADIBA-Projekt (Manufacturing in Africa for Disease Immunization and Building Autonomy) am Institut Pasteur in Dakar unterstützt werden. Noch in diesem Jahr soll eine Fill-and-Finish-Anlage in Betrieb genommen werden. Im zweiten Schritt soll die Anlage zu einer lokalen industriellen Produktionsanlage für Impfstoffe erweitert werden.