Flag­gen vor ei­nem Ge­bäu­de, in dem ei­ne Ver­an­stal­tung im Rah­men der deut­schen EU-Rats­prä­si­dent­schaft statt­fin­det

+++ BMZ-Ti­cker +++ Mi­nis­ter Mül­ler be­grü­ßt Ei­ni­gung auf neu­en Zu­kunfts­ver­trag zwi­schen der EU und den Staa­ten aus Afri­ka, der Ka­ri­bik und des Pa­zi­fiks

Wich­ti­ger Durch­bruch für die Neu­ge­stal­tung der EU-Afri­ka-Be­zie­hun­gen

4. Dezember 2020 | Ber­lin/Brüs­sel – Die EU und 78 Staa­ten aus Afri­ka, der Ka­ri­bik und der Pa­zi­fik-Re­gi­on ei­nig­ten sich ges­tern Abend in Brüs­sel auf die In­hal­te ei­nes neu­en EU-AKP-Part­ner­schafts­ab­kom­mens; das welt­weit grö­ß­te Nord-Süd-Ab­kom­men. Das bis­he­ri­ge so­ge­nann­te Co­to­nou-Ab­kom­men wird nach 20-jäh­ri­ger Lauf­zeit durch das neue Ab­kom­men er­setzt.

Ent­wick­lungs­mi­nis­ter Gerd Mül­ler: "Das ist ein wich­ti­ger Durch­bruch. Eu­ro­pa hat sich mit 78 afri­ka­ni­schen, ka­ri­bi­schen und pa­zi­fi­schen Staa­ten auf ei­nen Zu­kunfts­ver­trag für die nächs­ten 20 Jah­re ge­ei­nigt. Das Ab­kom­men gilt für mehr als 1,5 Mil­li­ar­den Men­schen auf vier Kon­ti­nen­ten. Ich freue mich, dass die Ei­ni­gung un­ter deut­scher Rats­prä­si­dent­schaft zu­stan­de­ge­kom­men ist und dass auch bei strit­ti­gen Punk­ten wie ge­re­gel­ter Mi­gra­ti­on, ver­bind­li­chen und de­tail­lier­ten Re­ge­lun­gen zur Rück­über­nah­me so­wie Men­schen­rech­ten gu­te Kom­pro­mis­se er­zielt wur­den. Haupt­ziel des Ab­kom­mens ist Ar­muts­be­kämp­fung und nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung so­wie ei­ne en­ge­re Zu­sam­men­ar­beit bei Mi­gra­ti­on, Kli­ma­schutz und Bil­dung. Das Ab­kom­men setzt so neue Im­pul­se für Wirt­schaft und Be­schäf­ti­gung. So ver­pflich­ten sich die EU und Afri­ka zur Zu­sam­men­ar­beit bei der Afri­ka­ni­schen Frei­han­dels­zo­ne, die über ei­ne Mil­li­ar­de Men­schen um­fasst. Eu­ro­pa muss die­se Ge­le­gen­heit nut­zen, um fai­re Han­dels­be­zie­hun­gen auf Au­gen­hö­he zu schaf­fen. Denn da­mit lö­sen wir die grö­ß­ten Ent­wick­lungs­schrit­te aus. Das liegt auch im In­ter­es­se Eu­ro­pas."

  • Die deut­sche EU-Rats­prä­si­dent­schaft hat die Ver­hand­lun­gen zum neu­en Part­ner­schafts­ab­kom­men prä­gend mit­ge­stal­tet. Das neue Ab­kom­men soll ab 2021 für 20 Jah­re gel­ten. Nach Ab­schluss des Ver­hand­lungs­tex­tes muss es noch un­ter­zeich­net und ra­ti­fi­ziert wer­den.
  • ​Das bis­he­ri­ge Co­to­nou-Ab­kom­men wur­de im Jahr 2000 un­ter­zeich­net und soll­te bis Fe­bru­ar 2020 lau­fen. We­gen der in­ten­si­ven Ver­hand­lun­gen wird es bis zum In­kraft­tre­ten des neu­en so­ge­nann­ten Post-Co­to­nou-Ab­kom­mens bis No­vem­ber 2021 ver­län­gert.
  • Für die bis­he­ri­ge Zu­sam­men­ar­beit mit den AKP-Staa­ten wur­de der Eu­ro­päi­sche Ent­wick­lungs­fonds ein­ge­rich­tet mit ei­nem Vo­lu­men von 30,5 Mil­li­ar­den Eu­ro im Zeit­raum 2014–2020. Deutsch­land ist mit 6,3 Mil­li­ar­den Eu­ro der grö­ß­te Bei­trags­zah­ler in den Fonds.