Anlässlich des Festival of Lights im September 2020 in Berlin wurden auf die Fassade des BMZ Motive zu den SDGS des Künstlers Leon Löwentraut projiziert.

Bilanz Fünf Jahre Agenda 2030 – Wo stehen wir jetzt?

Weltweit haben Staaten die Agenda 2030 in konkrete Strategien übersetzt. Deutschland setzt die Agenda 2030 auf drei Ebenen um: Zusammen mit unseren Partnerländern, auf der internationalen Ebene und in Deutschland selber. In den vergangenen Jahren konnten auf allen drei Ebenen Erfolge erzielt werden, aber auch Herausforderungen sind sichtbar. 

Um­set­zung der Agen­da 2030 mit Part­ner­län­dern

Ziele für nachhaltige Entwicklung | Bericht 2021

Ziele für nachhaltige Entwicklung | Bericht 2021

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 09/2021 | Dateigröße 20 MB, Seiten 75 Seiten

Auch ge­mein­sam mit un­se­ren Part­ner­län­dern konn­ten wir Fort­schrit­te bei der Um­set­zung der Agen­da 2030 er­rei­chen. Bei­spiels­wei­se ist die Zahl der Frau­en in Par­la­men­ten an­ge­stie­gen und liegt mitt­ler­wei­le welt­weit bei 25,2 Pro­zent. 

Doch der Fort­schritt er­folgt nicht in al­len Welt­re­gio­nen glei­cher­ma­ßen. Um das Ver­spre­chen der Agen­da 2030 "Nie­man­den zu­rück­zu­las­sen" ein­zu­lö­sen, müs­sen hier ge­zielt Maß­nah­men ein­ge­lei­tet wer­den, um vul­ne­r­a­ble und be­nach­tei­lig­te Be­völ­ke­rungs­grup­pen zu er­rei­chen.

Ne­ben den Er­fol­gen be­ob­ach­ten wir bei der Um­set­zung der Agen­da 2030 in Part­ner­län­dern auch Her­aus­for­de­run­gen. Bei­spiels­wei­se ist die Zahl der Hun­gern­den welt­weit im drit­ten Jahr in Fol­ge ge­stie­gen. Rund 820 Mil­lio­nen Men­schen, al­so je­der neun­te Mensch welt­weit, hat kei­nen aus­rei­chen­den Zu­gang zu Nah­rung.

Umsetzung der Agenda 2030 auf internationaler Ebene

Das jähr­lich statt­fin­den­de Hoch­ran­gi­ge Po­li­ti­sche Fo­rum (HLPF) in New York hat sich als zen­tra­les Gre­mi­um für die Um­set­zung der Agen­da 2030 eta­bliert. Die­se in­ter­na­tio­na­le Büh­ne er­mög­licht den Er­fah­rungs­aus­tausch zur Um­set­zung der Agen­da 2030. Über 170 Län­der ha­ben be­reits ei­nen frei­wil­li­gen Staa­ten­be­richt vor­ge­legt, um über ih­re Um­set­zung der Agen­da 2030 Re­chen­schaft ab­zu­le­gen.

Vier zen­tra­le Her­aus­for­de­run­gen er­schwe­ren die Um­set­zung der Agen­da 2030 auf glo­ba­ler Ebe­ne da­bei be­son­ders: wach­sen­de Ar­mut und Un­gleich­heit, der Kli­ma­wan­del, der Ver­lust von Bio­di­ver­si­tät und stei­gen­der Res­sour­cen­ver­brauch. 

Mul­ti­la­te­ra­le In­sti­tu­tio­nen müs­sen ei­nen noch grö­ße­ren Bei­trag zur Um­set­zung der Agen­da 2030 leis­ten. Deutsch­land setzt sich des­halb bei­spiels­wei­se im Rah­men sei­ner EU-Rats­prä­si­dent­schaft für die Er­ar­bei­tung ei­ner EU-wei­ten Agen­da-2030-Um­set­zungs­stra­te­gie ein.

Umsetzung der Agenda 2030 in Deutschland

Die Deut­sche Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie ist die Grund­la­ge für die Um­set­zung der Agen­da 2030 in Deutsch­land. Mit ih­ren 65 In­di­ka­to­ren wird der Stand der Um­set­zung über­prüft. Ei­ni­ge ex­em­pla­ri­sche Er­fol­ge:

  • Die Zahl von Frau­en in Auf­sichts­rä­ten deut­scher Un­ter­neh­men ist von 21,3 Pro­zent im Jahr 2015 auf 32,2 Pro­zent ge­stie­gen.
  • Au­ßer­dem ist der An­teil er­neu­er­ba­rer En­er­gi­en am Strom­ver­brauch von 31,5 Pro­zent im Jahr 2015 auf 42,1 Pro­zent ge­stie­gen.

Doch auch in Deutsch­land muss noch mehr für die Er­rei­chung der SDGs tun.

Bei 36 der 65 In­di­ka­to­ren wür­de das Ziel beim jet­zi­gen Um­set­zungs­tem­po ver­fehlt. Durch die re­gel­mä­ßi­ge Ak­tua­li­sie­rung der Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie wird nach­jus­tiert, da­mit die Zie­le durch ge­ziel­te Maß­nah­men er­reicht wer­den.

Co­ro­na-Pan­de­mie als Wen­de­punkt?

Die Aus­wir­kun­gen der Co­ro­na-Pan­de­mie ha­ben die Fort­schrit­te bei den Zie­len für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung in ei­ni­gen Be­rei­chen zu­rück­ge­wor­fen. Der dies­jäh­ri­ge SDG-Fort­schritts­be­richt der Ver­ein­ten Na­tio­nen un­ter­streicht die­se Bi­lanz und zeigt, dass sich un­se­re Ge­sell­schaft an ei­nem Schei­de­weg be­fin­det: Wir kön­nen ent­schei­den, wei­ter wie bis­her zu le­ben, oder ob wir un­se­re Welt mehr auf Nach­hal­tig­keit aus­rich­ten und ge­stärkt aus der Kri­se zu ge­hen.

UN-Ge­ne­ral­se­kre­tär António Gu­ter­res be­ton­te zu­letzt, dass die Um­set­zung der Agen­da 2030 die Re­si­li­enz von Staa­ten er­höht, um zu­künf­tig bes­ser auf Pan­de­mi­en und an­de­re Kri­sen re­agie­ren zu kön­nen. Die Agen­da 2030 muss uns als Kom­pass zur Über­win­dung der Co­ro­na-Kri­se die­nen.

Das BMZ setzt sich des­halb da­für ein, die Co­ro­na-Pan­de­mie als Neu­aus­rich­tung auf ei­ne nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung zu nut­zen. Hier­zu er­klär­te Mi­nis­ter Mül­ler: "Wir kön­nen stolz auf die­se glo­ba­le Agen­da sein. Wir ha­ben uns gro­ße Zie­le ge­setzt: ei­ne ge­rech­te und in­tak­te Welt für al­le, oh­ne Hun­ger, Ar­mut und Un­gleich­heit, oh­ne Aus­beu­tung und Na­tur­zer­stö­rung. Und doch wis­sen wir auch: Wenn wir wei­ter­ma­chen, wie bis­her, wer­den wir die SDGs nicht er­rei­chen. Co­ro­na ist ein Weck­ruf an uns al­le: Nach­hal­tig­keit ist ei­ne Über­le­bens­fra­ge der Mensch­heit!"