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Hintergrund "Entwicklungsfaktor extraktive Rohstoffe"

Eisenerzmine in Südafrika

Der Rohstoffsektor kann zur wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes beitragen. Denn ein gut geführter Rohstoffsektor ermöglicht Staatseinkünfte, die der gesamten Bevölkerung von Nutzen sind. Gleichzeitig fördert er den Aufbau von Infrastruktur und ermöglicht die Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze, vor allem in der Zuliefer- und Weiterverarbeitungsindustrie. Parallel wird der Aufbau sekundärer Wirtschaftssektoren begünstigt und somit eine Basis für ein nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum geschaffen. Hierin liegt die entwicklungspolitische Bedeutung des Rohstoffsektors.

Eine zunehmende Zahl von Entwicklungsländern hat sich zum Ziel gesetzt, vom eigenen Rohstoffreichtum verstärkt zu profitieren. Staatseinnahmen aus dem Rohstoffsektor können jedoch nur dann generiert und wirksam eingesetzt werden, wenn die geeigneten Rahmenbedingungen bestehen oder geschaffen werden können. Schwache staatliche Institutionen und gesetzliche Rahmenbedingungen, Korruption und fehlende Einbindung der Zivilgesellschaft in Entscheidungsprozesse können die positive Wirksamkeit des Rohstoffsektors verhindern. Dies kann Menschenrechtsverletzungen, Umweltprobleme und negative soziale Auswirkungen für die lokale Bevölkerung zur Folge haben.

Aus diesem Grund ist die umfassende Verankerung von Nachhaltigkeitsstrategien in der Rohstoffpolitik von großer Bedeutung. Hierzu gehören in erster Linie die Implementierung von guter Regierungsführung, leistungsfähige (Finanz-)Institutionen und Transparenz sowie die Bekämpfung von Korruption. Auch müssen ökologische und soziale Wirkungen berücksichtigt werden. Für den Aufbau eines wirkungsvollen Rohstoffsektors ist zudem ein gutes Zusammenspiel zwischen staatlichen Institutionen und dem Privatsektor der Schlüssel. Staatliche Institutionen müssen in der Lage sein, den Rohstoffsektor zu steuern und zu kontrollieren, damit Rohstoffunternehmen rechtliche Bestimmungen einhalten und Abgaben fristgerecht entrichten. Diese Maßnahmen führen gleichzeitig zu einem verbesserten Investitionsklima und erleichtern damit die Entstehung oder Stärkung der weiterverarbeitenden Industrie im eigenen Land.

Die große Herausforderung für Regierungen liegt darin, ausgeglichene und ganzheitliche Lösungsansätze zu entwickeln und durchzuführen. So kann sich das Potential des Rohstoffsektors als Motor für nationale wirtschaftliche und soziale Entwicklung entfalten.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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