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Gendermainstreaming Multi-Stakeholder-Initiativen

Gender Safeguards im Kampf gegen Konfliktdiamenten

Panel Discussion on Women`s Participation in the Gemstone Industry

24.07.2019 |

Als Blutdiamanten oder Konfliktdiamanten werden die Edelsteine bezeichnet, mit deren Verkaufserlösen gewalttätige Konflikte finanziert werden. Der Kimberley Prozess (KP) ist eine globale freiwillige Vereinbarung zwischen Regierungen, Zivilgesellschaft und Industrie, mit der versucht wird, den Handel mit sogenannten Konfliktdiamanten zu stoppen. Gender-Aspekte haben im Kimberley Prozess bislang keine große Rolle gespielt.

Dies soll sich ändern. So wird im Zusammenhang mit dem 2-jährigen Revisions-Prozess des KPs im vergangenen Jahr unter anderem viel über die Beachtung von Gender-Aspekten diskutiert. Auch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) engagiert sich auf diesem Gebiet. Im Rahmen des Sektorprogramms (SP) Rohstoffe und Entwicklung wurde die Consultingagentur Levin Sources mit der Erstellung eines richtungsweisenden Policy Briefings für eine stärkere Einbeziehung von Genderaspekten in den KP-Reformprozess beauftragt: The Gender Safeguards for the Kimberley Process. Die entstandene Studie gibt praktische Empfehlungen wie Gender stärker in Arbeitsinhalte und Governancestrukturen des KP auf globaler sowie nationaler Ebene eingegliedert werden kann.

Erstmals offiziell vorgestellt wurden die Safeguards von Chloe Jacot (Levin Sources) im Auftrag von BMZ / GIZ auf dem East and Southern African Coloured Gemstone Forum vom 10.-12. Juli 2019 in Nairobi. Vertreter*innen von Regierungen, Industrie, Zivilgesellschaft und Wissenschaft aus unterschiedlichsten Ländern im süd- und östlichen Afrika (darunter auch Mitgliedsländer des KPs) kamen während des Forums zusammen, um sich über bewährte Praktiken sowie innovative Lösungen für den Handel und Umgang mit farbigen Edelsteinen, auszutauschen.

Ein Teil der Veranstaltung drehte sich auch explizit um die Beteiligung von Frauen an der Edelsteinindustrie. Im Rahmen dieser Session hatte das SP Rohstoffe und Entwicklung die Möglichkeit, die Ergebnisse der Gender Safeguards vorzustellen. Die Vorstellung stieß auf großes Interesse. Die aufkommende Diskussion zwischen den Teilnehmenden drehte sich u.a. darum, besonders auch Männer verstärkt für die Gleichstellung der Geschlechter zu sensibilisieren. Drüber hinaus wurde die Frage nach staatlichen Regulierungen hinsichtlich der Vergabe von Bergbaulizenzen an Frauen diskutiert.

Unter anderem beinhalten die Handlungsempfehlungen folgende Ergebnisse:

  • Verpflichtung zur Aufnahme von Geschlechtergerechtigkeit in allen offiziellen KP-Dokumenten     
  • Genderspezifische Anpassung der Definition von Konfliktdiamanten (Gendersensible Sprache sowie Erweiterung der Definition um Gewalt gegen Frauen und Mädchen)        
  • Verbesserung des sozio-ökonomischen Status‘ von Frauen durch Partizipation in allen Sektoren der Wirtschaft (Gefühl von Normalität)
  • Sammeln von Gender-Daten während der KP-Überprüfungsbesuche
  • Etablierung / Bildung von Bergbauverbänden speziell für Frauen

Für weitere Informationen, wenden Sie sich bitte an Lisa Stellner.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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