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Sektorregime und Rohstoffpolitik

Ein Plan für bessere Zeiten: Reformen für den Rohstoffsektor in Sierra Leone

Gespräche zwischen GIZ und Regierungs- und Zivilgesellschaftsvertretern in Sierra Leone

24.11.2016 |

Das westafrikanische Sierra Leone hat ein Problem: niedrige Rohstoffpreise belasten die Wirtschaft und den Staatshaushalt. In den vergangenen Jahren hat sich der Bergbausektor in Sierra Leone zum Motor des Wirtschaftswachstums entwickelt. Zwischen 2012 und 2014 trug der Bergbau (v.a. Eisenerz und Diamanten) 22 Prozent zum BIP bei, 72 Prozent zum realen BIP-Wachstum und machte 83 Prozent der Exporte aus. Der Sektor steuerte im gleichen Zeitraum 21 Prozent der Staatseinnahmen bei. Seit 2015 sind diese Zahlen eingebrochen, eine wichtige Finanzierungsquelle für die Entwicklung des Landes ist in Gefahr.

Rohstoffpreise folgen langen Zyklen und auch für die aktuelle Situation gilt: nach der Krise kommt der Boom. Länder, die sich jetzt gut aufstellen, werden besonders davon profitieren. Um dieses Potential für die eigene Entwicklung voll auszuschöpfen, hat das westafrikanische Land einen umfassenden Reformprozess des eigenen Rohstoffregimes begonnen.

In diesem sektoralen Benchmarking-Prozess wurden die staatlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nach internationalen Standards wie der Africa Mining Vision und der Natural Resource Charter bewertet. Auf der Grundlage dieser Analyse haben vom 10. bis zum 12. Oktober 2016 die Regierung gemeinsam mit Vertretern aus Privatsektor und Zivilgesellschaft einen nationalen Reformplan für das Rohstoffregime entwickelt. Kristian Lempa, Leiter des Sektorprogramms Rohstoffe und Entwicklung bei der GIZ, war bei diesem Workshop vor Ort und brachte internationale Erfahrungen zu Standards der guten Rohstoffgovernance in den Prozess mit ein.

Ziel des Reformplans ist es, einen fairen Ausgleich zwischen guten Investitionsbedingungen und angemessenen Beiträgen des Bergbaus zur Entwicklung Sierra Leones zu schaffen. Gute Gesetze, stabile Institutionen und eine interessierte und informierte Bevölkerung – das sind die Erfolgsfaktoren für die nachhaltige Entwicklung eines rohstoffabhängigen Landes.

Die Aktivität wird vom GIZ Regionalprogramm Rohstoffgovernance in den fragilen Staaten Westafrikas dabei unterstützt, die nötigen staatlichen Rahmenbedingungen vor Ort zu schaffen. Aktuell wird der Ansatz des Benchmarkings im Rohstoffsektor als Standardinstrument zum scaling-up auch in anderen rohstoffabhängigen Partnerländern aufbereitet.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie gerne Kristian Lempa.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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