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Globale und lokale Rohstoffwirtschaft

Enterprise around Mining

Container auf dem Gelände einer Mine in Simbabwe

Enterprise around Mining (EAM) ist ein Bündel von Instrumenten, das die Integration des Rohstoffsektors in lokale Wirtschaftskreisläufe fördert. In den meisten rohstoffproduzierenden Entwicklungsländern liegt die jährliche Kaufkraft der dort operierenden Bergbauunternehmen im Milliardenbereich. Regelmäßig benötigte Produkte sind bspw. Ersatzteile, Chemikalien für die Aufbereitung oder Stahlkugeln zum Malen des abgebauten Gesteins. Diese Produkte, die sich in den meisten Fällen weder im kapitalintensiven, noch im High-TechBereich bewegen, bieten grundsätzlich gute Geschäftsmöglichkeiten für lokale Unternehmen.

Insbesondere in Afrika ist die Rohstoffindustrie jedoch vielerorts wirtschaftlich isoliert und bedient sich globaler Zulieferketten. Die lokale Wirtschaft bleibt außen vor. Damit ist eine Chance vertan, die Kaufkraft des Bergbaus für den Aufbau eines lokal produzierenden Gewerbes zu nutzen, das Arbeitsplätze schafft und zur wirtschaftlichen Diversifizierung beiträgt.

Warum wird das Geschäftspotential, das der Bergbau für lokale Unternehmen bietet also kaum genutzt? Ein wesentlicher Grund liegt in der großen Distanz zwischen den Anforderungen globaler Bergbauunternehmen an Lieferfähigkeit, Produktzertifizierungen sowie -qualität und den vorhandenen Kapazitäten der lokal ansässigen Unternehmen. Letztere sind oft schlicht zu klein, um das Geschäft sicher bedienen zu können. Durch einen schwierigen Zugang zu Investitionskrediten fehlt zudem die Wachstumsperspektive.

EAM greift diesen Punkt auf und sucht durch Unternehmenskooperationen eine Brücke zwischen Industrie und lokalen Zulieferern zu schlagen. Denn der afrikanische Rohstoffsektor ist aus kommerzieller Sicht auch für etablierte internationale Zulieferer interessant. Mit einem lokalen Partner, der dort auch produziert, lassen sich Produktions- und Wartungskosten erheblich senken und so neue Märkte erschließen. EAM unterstützt internationale und lokale Unternehmen auf diesem Weg, indem es Risiken senkt. Ausgangspunkt ist ein eigens entwickeltes Modell zur Berechnung von Marktgrößen einzelner Zulieferprodukte. Abgeleitet aus der Finanzberichterstattung der Bergbauunternehmen lassen sich so Aussagen zur Beschaffenheit von Absatzmärkten treffen. Tiefergehende Produktmachbarkeitsstudien, die auch das lokale Produktionsumfeld betrachten, helfen bei der Identifikation vielversprechender Produkte, die sich für eine lokale Produktion eignen. Eine Beratung einzelner Unternehmen sowie die Anbahnung von Partnerschaften finden schließlich über Mittler statt. Dabei handelt es sich um Industrie-, Handels-, und Bergbaukammern und ggf. auch staatliche Stellen.

Nach einer Konzeptionsphase am Beispiel des südlichen Afrika findet EAM gegenwärtig in der Umsetzung der Africa Mining Vision in Ghana Anwendung. Die Analyse der Absatzmärkte erfolgt regional und deckt damit den gesamten Goldbergbau in Ghana, Burkina Faso, Mali und der Elfenbeinküste ab.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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