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Globale und lokale Rohstoffwirtschaft

Der Mining Local Procurement Reporting Mechanism für lokale wirtschaftliche Entwicklung

Metallverarbeitung

Zahlungen an Zulieferer stellen mit 55 bis 70 Prozent den größten Anteil der Investitionen für Bergbauunternehmen dar und bieten somit enorme Potentiale für entwicklungspolitische Wirkungen. Während nationale Regierungen die mangelnde Integration des Rohstoffsektors in die heimische Wirtschaft bemängeln und zunehmend auf Regulierung setzen, betonen Bergbauunternehmen ihre sozialen Investitionen in Form von Finanzierung lokaler Infrastruktur oder Unterstützung von Kleinunternehmern in Abbaugebieten.

Um Transparenz und Vergleichbarkeit in diese unterschiedlichen Praktiken, Strategien und Politiken zu bringen und die lokale Beschaffung langfristig zu stärken, entwickelte das Sektorprogramm Rohstoffe und Entwicklung gemeinsam mit der Mining Shared Value (MSV) Initiative den Mining Local Procurement Reporting Mechanism (LPRM) zu Local Procurement Aktivitäten von Bergbauunternehmen.

Der LPRM ist ein Berichtstandard für Rohstoffunternehmen zu ihrer Beschaffungsorganisation. Er adressiert die Lücken in aktuellen Berichtsrahmen und hilft der Standardisierung von Diskussionen um lokale Wertschöpfung von Partnerländern und Bergbauunternehmen. Die neue Verfügbarkeit von Daten trägt dazu bei, dass Transparenz geschaffen und die Bemühungen verschiedener Stakeholder und Geber effektiver koordiniert werden könnten. Durch den LPRM erhalten Verwaltung und lokale Unternehmen oft zum ersten Mal verlässliche und vergleichbare Informationen darüber, welche Produkte und Dienstleistungen im Rohstoffsektor nachgefragt werden. Der notwendige Rechtsrahmen, die lokale Produktion sowie Ausbildungsmaßnahmen können auf Basis der Daten besser auf diese Nachfrage ausgerichtet werden.

Der Mining LPRM wurde im Rahmen eines partizipativen Multiakteursprozesses entwickelt und in drei Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit pilotiert (Albanien, Mongolei und Mali).

Das African Minerals Development Center (AMDC) bestätigt die hohe entwicklungspolitische Relevanz des Instruments für afrikanische rohstoffreiche Länder. Der LPRM trägt dazu bei, dass nationale Lieferantenentwicklungsprogramme besser im Sinne der Africa Mining Vision (AMV), einer ressourcenbasierte Industrialisierungs- und Entwicklungsstrategie für Afrika, umzusetzen sind und so über den Bergbausektor hinaus lokale kleine und mittelständische Unternehmen gefördert werden. So kann er einen wertvollen Beitrag zu lokaler wirtschaftlicher Entwicklung und damit zur Erreichung von SDG 8 in den Partnerländern der deutschen EZ leisten. Das Instrument steht der internationalen EZ zur Verfügung und kann mittels von Multiakteursprozessen und mit Unterstützung des Sektorprogramms Rohstoffe und Entwicklung in Partnerländern verankert werden.

Den Mining LPRM finden Sie: hier.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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