Deauville-PartnerschaftHochrangige Konferenz der G7-Deauville-Partnerschaft – Verantwortungsvolle finanzielle Inklusion für soziale Inklusion und Stabilität

28.4.2015 – Über 100 hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Zentralbanken und Aufsichtsbehörden der Region kamen Ende April in Berlin zu einer gemeinsamen Konferenz zu finanzieller Inklusion in der MENA-Region (Naher Osten und Nordafrika) im Kontext der Deauville-Partnerschaft zusammen. Die Parlamentarischen Staatssekretäre der beiden gastgebenden Ministerien, Steffen Kampeter vom Bundesfinanzministerium (BMF) und Thomas Silberhorn vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), eröffneten die Konferenz, die gemeinsam mit der Allianz für finanzielle Inklusion (AFI) ausgerichtet wurde.

Der Parlamentarische Staatssekretär des BMZ Thomas Silberhorn sagte in seiner Rede, Deutschland werde aufbauend auf langjähriger Zusammenarbeit mit der Region die finanzielle Inklusion, finanzielle Grundbildung und verantwortliche Finanzwirtschaft ("responsible finance") weiter stärken. Er betonte die Erfolge der letzten Jahre und unterstrich, wie wichtig der regionale Wissensaustausch ist.

Im Rahmen der Deauville-Partnerschaft ist das Thema finanzielle Inklusion ein Schwerpunkt der deutschen G7-Präsidentschaft. Ziel ist es, nachhaltiges und integratives Wachstum und Beschäftigung in arabischen Staaten zu fördern, die sich im politischen Wandel befinden. Der mangelnde Zugang zu Finanzdienstleistungen ist ein Haupthindernis dabei. Kleine und mittlere Unternehmen können von der Schaffung von Rücklagen, einem Zugang zu Krediten und Versicherungen und günstigeren Überweisungskosten profitieren. Durch bessere finanzielle Inklusion können Menschen und kleine und mittlere Unternehmen also besser sparen, investieren, Geldbeträge überweisen und ihre Risiken angemessen absichern. Neue Jobs, neue Unternehmen und somit Lebensperspektiven werden geschaffen. Bisher mangelt es circa der Hälfte der kleineren und mittleren Unternehmen an Zugang zu grundlegenden Finanzdienstleistungen. Gerade diese Unternehmen sind aber zentral für die Entstehung neuer Arbeitsplätze.

Auf der Konferenz tauschten sich Teilnehmer aus der Privatwirtschaft, aus internationalen Finanzorganisationen und den G7-Staaten über erfolgreiche Beispiele für politische Initiativen zur finanziellen Inklusion in arabischen Staaten aus. In den Diskussionen wurde deutlich, dass Transformationsprozesse zwar oft langwierig und fragil sind; jedoch dürften auch Rückschläge und Krisen nicht über die Notwendigkeit nachhaltiger Unterstützung für strukturelle Reformprozesse hinwegtäuschen.

Konkretes Ergebnis der Konferenz war die Verabschiedung eines regionalen Aktionsplans für finanzielle Inklusion. In dem Plan wird die besondere Bedeutung von Finanzierung für kleine und mittlere Unternehmen, der Nutzung digitaler Technologien und verantwortungsvoller Finanzwirtschaft ("responsible finance") hervorgehoben und zu mehr Engagement in diesen Themenfeldern eingeladen. Diskussionsteilnehmer betonten die Bedeutung des regionalen Aktionsplans für finanzielle Inklusion über den G7 Kontext hinaus, insbesondere in Verbindung mit dem G20 Global Partnership for Financial Inclusion (GPFI) und weiteren internationalen Prozessen.