Wofür braucht Gavi zusätzliches Geld?

Neugeborene auf einer Baby-Station in Prizren, Kosovo

Neugeborene auf einer Baby-Station in Prizren, Kosovo

© Photothek

Die Investitionen, die wir jetzt tätigen, können dafür sorgen, dass – hochgerechnet – in den kommenden fünf Jahren alle zwei Sekunden ein Kind geimpft werden kann. Auf diese Weise sichern wir in den nächsten Jahren für alle unsere Kinder ein gesundes Leben und eine gute wirtschaftliche Entwicklung.

Dagfinn Høybråten, Vorstandsvorsitzender der Impfallianz Gavi

Gavis Ziel ist es, das Leben von Kindern zu schützen und die Gesundheit der Menschen zu verbessern – durch vereinfachten Zugang zu Impfungen in Entwicklungsländern. Gavi hat viel erreicht, aber dennoch hat jedes fünfte Kind weltweit weiterhin keinen Basisimpfschutz.

Die Impfallianz benötigt zusätzliche 7,5 Milliarden US-Dollar, um im Zeitraum von 2016 bis 2020 die Nachfrage der von Gavi unterstützten Länder nach Impfprogrammen decken zu können. Das Geld soll eingesetzt werden, um weitere 300 Millionen Menschen zu impfen. Der Bedarf an Mitteln hängt eng von drei Faktoren ab:

  • Voraussichtliche Nachfrage der Partnerländer nach Gavi-Impfstoffen
  • Voraussichtliche Kosten, um diese Impfstoffe zu kaufen und zu liefern,
  • Weitere strategische Erwägungen, die in Gavis Strategie für 2016 bis 2020 festgelegt sind
Partnerländer, die Unterstützung für die Stärkung von Gesundheitssystemen erhalten

Partnerländer, die Unterstützung für die Stärkung von Gesundheitssystemen erhalten

© Gavi

Gavi-Partnerländer, die Unterstützung zur Stärkung von Gesundheitssystemen erhalten (Stand: Juni 2014)

Die zusätzlichen Mittel sollen auch dazu verwendet werden, die Gesundheitssysteme in den Gavi-Partnerländern weiter auszubauen. Hierfür ist Gavi ein wichtiger Partner der G7. Denn nur durch leistungsfähige Gesundheitssysteme können nachhaltige Erfolge erzielt und möglichst viele Menschen erreicht, aufgeklärt und behandelt werden. Auch für die Prävention und Bekämpfung von Krankheiten, gegen die es keinen Impfstoff gibt, ist eine leistungsfähige Infrastruktur erforderlich.

Wer stellt die Mittel zur Verfügung?

Einen wichtigen Teil der Finanzierung werden die von Gavi geförderten Länder selbst beisteuern. Durch ihre steigende Wirtschaftskraft sind sie in der Lage, ihre Beiträge gegenüber dem vorangegangenen 5-Jahres-Zeitraum fast zu verdreifachen: auf voraussichtlich 1,2 Milliarden US-Dollar.

Bei der Gavi-Geberkonferenz am 27. Januar 2015 in Berlin haben 17 Staaten, die Europäische Kommission und Partner aus dem privaten Sektor neue Mittel in Höhe von insgesamt 7,539 Milliarden US-Dollar zugesagt. Unter den Geberstaaten sind auch vier Länder, die zum ersten Mal Geld für Gavi zur Verfügung stellen (China, Katar, Oman und Saudi-Arabien).
Größter Geber der Impfallianz im Zeitraum 2016 bis 2020 ist mit 2,343 Milliarden US-Dollar Großbritannien, gefolgt von der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung (1,553 Milliarden) und Norwegen (1,016 Milliarden). Die USA stellen 800 Millionen US-Dollar zur Verfügung, Deutschland 720 Millionen, Frankreich 524, Italien 437, Kanada 451 und die Europäische Kommission 240 Millionen US-Dollar.

Die vollständige Liste der Geber-Staaten und -Organisationen finden Sie hier.

Transparenz und Rechenschaftspflicht

Deutschland und Gavi nehmen Transparenz und Rechenschaftspflicht sowie Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit (Aid Effectiveness) gleichermaßen in den Blick: Gavi erzielte gute Ergebnisse in australischen, schwedischen und britischen Evaluierungen sowie in den Rankings der International Aid Transparency Initiative (IATI). Im Aid Transparency Index (ATI) 2014 belegt Gavi den vierten Platz von insgesamt 68 Organisationen. Auch das Multilateral Organisations Performance Assessment Network (MOPAN), ein Netzwerk zur Bewertung der Leistungsfähigkeit multilateraler Organisationen, dem Deutschland als Mitglied angehört, lobt die Impfallianz für die Effektivität und Ergebnisorientierung ihrer Arbeit.