Wie arbeitet Gavi?

Gesundheitszentren in Tansania bieten einen Außendienst an, um Kinder, deren Eltern nicht die Möglichkeit haben, sie zur nächsten Klinik zu bringen, mit Fünffach-Impfstoff zu impfen.

Gesundheitszentren in Tansania bieten einen Außendienst an, um Kinder, deren Eltern nicht die Möglichkeit haben, sie zur nächsten Klinik zu bringen, mit Fünffach-Impfstoff zu impfen.

© Gavi/Doune Porter

Um Kindern Zugang zu lebensrettenden Gesundheitsdiensten zu ermöglichen, ist ein Impfprogramm oft der erste Schritt. Die Impfallianz Gavi unterstützt darum Länder, die die Versorgung der Kinder mit wichtigen Grundimpfungen verbessern wollen.

Gavi engagiert sich in vier Bereichen:

Immunisierungsraten erhöhen, neue Impfstoffe einführen

Seit der Gründung von Gavi im Jahr 2000 konnten mehr als 500 Millionen Kinder geimpft werden und dadurch etwa sieben Millionen Leben gerettet werden. Schwerpunkte des Gavi-Engagements sind Impfungen gegen folgende Krankheiten beziehungsweise Erreger:

  • Fünffach-Impfstoff gegen Hepatitis B, Haemophilus influenzae Typ b (Hib), Keuchhusten, Diphtherie, Tetanus
  • Masern
  • Röteln
  • Humane Papillomviren (HPV)
  • Pneumokokken (Haupterreger von Lungenentzündung)
  • Rotaviren (ursächlich für schwere Durchfallerkrankungen)
  • Gelbfieber
  • Meningitis A
  • Polio (Kinderlähmung)

Märkte für Impfstoffe beeinflussen

Durch die Bündelung der Nachfrage aus den Entwicklungsländern und die Zusammenarbeit mit Impfstoffherstellern ist es Gavi gelungen, den Impfstoffmarkt zu beeinflussen. Die Impfstoffpreise für Entwicklungsländer sind deutlich gesunken.

Ausbau der Gesundheitsinfrastruktur

Länder, in denen die Gesundheitssysteme noch nicht ausreichend ausgebaut sind, werden häufig durch Geber wie Deutschland – zum Teil in Partnerschaft mit anderen Gebern – unterstützt, zum Beispiel durch ergebnisorientierte Ansätze. Damit wirklich jedes Kind die Impfungen erhält, die es braucht, und Impfraten überall gleichermaßen stabil und hoch sind, sind starke Gesundheitssysteme erforderlich. Gavi arbeitet mit vielen Ländern zusammen, deren Gesundheitssysteme ungleichmäßig oder unzulänglich sind. Schwache Gesundheitssysteme sind für Gavi eines der größten Hindernisse beim Erreichen des Ziels, jedes Kind mit Impfungen zu versorgen – unabhängig davon, wo es lebt.

Gavi unterstützt Partnerländer deshalb auch dabei, bestehende Gesundheitsinfrastruktur auszubauen und zu verbessern, wo es nötig ist. Hierfür können die Länder zusätzliche Gelder beantragen.

Finanzierung sichern

Durch langfristige Finanzierungszusagen der Geberländer an Gavi wird die notwendige Planungssicherheit gewährleistet – sowohl der Entwicklungsländer zur Finanzierung ihrer Routineimpfprogramme als auch für die Impfstoffhersteller zur Planung künftiger Investitionen. Alle von Gavi geförderten Länder beteiligen sich zudem an den Impfkosten. Mit zunehmender Wirtschaftsleistung erhöhen die Länder ihre finanzielle Beteiligung an den Impfprogrammen, um langfristig ohne fremde Hilfe auszukommen.

Die Impfallianz hat außerdem innovative Finanzinstrumente entwickelt, die für langfristige Preisstabilität und Verfügbarkeit von Impfstoffen sorgen.

Das Arbeitsmodell von Gavi

Spritzengrafik Gavi

Spritzengrafik Gavi

© Gavi

Wer arbeitet bei Gavi mit?

Die Impfallianz Gavi verkörpert eine innovative Form der Partnerschaft in der Entwicklungszusammenarbeit: Alle wichtigen Akteure und Entscheidungsträger arbeiten zusammen. Partner in der Impfallianz sind Regierungen von Industrie- und Entwicklungsländern, die Weltgesundheitsorganisation (WHO), das Kinderhilfswerk UNICEF, die Weltbank, die Bill & Melinda Gates Stiftung, Impfstoffhersteller aus Industrie- und Schwellenländern, Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitswesens und Nichtregierungsorganisationen. Gavi hat ihren Sitz in Genf und ist seit Anfang 2009 eine Stiftung nach Schweizer Recht.

Gavi hat keine Länderbüros und arbeitet nicht vor Ort. Gavis Arbeit stützt sich auf die Strukturen der Allianzpartner vor Ort, wie beispielsweise UNICEF oder WHO, insbesondere aber auf die Zusammenarbeit mit den Partnerländern selbst.