Der deutsche Beitrag

Mütter und Kinder warten vor einer Klinik in Tansania auf eine Impfung.

Mütter und Kinder warten vor einer Klinik in Tansania auf eine Impfung.

© Gavi/Sala Lewis

Deutschland setzt sich für die Steigerung von Impfraten und die Stärkung von Gesundheitssystemen ein und unterstützt Gavi daher seit dem Jahr 2006. Die Bundesregierung hat ihre jährlichen Zusagen für Gavi in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht: 2012 und 2013 wurden jeweils 30 Millionen Euro zugesagt; im Bundeshaushalt 2014 wurden insgesamt 38 Millionen Euro bereitgestellt. Bei der Wiederauffüllungskonferenz im Januar 2015 kündigte die Bundesregierung an, bis zum Jahr 2020 bis zu 600 Millionen Euro für Gavi zur Verfügung zu stellen.

Deutschlands gezielte Unterstützung für die Impfprogramme in Tansania hat im Jahr 2013 dazu beigetragen, dass in dem Land mehr als 1,6 Millionen Kinder gegen fünf potenziell tödliche Krankheiten geimpft wurden: Tetanus, Keuchhusten, Diphterie, Hepatitis B und Infektionen mit Haemophilus influenzae vom Typ b (Hib). Zudem konnten 2014 mit den von Deutschland zur Verfügung gestellten Mitteln Impfstoffe gegen Pneumokokken und Rotaviren in Tansania eingeführt werden.

Deutschland beteiligt sich auch aktiv in den Steuerungsgremien von Gavi. Deutschland ist Mitglied des Prüfungs- und Finanzausschusses sowie einer technischen Arbeitsgruppe und übernimmt zudem im Jahr der deutschen G7-Präsidentschaft einen Sitz im Gavi-Vorstand.

Im Fokus: Gesundheitssysteme fördern

Mütter und Kinder warten auf eine Masern-Röteln-Impfung in Kambodscha.

Mütter und Kinder warten auf eine Masern-Röteln-Impfung in Kambodscha.

© Gavi/Luc Forsyth

Deutschland fördert die Anliegen von Gavi aber nicht nur direkt durch Finanzmittel, sondern auch indirekt durch das umfassende Engagement für den Gesundheitssektor in den Partnerländern:

Deutschland investiert jedes Jahr rund 750 Millionen Euro in den Gesundheitssektor. Im Fokus der in den Partnerländern geförderten Projekte steht neben der Förderung der Gesundheit von Müttern und Kindern, die Stärkung von Gesundheitssystemen sowie die Prävention und Behandlung von HIV/Aids. Deutsche Expertinnen und Experten helfen vor Ort dabei, nationale Strukturen der medizinischen Versorgung aufzubauen, die auch von Initiativen wie Gavi genutzt und weiter ausgestaltet werden können. Ziel ist, den Zugang der Bevölkerung zu Gesundheitsdiensten, gesundheitsbezogenen Informationen und gesunden Lebensbedingungen zu verbessern. Gesundheitsfachkräfte werden ausgebildet, die nachhaltige Finanzierung von Gesundheitssystemen gefördert. Ein besonderes Anliegen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ist die Versorgung armer und benachteiligter Bevölkerungsgruppen.

Zum Beispiel

Die BMZ-Initiative "Selbstbestimmte Familienplanung und Müttergesundheit" trägt zur Vermeidung risikobelasteter Schwangerschaften und zur professionellen Begleitung von Geburten bei. Die medizinische Betreuung bei Schwangerschaft und Geburt ist dabei genauso wichtig wie die Stärkung der Rolle der Frau in der Gesellschaft.

In Tansania konnte beispielsweise durch die "No Baby Left Out Initiative" die Sterblichkeit der Neugeborenen innerhalb eines Jahres in einem Provinzkrankenhaus nahezu halbiert werden. Im Rahmen dieser Initiative wird medizinisches Personal in ländlichen Gebieten in der Neugeborenpflege und -behandlung weitergebildet. Der dortige Ansatz zeigt aber auch: Die nachhaltige Stärkung von Gesundheitssystemen muss an den Gegebenheiten vor Ort ansetzen und braucht Zeit.