Post-2015: Mit eigenem Beispiel vorangehen und den Prozess unterstützen

Kinder in Brasilien

Kinder in Brasilien

© Thomas Köhler/photothek

Wir sehen unsere G7-Präsidentschaft … als eine Chance an, gerade auch auf die Post-2015-Agenda hinzuwirken. Wir wollen in Deutschland eine globale Partnerschaft initiieren, die nicht nur auf dem Papier steht, sondern die sich auch im Alltag von möglichst vielen Menschen auswirkt (…)

Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem EINEWELT-Zukunftsforum in Berlin

In den vergangenen 15 Jahren ist es gelungen, die Armut weltweit zu halbieren. Es wurden wichtige Weichen gestellt für eine ressourcenschonendere Lebensweise. Trotz dieser Fortschritte wirtschaftet die Welt weder sozial noch ökologisch nachhaltig: Knapp 1,3 Milliarden Menschen leben weiterhin von weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag (UNDP, 2014). Beim aktuellen Ressourcenverbrauch der Menschheit würden wir künftig weit mehr als nur den einen Planeten benötigen, den wir bewohnen. Der von Menschen verursachte Klimawandel führt zunehmend zu extremen Wettereignissen mit vielen Todesfällen und wirtschaftlichen Verlusten.

2015, im Jahr der deutschen G7-Präsidentschaft, werden neue, weltweit gültige Ziele für nachhaltige Entwicklung erarbeitet. Die im Jahr 2000 vereinbarten Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) laufen aus. Die Post-2015-Agenda – der neue Fahrplan für nachhaltige Entwicklung – sucht die Balance zwischen wirtschaftlichem Fortschritt, sozialem Ausgleich und ökologischer Vernunft. Die Agenda wird derzeit auf internationaler Ebene verhandelt und soll bei einem UN-Gipfeltreffen im September 2015 in New York verabschiedet werden. Die Ziele der Agenda werden für alle Staaten gültig und handlungsleitend sein– ein Weltzukunftsvertrag.

Ergebnisse des G7-Gipfels in Elmau

Die Bundesregierung hat sich im Rahmen ihrer G7-Präsidentschaft für einen ambitionierten Abschluss des Verhandlungsprozesses eingesetzt. Dabei geht es nicht um Duplizierung der Verhandlungen. Vielmehr geht es darum, dass die G7 als wichtige Industrieländer positive Signale für eine neue Partnerschaft in der internationalen Gemeinschaft aussenden, mit gutem Beispiel vorangehen und die Umsetzung der Post-2015-Agenda vorbereiten. Dies ist unter deutschen Vorsitz gelungen. Die G7 machen in ihrem Kommuniqué klar: Sie unterstützen den angestrebten neuen Weltzukunftsvertrag für nachhaltige Entwicklung und würdigen gleichzeitig die wichtige Bedeutung staatlicher Entwicklungsleistungen vor allem für die ärmsten Länder. Es gelang auch, die Verpflichtung, 0,7 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP) für Entwicklungszusammenarbeit zu verwenden, explizit in der Abschlusserklärung zu verankern. Das ist ein wichtiges Signal für die Entwicklungs- und Schwellenländer, mit denen wir in New York im September verhandeln werden.

Der Erfolg der Post-2015-Agenda hängt nicht zuletzt davon ab, dass alle mitmachen: Unternehmen, zivilgesellschaftliche Gruppen, die Wissenschaft, Bürgerinnen und Bürger. Die Bundesregierung legt großen Wert auf die hierfür eingerichteten Beteiligungsformate wie das Dialogforum Post-2015-Agenda. Mit der Erarbeitung der Zukunftscharta des BMZ wurde bereits ein wichtiger Dialog mit allen gesellschaftlichen Akteuren begonnen (www.zukunftscharta.de). Nur durch eine neue globale Partnerschaft, in gegenseitigem Respekt, mit gemeinsam getragenen Werten und in einer Anstrengung aller maßgeblichen Kräfte, können die gesteckten Ziele erreicht werden.

Grundlage dieser Zukunftscharta ist die Einsicht, dass gemeinsame Ziele in einer neuen globalen Partnerschaft notwendig sind, um in einem veränderten entwicklungspolitischen Umfeld die drängenden Herausforderungen zu bewältigen. Anstelle der klassischen Zweiteilung in Geber- und Empfängerländern ist eine globale Partnerschaft vonnöten, bei der alle Länder und Akteure Verantwortung übernehmen. Basis dieser Partnerschaft sind die universell gültigen Ziele für nachhaltige Entwicklung.

aus dem Einleitungstext der Zukunftscharta "EINEWELT – unsere Verantwortung"