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Podiumsdiskussion bei der G7-Konferenz zu Klimarisikoversicherungen

Podiumsdiskussion bei der G7-Konferenz zu Klimarisikoversicherungen

© Ralf Rühmeier

Der Klimawandel ruft immer mehr Naturkatastrophen hervor, Überschwemmungen und Dürren. Gerade die Ärmsten tragen am wenigsten zum Klimawandel bei, aber sie leiden am meisten und können am wenigsten vorsorgen. Das internationale Klimaschutzabkommen, das im November/Dezember 2015 in Paris verhandelt und vereinbart werden soll, wird eine zentrale Weichenstellung für den Schutz des Weltklimas werden. Im Rahmen der deutschen G7-Präsidentschaft hat das BMZ gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium (BMUB) dazu beigetragen, Impulse für die entscheidende Phase der internationalen Klimaverhandlungen zu setzen.

Deutschland steht zu seinen Zusagen und wir haben mit den beiden konkreten Initiativen zum Ausbau erneuerbarer Energien in Afrika und der Klimarisikoversicherung auch bei und mit den G7 die Latte hochgehängt!

  • Bis 2020 wollen wir mit der G7 und unseren Partnerländern zusätzlich bis zu 400 Millionen arme Menschen vor den Folgen des Klimawandels absichern! Diejenigen, die am wenigsten für den Klimawandel verantwortlich sind, leiden nämlich besonders unter seinen Auswirkungen wie Flutkatastrophen, Dürren und Sturmschäden.
  • Zusammen mit der Afrikanischen Union sollen bis 2020 in Afrika 10 Gigawatt erneuerbare Energien installiert werden; das entspricht etwa der Leistung von 10 großen Kohlekraftwerken! Afrikanische Länder verfügen über erneuerbare Energien satt: Sonne und Windkraft gibt es im Überfluss und aufgrund der fallenden Preise für Photovoltaik oder Windanlagen sind sie gegenüber fossilen Kraftwerken auch wettbewerbsfähig.

Was ist die G7-Initiative zur Klimarisikoversicherung?

BMZ-Video über die Folgen des Klimawandels und Klimarisikoversicherungen

BMZ-Video über die Folgen des Klimawandels und Klimarisikoversicherungen

© BMZ

Klimarisikoversicherungen für arme und vom Klimawandel besonders bedrohte Menschen in Entwicklungsländern sind ein wichtiger Beitrag Deutschlands und der G7 zu einem zukünftigen Klima-Abkommen.

Nach aktuellen Schätzungen sind in Entwicklungs- und Schwellenländern bisher nur etwa 100 Millionen arme Menschen gegen Klimarisiken versichert. Die G7-Initiative zur Klimarisikoversicherung hat das Ziel, bis 2020 weitere 400 Millionen gegen solche Risiken abzusichern. Die Initiative wird in enger Partnerschaft der G7-Staaten mit den Entwicklungs- und Schwellenländer realisiert.

Auf der G7-Konferenz zu Klimarisikoversicherungen berieten am 7. Mai 2015 in Berlin internationale Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft über die Ausgestaltung der Initiative.

Klimarisikoversicherungen schaffen die Möglichkeit, sich gegen Restrisiken von extremen Wetterereignissen zu versichern. Denn was für den einzelnen Menschen oder den einzelnen Staat ein unberechenbares Drama ist, kann für eine Gemeinschaft von Versicherten ein kalkulierbares Risiko werden. Ausgestattet werden diese Versicherungen mit Kapital von Gebern wie Deutschland. Das Ziel ist, nicht weiter Katastrophen zu managen, sondern die Risiken in den Griff bekommen!

Bundesminister Müller am 7. Mai 2015 auf der G7 Stakeholder Konferenz zu Klimarisikoversicherungen im Gasometer in Berlin

Perspektiven und Herausforderungen – Studie zu Klimarisikoversicherungen

Bei der Konferenz wurde auch eine neue Studie zu Klimarisikoversicherungen vorgestellt, um "die Anpassungsfähigkeit an Klimaveränderungen von armen Menschen in Risikoländern zu stärken". Die vom BMZ beauftragte Studie geht der Frage nach, wie die G7-Initiative zu Klimarisikoversicherungen gestaltet werden kann: Welche Zielregionen, Instrumente, Strukturen und Mittel zur Umsetzung bieten sich an? Die Studie wurde in Kooperation mit der Munich Climate Insurance Initiative (MCII) und der Münchner Rück erstellt und auf der hochrangigen G7-Fachkonferenz in Berlin erstmals präsentiert.

Die Hintergründe: Klima schützen, Folgen des Klimawandels abfedern

Der Klimawandel mit seinen weitreichenden Folgen ist zu einer der größten Herausforderungen der Menschheit geworden. Häufigere Katastrophen, ausgelöst durch Naturereignisse und Wetterextreme, zunehmende Wasserknappheit, überflutete Küstengebiete und ein beschleunigtes Artensterben sind seine unmittelbaren Folgen. Besonders Entwicklungs- und Schwellenländer sind von diesen Folgen stark betroffen.

Alle Staaten müssen aktiv werden, um den globalen Kohlendioxidausstoß zu senken und der weiteren Erderwärmung Einhalt zu gebieten. Den Industrieländern kommt eine besondere Verantwortung zu, da sie bislang den Großteil der klimaschädlichen Gase ausgestoßen haben. Auf dem G7-Gipfel in Brüssel im Juni 2014 bestätigte die G7 die Zusage der Industrieländer, ab 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar aus öffentlichen und privaten Quellen für Klimafinanzierung zu mobilisieren.

Zudem muss Deutschland die Rolle als internationaler Vorreiter beim verbindlichen Klimaschutz konsequent fortführen und durch die glaubwürdige Umsetzung vereinbarter Ziele und Zusagen festigen… Zugleich soll Deutschland seine Partnerländer bei der Senkung ihrer Treibhausgasemissionen und bei der Bewältigung der durch den Klimawandel entstehenden Risiken unterstützen. Der Transfer moderner, emissionsarmer Technologien zu fairen Konditionen kann hier einen wichtigen Beitrag leisten.

aus der Zukunftscharta "EINEWELT – unsere Verantwortung"