Gesundheitssysteme stärken – Epidemien bekämpfen – Impfraten erhöhen

Eine Mutter mit ihrem frisch geimpften Kind im Südsudan

Eine Mutter mit ihrem frisch geimpften Kind im Südsudan

© Gavi/Mike Pflanz

Die Bekämpfung von Infektionskrankheiten, die Verbesserung der Gesundheit von Kindern und Müttern und die Stärkung von Gesundheitssystemen sind Kernanliegen der G7. Das Thema Gesundheit ist ein Schwerpunkt der deutschen G7-Präsidentschaft.

Die Ergebnisse von Elmau

Das Recht eines jeden Menschen auf Gesundheit wird in der Gipfelerklärung von Elmau prominent herausgestellt – ein großer entwicklungspolitischer Erfolg!

Lehren aus der Bekämpfung von Ebola zu ziehen, war ein wichtiges Anliegen des G7-Gipfels unter deutschem Vorsitz. Die Krankheit ist eine Katastrophe für die betroffenen Menschen und Staaten und gefährdet Entwicklungserfolge der vergangenen Jahre. Nun verpflichten sich die G7 zur aktiven Stärkung von Gesundheitssystemen und bieten 60 Entwicklungsländern ihre Unterstützung an. Denn wenn Gesundheitssysteme funktionieren, gehen Krisen wie die Ebola-Krise weit glimpflicher aus.

Außerdem will die G7 mobile Einsatzkräfte und Finanzierungsmechanismen aufbauen, um künftig besser vorbereitet zu sein – entsprechend des 6-Punkte-Plans der Bundeskanzlerin (Lessons Learned Initiative). Das BMZ leistet in Abstimmung mit anderen Ressorts wichtige Beiträge zu Sofortmaßnahmen und hat die Federführung für mittel- bis langfristige Maßnahmen des Wiederaufbaus und der Prävention vor Ort. Zusätzlich zu Nothilfemaßnahmen hat das BMZ eine Gesundheitsinitiative vor allem für westafrikanische Partnerländer in Höhe von 205 Millionen Euro gestartet.

Aber auch die Zusagen der G7 zu mehr und effizienterer Forschung zu vernachlässigten Tropenkrankheiten sind für Entwicklungsländer sehr wichtig, denn ihre Bevölkerung leidet am häufigsten unter diesen Krankheiten.

Die Wiederauffüllung der globalen Impfallianz Gavi im Januar

Das BMZ hat sich nicht zuletzt erfolgreich dafür eingesetzt, dass Deutschland bereits zum Auftakt der G7-Präsidentschaft im Januar Gastgeber der Wiederauffüllungskonferenz der globalen Impfallianz Gavi war: Ein Riesenerfolg und ein wichtiger Beitrag der G7 zur Kindergesundheit! Das angestrebte Auffüllungsergebnis von 7,5 Milliarden US-Dollar wurde sogar noch übertroffen. Damit können nun in den nächsten Jahren über 300 Millionen Kinder weltweit geimpft werden. Bis 2030 soll kein Kind mehr an vermeidbaren Krankheiten sterben! Damit setzt die G7 ein wichtiges Signal: Noch nicht erreichte Millenniumsentwicklungsziele wie die Senkung der Mütter- und Kindersterblichkeit werden auch über das Jahr 2015 hinaus mit großem Nachdruck weiterverfolgt.

Gavi ist eine Allianz aus Regierungen von Geber- und Entwicklungsländern, Privatwirtschaft, internationalen Organisationen, Stiftungen und Zivilgesellschaft. Das BMZ richtete die Konferenz aus, Bundeskanzlerin Merkel übernahm die Schirmherrschaft.

Impfungen retten Leben. Sie sind eine der effektivsten Maßnahmen, um Infektionskrankheiten zu verhindern. Durch Gavi-Programme konnten bereits über 500 Millionen Kinder geimpft und so vor lebensbedrohlichen Krankheiten bewahrt werden. Die deutsche Bundesregierung hat ihren eigenen Beitrag für Gavi erheblich aufgestockt – auf insgesamt 600 Millionen Euro bis 2020.

Das deutsche Engagement für Gesundheit

Deutschland setzt in seiner Entwicklungszusammenarbeit im Gesundheitsbereich vor allem auf die nachhaltige Stärkung nationaler Gesundheitssysteme und das Recht eines jeden Menschen auf Gesundheit. Die Ebola-Krise hat schmerzhaft vor Augen geführt: Funktionieren die Gesundheitssysteme, lassen sich Krankheiten schneller eindämmen und Versorgung wie Impfungen besser organisieren. Bundesentwicklungsminister Müller hatte daher am Vortag der Gavi-Wiederauffüllungskonferenz zu einer Konferenz über die Stärkung von Gesundheitssystemen eingeladen.

Damit auch die ärmsten Entwicklungsländer die Gesundheitsziele erreichen können, müssen wir sie dabei unterstützen, ihre Gesundheitssysteme auszubauen und zu stärken. Unser Ziel ist eine gute Gesundheitsversorgung für alle.

aus der Zukunftscharta "EINEWELT – unsere Verantwortung"