Verantwortung für die Gestaltung der ZukunftDie Gruppe der 7 / Gruppe der 8 (G7/G8)

Familienfoto der G7: Donald Tusk (EU-Ratspräsident), Shinzo Abe (Japan), Stephen Harper (Kanada), Barack Obama (USA), Angela Merkel (Deutschland), François Hollande (Frankreich), David Cameron (Großbritannien), Matteo Renzi (Italien) und Jean-Claude Juncker (EU-Kommission)

Familienfoto der G7:  Donald Tusk (EU-Ratspräsident), Shinzo Abe (Japan), Stephen Harper (Kanada), Barack Obama (USA), Angela Merkel (Deutschland), François Hollande (Frankreich), David Cameron (Großbritannien), Matteo Renzi (Italien) und Jean-Claude Juncker (EU-Kommission)

© Bundesregierung/Gottschalk

Die Gruppe der 7 (G7) beziehungsweise Gruppe der 8 (G8) ist – wie die G20 – keine internationale Organisation, sondern ein informelles Forum der Staats- und Regierungschefs. Sie treffen sich auf Einladung der jeweiligen Präsidentschaft einmal jährlich zu einem Gipfel. Sie diskutieren dabei über Schlüsselfragen der Weltpolitik, tauschen ihre Standpunkte aus und versuchen, konstruktive Lösungen zu entwickeln. Der Vorsitz innerhalb der Gruppe wechselt jährlich unter den Mitgliedern.

In der Vergangenheit waren diese Gipfeltreffen Ausgangspunkt verschiedener entwicklungspolitischer G7- beziehungsweise G8-Initiativen, zum Beispiel zu den Themen Entschuldung, Ernährungssicherung, Gesundheit, Rohstoffe und zur Partnerschaft mit Afrika.

Zur vormals "Gruppe der 8 (G8)" genannten Gruppe gehörten bisher Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Russland und die Vereinigten Staaten von Amerika; außerdem ist die Europäische Union vertreten.

Im Januar 2014 hatte die Russische Föderation turnusgemäß die G8-Präsidentschaft übernommen. Aufgrund der Verletzung der Souveränität und territorialen Unversehrtheit der Ukraine durch die Russische Föderation beschlossen die Staats- und Regierungschefs der anderen sieben Staaten, nicht am geplanten G8-Gipfel unter russischer Präsidentschaft in Sotschi teilzunehmen. Bis auf Weiteres werden sie sich im G7-Format ohne Russland treffen.

Die G7-Präsidentschaft

Schloss Elmau in Bayern

Schloss Elmau in Bayern

© Horemu - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons

Die Organisation und die thematische Ausrichtung der Gipfel übernimmt traditionell die jeweilige Präsidentschaft. Die Bundesrepublik hat die Präsidentschaft nach dem G7-Gipfel in Brüssel frühzeitig übernommen – planmäßig wäre Deutschland erst 2015 an der Reihe gewesen. Am 7. und 8. Juni 2015 war Deutschland Gastgeber des Treffens der Staats- und Regierungschefs auf Schloss Elmau.

Im Laufe der Jahre hat sich rund um die Gipfeltreffen zwischen den Regierungen ein dichter Prozess der politischen Abstimmung entwickelt. Die Themen für den Gipfel und die Ministertreffen werden von hochrangigen Mitarbeitern, den sogenannten "Sherpas" und "Sous-Sherpas" vorbereitet; ebenso tagen Arbeitsgruppen zu bestimmten Themen.

Das BMZ entwickelt Beiträge zu den im Rahmen der G7/G8 verhandelten entwicklungspolitischen Themen. Dabei arbeitet es mit dem Bundeskanzleramt, dem Auswärtigen Amt und dem Bundesfinanzministerium zusammen. Federführend zuständig ist das BMZ für die Arbeitsgruppe "Rechenschaft" ("accountability"). Sie bereitet Berichte darüber vor, wie die G7/G8 ihre in den vergangenen Jahren getätigten Zusagen erfüllt haben. Das BMZ ist außerdem zuständig für die Arbeitsgruppe "Ernährungssicherung" ("food security and nutrition"), sowie für den "MENA transition fund" der Deauville-Partnerschaft, die zur Unterstützung der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung in Nordafrika und im Nahen Osten gegründet wurde.

Arbeitsweise der G7/G8

Die Entscheidungsfindung innerhalb der G7 beziehungsweise G8 findet im Konsens statt. Auch wenn die gemeinsam erarbeiteten Beschlüsse und Selbstverpflichtungen keine rechtliche Bindung haben, ist ihre weltweite Wirkung nicht zu unterschätzen. Umgesetzt werden sie über bilaterale Maßnahmen der Staaten und über deren großen Einfluss in vielen multilateralen Organisationen.

Die jeweilige Präsidentschaft hält engen Kontakt mit verschiedenen Interessengruppen und Nicht-G7/G8-Ländern (sogenannter "Outreach"). Auch die Bundesregierung bindet die Zivilgesellschaft umfassend in die Vorbereitungen zu den G7/G8- und G20-Gipfeln ein. Vor jedem Gipfel findet ein Austausch mit Nichtregierungsorganisationen, Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften sowie mit Vertretern des Parlaments und ausländischer Botschaften statt. Das BMZ lädt regelmäßig zu entsprechenden Diskussionsforen ein.

Die Länder der G7 stellen 10,5 Prozent der Weltbevölkerung und erwirtschaften etwa 44 Prozent des weltweiten Bruttonationaleinkommens. Sie gehören zu den größten Beitragszahlern in internationalen Organisationen und finanzieren knapp 70 Prozent der weltweiten öffentlichen Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit (ODA).