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Entwicklungspolitik ist Klimapolitik

Staatssekretär Martin Jäger bei Konferenz zum Sonderbericht des Weltklimarats


Staatssekretär Martin Jäger spricht bei der Konferenz zum Sonderbericht des Weltklimarats in Berlin

Im Lichte des Sonderberichts des Weltklimarates (IPCC) zum 1,5 Grad-Ziel fand am 23. Oktober in Berlin eine Konferenz des Verbands Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V. (VENRO) und der Klima-Allianz Deutschland unter dem Motto "Jedes Zehntelgrad zählt: Gemeinsam handeln!" statt. Staatssekretär Martin Jäger sprach für das BMZ auf der Konferenz.

In seinem Anfang Oktober vorgelegten Bericht analysiert der Weltklimarat die Folgen eines Temperaturanstiegs um 1,5 Grad im Vergleich zu 2 Grad über vorindustrielles Niveau. Der Bericht mahnt zu umfassendem und schnellem Handeln, um das 1,5 Grad-Ziel möglichst noch zu erreichen. Selbst dann sind Auswirkungen des Klimawandels – wie Überflutungen und Dürren oder auch schleichende Veränderungen wie der Meeresspiegelanstieg – deutlich spürbar und werden zunächst auch bei umfassender Klimaschutzpolitik zunehmen. Die Auswirkungen des Klimawandels treffen die ärmsten Menschen in Entwicklungsländern besonders hart, drohen bisherige Entwicklungsfortschritte zunichte zu machen und zukünftige Entwicklungsfortschritte zu behindern.

Das Motto der Konferenz "Jedes Zehntelgrad zählt" unterstreicht dabei, dass bereits kleine Temperaturanstiege einen großen Unterschied machen: Bei einer Erwärmung von 1,5 statt 2 Grad würde Wasserknappheit nur halb so viele Menschen zusätzlich treffen und 100 Millionen Menschen weniger Armutsrisiken ausgesetzt sein. Der Bericht ist damit ein Weckruf für mehr Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel.

Denn der IPCC-Bericht zeigt ferner nicht nur Probleme, sondern auch Synergien zwischen Klimazielen und nachhaltigen Entwicklungszielen der Agenda 2030 auf. Von daher sei es wichtig, so Staatssekretär Jäger, Klimaschutz als Entwicklungschance zu begreifen, denn über die geringeren Risiken durch Klimafolgen hinaus ermöglicht Klimaschutz oft wirtschaftliche, soziale und ökologische Gewinne (zum Beispiel geringere Umwelt- und Luftverschmutzung oder höhere Energiesicherheit sowie effizienteren Ressourceneinsatz).

Bei der Klimakonferenz tauschten sich Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft zu Themen wie der Wiederherstellung natürlicher Ökosysteme, Agrar- und Ernährungswende im Landsektor, "Just Transition" beim Ausstieg aus Kohle und Öl, Ambitionssteigerungen der NDCs und klimaresiliente Zukunft aus. Die Zivilgesellschaft ist für das BMZ ein wichtiger Partner in diesem Themenfeld.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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