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NDC-Finanzinitiative

Gemeinsam gegen den Klimawandel in der Karibik


Sturmschäden auf der Karibikinsel St. Lucia

12.10.2018 – Kleine Inselstaaten sind stark vom Klimawandel betroffen. In der Karibik bedrohen höhere Temperaturen, veränderte Niederschläge, der steigende Meeresspiegel und stärkere Hurrikane Leben, Eigentum und Existenzgrundlagen der Menschen. Auch wenn die Region nur wenig zur globalen Erwärmung beiträgt, wollen die Inselstaaten auch beim Klimaschutz vorangehen. Vor diesem Hintergrund haben sich die karibischen Staaten ehrgeizige Ziele für ihre klimasichere und klimafreundliche Entwicklung in ihren nationalen Klimabeiträgen (Nationally Determined Contributions, NDCs) unter dem Pariser Klimaabkommens gesetzt.

Deutschland unterstützt seine Partner bei der Umsetzung dieser Ziele und fördert dafür auch die Zusammenarbeit auf regionaler Ebene. Diese Woche trafen sich in St. Lucia über 130 Vertreterinnen und Vertreter aus knapp 30 Ländern. In zwei direkt aufeinanderfolgenden Konferenzen wurde die Umsetzung und Finanzierung der NDCs diskutiert – mit teils hochrangiger Beteiligung der Regierung St. Lucias und weiterer karibischer Staaten, von Regionalorganisationen, UN-Organisationen, Entwicklungsbanken, zahlreicher Botschaften sowie aus Privatsektor und Zivilgesellschaft.

Auf einem zweitägigen Forum wurde die "NDC-Finanzinitiative für die Karibik" gegründet. Auf Anregung der Kommission der Organisation Ostkaribischer Staaten (Organisation of Eastern Caribbean States, OECS) wird sie in den kommenden zwei Jahren die NDC-Umsetzung in den Partnerländern der Region fördern. "Die Mobilisierung von Finanzierung und Entwicklung innovativer Finanzierungsmodelle – in enger Zusammenarbeit mit dem Privatsektor – ist einer der zentralen Bausteine für die Umsetzung der nationalen Klimaziele der Karibikstaaten", so Holger Wilfried Michael, Botschafter Deutschlands in der Karibik. Die Initiative ist als eine offene regionale Plattform angelegt, mit Schwerpunktthemen in der Entwicklung von Projektpipelines, der Vermittlung potenzieller Investoren, technischer Unterstützung für klimaresiliente und emissionsarme Infrastrukturprojekte in den Sektoren Energie (Transport) und Wasser, und im Wissensaustausch. Ihr Aufbau wird unter anderem vom BMZ mit insgesamt 700.000 Euro unterstützt.

Die beiden Veranstaltungen fanden unter dem Dach der globalen NDC-Partnerschaft statt, welche Entwicklungsländer dabei unterstützt, ihre NDCs schnell und effektiv umzusetzen. Deutschland ist Gründungsmitglied und nimmt den Ko-Vorsitz wahr.

Beim anschließenden dreitägigen NDC-Regionaldialog für die Karibik tauschten Umwelt-, Planungs-, Finanz- und Energieministerien sowie internationale Partner ihre Erfahrungen bei der Umsetzung nationaler Klimabeiträge aus. Schwerpunktthemen waren die NDC-Umsetzung vor allem im Energie-Sektor, deren Verknüpfung mit nachhaltiger Entwicklung, Geschlechtergerechtigkeit bei Klimaschutzanstrengungen, Anpassung an den Klimawandel, sowie Finanzierung und Ambitionssteigerung von NDCs. Organisiert wurde der Dialog vom Klimasekretariat und vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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