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Weltklimakonferenz

Grüne Bürgerenergie für Afrika auf der COP24


Bärbel Höhn, Manuel Araújo und Dorothea Otremba (von rechts) beim Side-Event "Grüne Bürgerenergie für Afrika" auf der COP24 in Kattowitz

14.12.2018 – Die Energiebeauftragte des BMZ für Afrika, Bärbel Höhn, stellte am 11.12.2018 bei einem Side-Event auf der COP24 in Kattowitz die BMZ-Initiative "Grüne Bürgerenergie für Afrika" vor. Das Ziel der Initiative von Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller ist es, eine dezentrale und bürgernahe Energieversorgung nach dem Vorbild der deutschen Genossenschaften in ländlichen Räumen Afrikas zu unterstützen.

600 Millionen Menschen in Afrika haben keinen Zugang zu Strom. In den nächsten 20 Jahren wird erwartet, dass der Energiebedarf in Afrika um circa 80 Prozent steigt. Dieser enorme Energiebedarf stellt Afrika schon jetzt vor große Herausforderungen. Er kann jedoch auch als Chance gesehen werden, in erneuerbare Energien zu investieren. Afrika kann der erste Kontinent sein, der sich vollständig aus erneuerbaren Energien versorgt.

Bärbel Höhn erklärte in ihrem Eingangsstatement, dass erneuerbare Energien eine riesige Chance für Afrika darstellten. Vor allem mit dezentralen Systemen, die heute konkurrenzfähig seien, könne der enorme Energiebedarf Afrikas rasch sowie deutlich umwelt-, klima- und gesundheitsfreundlicher gedeckt werden als mit fossilen Energieträgern.

Sie betont, dass hierfür insbesondere dezentrale bedarfsgerechte Energieversorgung aus regenerativen Quellen eine zentrale Rolle spiele. Besonders in weit abgelegenen ländlichen Gebieten Afrikas sei auf Jahrzehnte hin der Ausbau des nationalen Stromnetzes nicht rentabel – hier böten dezentrale Energieversorgungslösungen eine kostengünstige Alternative.

Dezentrale Lösungen aus erneuerbaren Energien helfen zugleich, die Klima-Ziele des Paris-Abkommens zu erreichen, ohne die wirtschaftlichen Chancen der Region zu beeinträchtigen. Deshalb sei es wichtig, dezentrale erneuerbare Energien so zu gestalten, dass sie auch auf produktive Nutzung, Schaffung von Arbeitsplätzen und lokale Wertschöpfung ausgerichtet sind und dadurch wichtige Beiträge zum übergeordneten Ziel der Armuts- und Hungerbekämpfung leisten.

Anhand von Berichten von ihren Reisen in die Fokusländer der "Grünen Bürgerenergie" in Afrika zeigte die BMZ-Energiebeauftragte, wie Energieerzeugung und Arbeitsplatzschaffung verbunden werden und warum kleine dezentrale Strukturen relevante Alternativen zu Großkraftwerken darstellen können. Dezentrale bedarfsgerechte Energiesysteme sorgen im Verbund für stabile und sichere Versorgung und stärken die Gemeinschaft. Damit werden viele der globalen Nachhaltigkeitsziele gleichzeitig adressiert.

Aus afrikanischer Perspektive berichtete Manuel Araújo, Bürgermeister von Quelimane (Mosambik), darüber, wie Bürger die Erzeugung von erneuerbarer Energie in ihre Hand nehmen können. Zunächst betonte er das große Potenzial Afrikas für die Erzeugung erneuerbarer Energie. An verschieden Beispielen aus Afrika erläuterte er die besondere Bedeutung der Kommunalpolitik sowie deren Unterstützung durch nationale Regulierung für den Erfolg von dezentralen Energieprojekten.

Er betonte, dass ambitionierte kommunale und nationale Klimaziele sowie direkte Investitionen in Bürgerenergie wichtig seien, um mittelfristig sowohl das Klima zu schonen, als auch Energiezugang und -versorgung in Afrika zu verbessern. Dabei stellte er jedoch auch die Frage, ob letztlich mit ausreichendem Druck und der notwendigen Schnelligkeit an diesen Zielen gearbeitet werde. Er forderte dazu auf, hier noch intensiver zusammenzuarbeiten.

Energie ist ein entscheidender Schlüssel zur Überwindung von Hunger und Armut, vor allem im ländlichen Raum in Afrika. Dezentrale erneuerbare Energien sind von entscheidender Bedeutung, um hier und in der Klimabilanz Fortschritte zu erzielen. Aber auch die Zusammenarbeit zwischen kommunaler, regionaler und nationaler politischer Ebene, sowie Eigeninitiative und Einbindung der Bürgerinnen und Bürger sind entscheidend für den Erfolg.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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